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Drohnen

Besitzen Sie eine Drohne oder spielen Sie mit dem Gedanken, sich eine zuzulegen? Das Fliegen mit Drohnen als Freizeitbeschäftigung wird seit einigen Jahren immer populärer. Wo zunächst noch Unsicherheit über Rechte und Pflichten von Drohnenpiloten bestand, gelten mittlerweile für Drohnen Vorschriften.

Drohnen nähern sich unter dramatischem orangen Himmel, die Sonne geht unter. Man ist erinnert an Apokalypse Now, Wagner und Hubschrauber. Die Drohne sind zwar unbemannt, aber das Szenario wirkt bedrohlich.

So bedrohlich wie in unserem Bild ist das Aufkommen von Drohnen glücklicherweise noch nicht. Damit es zu keinen Zwischenfällen kommt, wurde eine Reihe von Vorschriften für Drohnenpiloten erlassen, u.a. Führerscheinpflicht ab einer bestimmten Drohnengröße.

 

Drohnen - diese Vorschriften gelten in Deutschland

Besitzen Sie eine Drohne oder spielen Sie mit dem Gedanken, sich eine zuzulegen? Das Fliegen mit Drohnen als Freizeitbeschäftigung wird seit einigen Jahren immer populärer. Wo zunächst noch Unsicherheit über Rechte und Pflichten von Drohnenpiloten bestand, gelten mittlerweile für Drohnen Vorschriften.

Was steht in der deutschen Drohnenverordnung?

Es wird immer enger im Luftraum – die Anzahl privater und gewerblicher Flugkörper nimmt rasant zu. Das führt nicht nur zu mehr Unfällen, Kollisionen und Abstürzen, sondern auch zu Störungen durch Luftaufnahmen von fremden Gärten und Dachterrassen. Kurz gesagt: Die Sicherheit von Personen und Gegenständen und auch die persönliche Privatsphäre sind zunehmend gefährdet.

Da die gültigen Gesetze der (privaten) Luftfahrt in Deutschland diese Entwicklung nur unzureichend abdeckten, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 7. April 2017 eine Drohnenverordnung in Kraft gesetzt. Seit dem 1. Oktober 2017 gelten zudem die Kennzeichnungspflicht und der Kenntnisnachweis.

Der offizielle Name der Drohnenverordnung lautet Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten.

Um diese Punkte dreht sich die Drohnenverordnung im Wesentlichen:

  • Unterschiede zwischen Fliegen innerhalb und außerhalb von Modellflugplätzen
  • Kennzeichnungspflicht
  • Kenntnisnachweis bzw. „Drohnenführerschein“
  • Aufstiegserlaubnis
  • Erlaubte Flughöhe
  • Vorfahrtsregelung gegenüber bemannten Luftfahrzeugen
  • Verbotszonen

EU-Drohnengesetz kommt 2020

Innerhalb der Europäischen Union sollen ab dem 1. Juli 2020 einheitliche Regelungen und Gesetze für Drohnen gelten. Die unterschiedlichen Regelungen und Gesetze der EU-Staaten für den Drohnenbetrieb werden damit teilweise vereinheitlicht um für eine Harmonisierung des Luftraums in der Europäischen Union zu sorgen. Trotzdem behält jeder EU-Mitgliedstaat auch eigene Drohnengesetze.

Brauche ich einen Kenntnisnachweis, bzw. Drohnenführerschein?

Ob Sie zum Fliegen einer Drohne einen Drohnenführerschein benötigen, hängt vom Gewicht der Drohne ab. Die Erlaubnispflicht hängt nicht mehr wie früher vom Einsatzzweck ab. Dort galt eine Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Flügen.

Um eine Drohne unter 2 Kilogramm Abfluggewicht zu steuern, brauchen Sie keinen Drohnenführerschein bzw. Kenntnisnachweis. Liegt das Abfluggewicht Flugkörpers über 2 Kilogramm ist ein Drohnenführerschein notwendig. Den Drohnenführerschein erhalten Sie nach bestandener Prüfung durch eine vom Luftfahrtbundesamt (LBA) anerkannte Stelle. Mittlerweile können Sie die Prüfung für den kleinen Drohnenführerschein sogar online ablegen, zum Beispiel beim DMFV (Deutscher Modellflieger Verband). Er gilt jedoch nur für den privaten Gebrauch einer Drohne.

In der Prüfung zum sogenannten großen Drohnenführerschein, der die gewerbliche Nutzung der Drohne erlaubt, werden 33 Themengebiete aus den folgenden drei Prüfungsfächern abgefragt:

  • Luftrecht (z.B. gesetzliche Grundlagen, Luftraumstruktur, Flugverkehrskontrolle, Ordnungswidrigkeiten)
  • Meteorologie (z.B. Mindestwetterbedingungen, besondere Wetterlagen, Einsatzgrenzen durch Wind und Temperatur)
  • Flugbetrieb und Navigation (z.B. Flugvorbereitung, Einholung von Freigaben, Höhen- und Entfernungseinschätzung, Flugaerodynamik)

Die einzelnen Drohnenführerschein Prüfungsfragen zu den drei Fächern werden aus einer Sammlung von über 250 Fragen zufällig ausgewählt.
Haben Sie bereits eine Pilotenlizenz, ist kein weiterer Kenntnisnachweis notwendig.

