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VERSICHERUNGS­LEXIKON

VERSICHERUNGS­LEXIKON

Baukostenindex

Baukostenindex – was ist das?

Der Baukostenindex zeigt, wie sich die Preise der Produktionsfaktoren entwickeln, die Bauunternehmen für den Neubau von Wohngebäuden einsetzen. Dazu gehören insbesondere Material und Arbeitsleistungen. Das Statistische Bundesamt berechnet den Index für Deutschland.

Die Kennzahl beschreibt die Kostenentwicklung aus Sicht der Bauunternehmen. Sie zeigt nicht, welchen Preis Bauherren für eine Bauleistung bezahlen oder welchen Marktwert eine Immobilie hat.

Zur Darstellung der Entwicklung wird ein Basisjahr auf den Wert 100 gesetzt. Ein Indexstand von beispielsweise 120 bedeutet, dass die erfassten Kosten insgesamt 20 Prozent über dem Niveau des Basisjahres liegen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jedes einzelne Bauvorhaben um genau diesen Prozentsatz teurer geworden ist.

Welche Kosten erfasst der Baukostenindex?

Der Baukostenindex berücksichtigt die Preisentwicklung verschiedener Produktionsfaktoren. Dazu zählen:

  • Material, beispielsweise Beton, Stahl, Holz und Dämmstoffe,
  • Arbeit, einschließlich Löhnen und Lohnnebenkosten,
  • Ausrüstung wie Maschinen und Geräte,
  • Energie und Betriebsstoffe.

Die Preise werden ohne Umsatzsteuer betrachtet. Veränderungen der Gewinnmargen oder der Produktivität der Bauunternehmen bildet der Baukostenindex nicht ab.

Was unterscheidet Baukostenindex und Baupreisindex?

Der Baukostenindex betrachtet die Einkaufsseite der Bauunternehmen. Der Baupreisindex erfasst dagegen die Entwicklung der Preise, die Bauherren für Bauleistungen bezahlen.

Beide Indizes können sich unterschiedlich entwickeln. Steigen beispielsweise die Materialkosten, müssen die Verkaufspreise der Bauunternehmen nicht im gleichen Umfang zunehmen. Auch Wettbewerb und veränderte Gewinnmargen können die Baupreise beeinflussen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig „Baukostenindex“ gesagt, obwohl der Baupreisindex gemeint ist. Bei Zahlenangaben und Berechnungen ist deshalb entscheidend, welche Kennzahl tatsächlich verwendet wird.

Welche Bedeutung hat die Unterscheidung für die Wohngebäudeversicherung?

In der gleitenden Neuwertversicherung werden Versicherungsschutz und Beitrag nach den vertraglichen Vereinbarungen an die Kostenentwicklung angepasst. Für die Ermittlung des Anpassungsfaktors sind dabei der Baupreisindex für Wohngebäude und der Tariflohnindex für das Baugewerbe maßgeblich.

Der statistische Baukostenindex ist mit diesen Kennzahlen nicht gleichzusetzen. Wie eine Anpassung im einzelnen Vertrag erfolgt, richtet sich nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen.

Wo finden Sie den Baukostenindex?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Baukostenindizes für Wohngebäude in seiner Datenbank GENESIS-Online. Dort stehen auch die Baupreisindizes zur Verfügung. Achten Sie bei der Auswahl auf die Bezeichnung der Indexreihe, den betrachteten Zeitraum und das Basisjahr.

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