Baupreisindex
Baupreisindex – was ist das?
Der Baupreisindex zeigt, wie sich die Preise für Bauleistungen im Zeitverlauf verändern. Er betrachtet die Preise aus Sicht der Auftraggeber, beispielsweise privater Bauherren. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht für Deutschland verschiedene Baupreisindizes.
Für die Berechnung werden die Preise ausgewählter, vergleichbarer Bauleistungen beobachtet und entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet. Der Index beschreibt damit die allgemeine Preisentwicklung. Er gibt weder die konkreten Kosten eines einzelnen Bauvorhabens noch den Marktwert einer Immobilie an.
Welche Bauleistungen erfasst der Baupreisindex?
Es gibt unterschiedliche Indexreihen, unter anderem für:
- den Neubau von Wohngebäuden,
- den Neubau von Bürogebäuden und gewerblichen Betriebsgebäuden,
- den Bau von Straßen, Brücken und Ortskanälen,
- die Instandhaltung von Wohngebäuden.
Beim Neubau von Wohngebäuden werden beispielsweise Rohbauarbeiten wie Mauer- und Betonarbeiten sowie Ausbauarbeiten wie Heizungsinstallation und Verglasung berücksichtigt. Welche Indexreihe geeignet ist, hängt vom betrachteten Gebäude und der jeweiligen Baumaßnahme ab.
Wie liest man den Baupreisindex?
Der Preisstand eines Basisjahres wird auf den Wert 100 gesetzt. Die übrigen Indexwerte zeigen die Entwicklung im Verhältnis zu diesem Ausgangspunkt.
Ein fiktives Beispiel: Steigt der Index von 100 auf 120, sind die erfassten Bauleistungen im Durchschnitt um 20 Prozent teurer geworden. Steigt er anschließend von 120 auf 126, entspricht das einem weiteren Anstieg um 5 Prozent – nicht um 6 Prozent.
Für einen Vergleich müssen die Werte derselben Indexreihe angehören und sich auf dasselbe Basisjahr beziehen.
Wofür wird der Baupreisindex verwendet?
Baupreisindizes helfen dabei, die Preisentwicklung im Bauwesen einzuordnen und frühere Kostenansätze auf einen anderen Preisstand umzurechnen. Auch in der Immobilienbewertung werden sie genutzt, um Herstellungskosten zeitlich anzupassen. Den Marktwert eines Grundstücks oder Gebäudes bestimmen sie allein jedoch nicht.
In der gleitenden Neuwertversicherung dient der Baupreisindex für Wohngebäude zusammen mit dem Tariflohnindex für das Baugewerbe als Grundlage für die Ermittlung des Anpassungsfaktors. Die konkrete Anwendung richtet sich nach den Versicherungsbedingungen.
Was unterscheidet Baupreisindex und Baukostenindex?
Der Baupreisindex erfasst die Entwicklung der Preise, die Auftraggeber für Bauleistungen bezahlen. Der Baukostenindex betrachtet dagegen die Preisentwicklung der Produktionsfaktoren, die Bauunternehmen einsetzen, insbesondere Material und Arbeit.
Die Kennzahlen sind deshalb nicht austauschbar. Beispielsweise können gestiegene Materialkosten die Bauunternehmen belasten, ohne dass sie diese vollständig über höhere Verkaufspreise weitergeben können.
Wo finden Sie den Baupreisindex?
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Baupreisindizes in der Datenbank GENESIS-Online. Achten Sie bei der Auswahl auf die Bauwerksart, die Bauarbeiten, das Basisjahr und darauf, ob die Indexreihe mit oder ohne Umsatzsteuer ausgewiesen wird.