Aufstiegserlaubnis ab 5 Kilogramm notwendig

Wiegt eine Drohne über 5 Kilogramm, soll sie nachts oder über bestimmten Gebieten fliegen, ist sogar für jeden einzelnen Flug eine Aufstiegserlaubnis der Landesluftfahrtbehörde notwendig (Einzelaufstiegserlaubnis). Für die Erteilung sind in Deutschland die Länder zuständig. Viele Bundesländer bieten auch eine allgemeine Aufstiegserlaubnis für ein bis zwei Jahre an. Eine Aufstiegserlaubnis für das gesamte deutsche Bundesgebiet gibt es nicht. Die meisten Bundesländer erkennen jedoch die Dokumente der anderen Länder an.
Übrigens: Für Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie z.B. das Technisches Hilfswerk, Feuerwehren, und andere Hilfs- und Rettungsdienste ist das Fliegen von Drohnen generell erlaubnisfrei.

Müssen Drohnen gekennzeichnet werden?

Auch das ist bei Drohnen Vorschrift: Ab einem Gewicht von 0,25 Kilogramm müssen sie gekennzeichnet sein, auch auf Modellflugplätzen. Das ist wichtig, um im Schadensfall schnell den Halter des Flugkörpers ermitteln zu können. Da sich bei Kollisionen oder Abstürzen Feuer entwickeln kann, muss die Kennzeichnung feuerfest sein. Mittlerweile haben sich als dauerhafte und feuerfeste Kennzeichnung Plaketten aus Aluminium mit eingraviertem Namen und Adresse etabliert. Wichtig: Die Kennzeichnung muss gut sichtbar angebracht sein.
Flughöhe – Wie hoch dürfen Drohnen fliegen?
Die maximale Flughöhe von Drohnen ist auf 100 Meter begrenzt. Generell dürfen unbemannte Flugobjekte aber nur in Sichtweite geflogen werden – und die kann auch mal unter 100 Metern liegen.
Ab einer Flughöhe von 100 Metern benötigen Sie unabhängig vom Gewicht der Drohne eine Aufstiegserlaubnis und einen Kenntnisnachweis bzw. Drohnenführerschein.

Flughöhe – Wie hoch dürfen Drohnen fliegen?

Die maximale Flughöhe von Drohnen ist auf 100 Meter begrenzt. Generell dürfen unbemannte Flugobjekte aber nur in Sichtweite geflogen werden – und die kann auch mal unter 100 Metern liegen.

Ab einer Flughöhe von 100 Metern benötigen Sie unabhängig vom Gewicht der Drohne eine Aufstiegserlaubnis und einen Kenntnisnachweis bzw. Drohnenführerschein.

Flugverbot – wo dürfen Drohnen nicht fliegen?

Unbemannte Fluggeräte wie Drohnen – ob privat oder gewerblich – dürfen nicht überall fliegen. Das Betriebsverbot gilt unter anderem

  • Für Flüge außerhalb der Sichtweite (für Geräte unter 5 Kilogramm)
  • In und über sensiblen Bereichen (z.B. Einsatzorte der Polizei und Rettungskräfte, Menschenansammlungen, Industrieanlagen oder Naturschutzgebieten, Verfassungsorgane, Bundes- oder Landesbehörden)
  • In Kontrollzonen von Flugplätzen
  • In An- und Abflugbereichen von Flughäfen
  • Über Wohngrundstücken ohne ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Grundstückseigentümer bzw. -bewohner (sofern die Drohne über 0,25 Kilogramm wiegt und in der Lage ist, Videoaufzeichnungen oder ähnliche Aufnahmen zu erstellen.

Ist eine Drohnenversicherung erforderlich?

Ja, eine Drohnenversicherung ist Pflicht. Denn wer eine Drohne steuert, läuft immer Gefahr, einen Schaden zu verursachen. Ob Sachschaden oder Personenschaden – wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, kann es richtig teuer werden.

Bei der GEV ist die Drohnenversicherung Bestandteil der Privathaftpflichtversicherung. Damit sind Schäden, die durch den Gebrauch Ihrer Drohnen und Quadrokoptern im Freizeit- und Hobbybereich verursacht werden können, genauso abgesichert wie zum Beispiel bei Fahrrädern und E-Bikes, vorausgesetzt, dass sie nicht mehr als 5 Kilogramm wiegen.

Für die gewerbliche Nutzung von Drohnen gelten andere Vorschriften. Für die muss eine separate Drohnenversicherung abgeschlossen werden. Generell greifen Drohnenversicherungen nur dann, wenn gültige Gesetze und Flugrichtlinien beim Steuern der Drohne eingehalten werden.

Wichtige Dokumente

Die vollständige Drohnenverordnung von 2017 können Sie auf den Internetseiten des BMVI als PDF-Datei (68 KB) herunterladen: Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten.

Die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 der Kommission vom 24. Mai 2019 über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge können Sie hier bereits einsehen

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