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Brandschaden! Welche Versicherung zahlt?

Ein Feuer fängt meistens klein an, aber kann blitzschnell seine zerstörerische Kraft entfalten und verursacht dann gewaltige Schäden mit riesigen Schadenssummen. Erfahren Sie hier, welche Versicherung bei Brandschäden zahlt.

Brennende Handys, alleingelassene Kerzen, morsche Elektroleitungen...ein Feuer kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Das Resultat ist fast immer sehr, sehr teuer.

Wenn es ganz schlecht läuft, kann auch die Feuerwehr wenig retten und das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab. Genau dafür werden Versicherungen abgeschlossen. Wir sagen, welche es sein sollten.

­Diese Versicherungen leisten bei Brand- und Feuerschaden

Technische Defekte, Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit… ein Feuer entsteht aus vielen Gründen. Schnell kann sich der Schaden auf riesige Summen addieren, im fünf-, sechs- oder gar siebenstelligen Bereich. Die gute Nachricht: Gegen den finanziellen Ruin können Sie sich absichern.

Bei einem Brandschaden können mehrere Versicherungen greifen: Je nach Schadensart die Gebäudeversicherung, die Hausratsversicherung und die private Haftpflichtversicherung. Diese erstatten den Neuwert, Zeitwert oder Wiederbeschaffungswert der darin enthaltenen Gegenstände.

Wohngebäudeversicherung - Schaden am Gebäude oder fest verbautem Inventar

Die Wohngebäudeversicherung sichert die Bausubstanz der Immobilie ab. Bei Brandschäden werden die Kosten der Reparatur oder des Wiederaufbaus bis zum ortsüblichen Neubauwert übernommen. Alle Wohngebäudeeigentümer sollten daher eine solche Versicherung besitzen. Mieter benötigen sie nicht.

Hausratsversicherung - Schaden an beweglichen Gegenständen innerhalb des Hauses

Eine Hausratsversicherung versichert alle beweglichen Gegenstände in der Wohnung gegen Feuerschäden, anderen Elementarschäden oder Diebstahl. Ersetzt wird der Neuwert/Wiederbeschaffungswert und die Reparatur bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Eine Hausratversicherung sollten alle Besitzer einer Wohnung abschließen, egal ob Mieter oder Eigentümer.

Privathaftpflichtversicherung - Schaden an Gebäuden und Gegenständen von anderen Personen

Die Privathaftpflichtversicherung tritt immer dann ein, wenn Ansprüche von anderen Personen gestellt werden, sei es Personen oder Sachschäden.

Brandschaden: Was zahlt die Versicherung?

Die Leistungen der Versicherung bei Brandschaden sind vielfältig. Gegen folgende Kosten können Sie sich, je nach individuellem Paket, absichern:

Wohngebäudeversicherung

  • Schäden durch Löschwasser
  • Kosten der Feuerwehr
  • Hotelkosten im Falle der Unbewohnbarkeit
  • Aufräumarbeiten

Hausratsversicherung

  • Transport- und Lagerkosten
  • Bewachungskosten
  • Mitversicherung von Kleintieren

Privathaftpflichtversicherung

  • Mietsachschäden
  • Vermögensschäden
  • Regressansprüche

Wann zahlt die Versicherung?

Mitunter gibt es gute Grunde dafür, dass der Versicherer den Brandschaden nicht oder nicht ganz bezahlt.

Wann ist ein Brand ein Brand?

Von einem Brand ist die Rede, wenn Feuer den bestimmungsgemäßen Herd verlässt, oder ohne einen solchen entstanden ist, und sich ohne Fremdeinwirken ausbreitet (Gabler Versicherungslexikon). Wenn Sie etwa einen Kamin betreiben, befindet sich das Feuer darin in dessen bestimmungsgemäßen Herd bzw. der dafür vorgesehenen Vorrichtung. Springt jedoch ein Funke aus dem offenen Kamin und entzündet woanders ein Feuer, entsteht ein Brand in Ihrem Haus. Gegen die Folgen von Brandschäden können Sie sich mit Versicherungen absichern.

Unterversichert?

Sind Sie unterversichert? Ja, das gibt es tatsächlich: Ihre Immobilie und Ihr Hausrat können sich im Wert ändern. Das passiert, wenn Sie etwa einen Carport in die Einfahrt bauen, eine Laube in den Garten setzen oder sich eine Heimkinoanlage kaufen. Dadurch ergibt sich nämlich eine Differenz zwischen der ursprünglich vereinbarten Versicherungssumme und dem tatsächlichen Wert Ihrer Immobilie oder Ihres Hausrates. Sprechen Sie Ihre Versicherung darauf an, damit der Versicherungswert angepasst werden kann und Sie vollständig abgesichert sind.

Grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz: In diesen Fällen zahlt die Versicherung nicht

Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn im alltäglichen Leben die erforderliche Sorgfalt im hohen Maße verletzt wird und man dabei den gesunden Menschenverstand außer Acht lässt. Konkret bedeutet das, dass Sie mögliche Gefahrenquellen aufmerksam beobachten und proaktiv absichern sollten. Lassen Sie zum Beispiel eine Kerze unbeobachtet brennen, weil Sie das Zimmer verlassen, fällt das unter grobe Fahrlässigkeit. Bei einem daraus entstehenden Brand bleiben Sie auf einem Teil der Kosten sitzen. Das gleiche gilt für den unsachgemäßen Umgang mit technischen Gegenständen und deren mangelnde Sicherung.

Liegt also grobe Fahrlässigkeit vor, kann dies zu einer Kürzung der  Versicherungsleistung führen. Das heißt, dass Sie nur einen Teil der Versicherungssumme erhalten. Gegen „grobe Fahrlässigkeit“ können Sie sich jedoch ebenfalls versichern. Viele neuere Versicherungen beinhalten die Erstattung von grobfahrlässig herbeigeführten Schäden bereits. Damit sind Sie bestens abgesichert.

Kosten von vorsätzlich herbeigeführten Bränden wird der Versicherer vom Brandstifter zurückfordern. Hat der Brandstifter sein eigenes Hab und Gut vorsätzlich selbst angezündet, wird die Versicherung die Zahlung verweigern.

Brand- und Feuerschaden – Versicherer melden steigende Zahlen

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft schlägt Alarm: Die durchschnittlichen gemeldeten Schäden der Feuerversicherer sind in Deutschland 2018 gegenüber dem Vorjahr um bis zu 29% gestiegen. Der durchschnittliche Feuerschaden in der Hausratsversicherung betrug ca. 1.800€ – ein Anstieg um 16%.

Die häufigsten Ursachen

Die IFS ermittelt eine jährliche Ursachenstatistik für Brandschäden: 2018 war Elektrizität die häufigste Brandursache (31%), gefolgt von menschlichem Versagen (20%) und Brandstiftung (9%).

Gefahrenquellen für Brandschäden im Haus und Vorsichtsmaßnahmen dagegen

➔ Gefahrenquelle: Elektrik (z,.B. defekte Bauteile, Geräte im Stand-By Modus, kaputte und überlastete Stromkabel)

✔ So schützen Sie sich:

  • Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand von Bauteilen und elektrischen Geräten: Sind z. B. die Kabel intakt?
  • Schalten Sie nicht benötigte Elektronik aus anstatt Sie im Stand-By Modus zu halten
  • Verwenden Sie in der EU zertifizierte Produkte und originale Teile

➔ Gefahrenquelle: Brennbare Stoffe (z.B. Papier, Spiritus, Feuerzeuggas )

✔ So schützen Sie sich:

  • Verwenden Sie brennbare Stoffe sorgfältig und nur sachgemäß

➔ Gefahrenquelle: Fette und Öle

✔ So schützen Sie sich:

  • Erhitzen Sie Fette und Öle ausschließlich unter Aufsicht – verlassen Sie die Küche nicht
  • Verwenden Sie zum Löschen kein Wasser, sollte sich Rauch bilden oder sich das Öl/Fett entzünden: Sie riskieren ansonsten eine Explosion und Stichflamme
  • Benutzen Sie stattdessen eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher mit Löschpulver

➔ Gefahrenquelle: „Handwerkliche Tätigkeiten“

✔ So schützen Sie sich:

  • Benutzen Sie Werkzeuge wie Lötgeräte oder Schweißgeräte nur sachgemäß
  • Holen Sie sich die Hilfe von Experten, falls Sie sich unsicher sind

➔ Gefahrenquelle: Zigaretten, Kerzen, offene Flammen

✔ So schützen Sie sich:

  • Entsorgen Sie noch brennende Zigaretten nicht im Mülleimer
  • Löschen Sie Ihre Zigarette vor dem Schlafengehen
  • Rauchen Sie nicht unachtsam auf dem Bett oder der Couch
  • Lassen Sie Kerzen und andere offene Flammen nie unbeaufsichtigt: Das gilt auch für Kinder in der Nähe von Flammen.
  • Löschen Sie Kerzen, wenn Sie diese nicht mehr benötigen

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