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RATGEBER

Eichhörnchen, Marder & Co. – die ungebetenen Hausbesucher

Tiere in der Großstadt: Dachse durchwühlen den Hausmüll, Wildschweine pflügen Gärten um, Eichhörnchen randalieren in Wohnungen, Marder ziehen in Dachböden ein. Lesen Sie hier, wie Sie vorbeugen können und ob Sie sich dagegen versichern können.

Hier schleicht sich ein freches Eichhörnchen in eine Wohnung und liegt auf der Lauer.

Dringen Eichhörnchen und andere Wildtiere in Dachböden oder Wohnräume ein, können sie durch Tierverbiss und Materialbeschädigungen erhebliche Schäden verursachen.

Eichhörnchen, Wildschweine, Marder – problematische Besucher

Wildtiere verlassen immer häufiger ihren Lebensraum und erobern den (Groß-)Stadtdschungel. Dabei richten sie nicht unerhebliche Schäden an. Wir sagen Ihnen, ob und welche Versicherung für solche Schäden aufkommt, und wie Sie am besten gegen Angriffe von kleinen und großen Plagegeistern vorbeugen können.

Vorsicht: Eichhörnchen!

Sie sehen niedlich aus und zuerst scheint auch alles ganz harmlos. Wenn in Städten Eichhörnchen beispielsweise auf Balkone kommen und dort Wallnüsse oder Obst vom Tisch stibitzen, freuen sich die Bewohner über die putzigen Tiere. Die werden mit der Zeit aber immer zutraulicher und damit fängt die Misere an. Irgendwann werden die Vierbeiner frech und übermütig und können zur Plage werden. Die Eichhörnchen klettern z. B. über Fallrohre sogar bis in den vierten Stock. Über offene Balkontüren oder Fenster gelangen sie in die Wohnungen und bedienen sich munter an Obst- und Nussschalen. Dabei nagen sie Möbel an und hinterlassen Kot oder Urinspuren auf Sofas oder Teppichen. Das ist ärgerlich! Nicht nur, dass es stinkt, aber auch die Reinigung ist mühselig und mitunter teuer. Und was ist, wenn es gar nicht gereinigt werden kann?

Achtung: Wildschweine!

Auch Wildschweine verirren sich immer häufiger in Wohngegenden und gehen hier auf Nahrungssuche. Dabei pflügen sie mit ihren Nasen ganze Beete und Rasenflächen um. Der Garten muss dann neu angelegt und zahlreiche Pflanzen erneuert werden. Das alles kostet.

Hilfe: Marder!

Marder nisten sich auf Dachböden ein, zerstören das Dämmmaterial, hinterlassen ihr großes und kleines Geschäft, wo es ihnen einfällt und als würde es nicht reichen, lärmen sie nachts herum. Der finanziellen Belastung für die Beseitigung, geht eine nervliche Belastung durch die gestörte Nachtruhe voran.

Wer kommt für Wildschäden auf?

Kommt es auf einem privaten Grundstück zu einem Wildschaden im Garten – etwa durch wühlende Wildschweine oder andere Tiere – stellt sich schnell die Frage nach dem Versicherungsschutz. Grundsätzlich kann die Wohngebäudeversicherung greifen, sofern entsprechende Schäden im vereinbarten Leistungsumfang enthalten sind.

Ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht, hängt vom gewählten Tarif und möglichen Zusatzbausteinen ab. Versichert sein können beispielsweise bestimmte Schäden an fest mit dem Grundstück verbundenen Anlagen oder an gärtnerisch angelegten Bereichen. Nicht automatisch eingeschlossen sind jedoch alle durch Tiere verursachten Schäden.

Daher empfiehlt es sich, einen Blick in die individuellen Vertragsunterlagen zu werfen oder sich beraten zu lassen, um zu klären, ob Wildschäden am Garten oder an Außenanlagen abgesichert sind.

Kommt es zu Wildtierschäden am Inventar – etwa an Gartenmöbeln oder anderen beweglichen Gegenständen –, kann grundsätzlich die Hausratversicherung zuständig sein. Ob ein solcher Schaden tatsächlich versichert ist, hängt jedoch vom jeweils vereinbarten Tarif und den zugrunde liegenden Versicherungsbedingungen ab. Schäden durch Tiere sind in vielen Hausratversicherungen nur eingeschränkt oder gar nicht versichert. Daher empfiehlt es sich auch hier, die Vertragsunterlagen zu prüfen oder direkt mit dem Versicherer zu klären, ob im konkreten Fall Versicherungsschutz besteht.

Für Mieter gilt: Sie müssen es nicht dauerhaft hinnehmen, wenn beispielsweise Wildschweine den Garten erheblich beeinträchtigen. In solchen Fällen kann der Vermieter verpflichtet sein, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Grundstück zu sichern und weitere Schäden zu verhindern. Welche Schritte im Einzelfall angemessen sind, hängt von den konkreten Umständen ab.

Unsere Tipps: So verhindern Sie Wildtierschäden

  1. Lassen Sie keine Lebensmittel bzw. Nahrungsmittel auf Balkonen, Terrassen oder im Garten stehen. Dazu gehören auch volle Futternäpfe von Hund und Katze. Die Gerüche locken die Wildtiere erst an.
  2. Werfen Sie keine gekochten Lebensmittelabfälle, Knochen- oder Käsereste auf einen offenen Kompost. Dies sind ebenfalls Leckereien für Ratten.
  3. Fallobst von Bäumen unbedingt entfernen. Hier bedienen sich in der Dunkelheit ebenfalls Wildtiere gern.
  4. Abfallsäcke oder Mülltonnen erst kurz vor der Abholung der Müllabfuhr an die Straße stellen.
  5. Eichhörnchen nicht anfüttern. Sie verlieren so ihre natürliche Scheu vor Menschen, werden zutraulich und trauen sich dann bis in die Wohnung.
  6. Sammeln Sie am Abend Spielzeug von Haustieren oder Kindern aus dem Garten ein und packen diese gut weg. Viele Wildtiere entdecken sonst ihren Spieltrieb.
  7. Wer Wildschweine aus dem Garten fernhalten möchte, sollte einen festen Gartenzaun um das Grundstück ziehen und diesen im Boden zu verankern.
  8. Lärm mögen Wildtiere nicht: Nutzen Sie beispielsweise Geräte aus dem Fachhandel, die hohe Frequenztöne verursachen oder Vibrationen erzeugen.
  9. Viele Tierarten stehen unter Naturschutz wie beispielsweise Maulwürfe. Diese dürfen nicht getötet werden.

Übrigens: Auch wenn Sie einen Waffenschein besitzen und eine Schusswaffe im Haus haben sollten, ist es nicht gestattet, Wildtiere (z. B. Wildschweine) im eigenen Garten zu erlegen. Dies darf nur der zuständige Jäger oder Jagdpächter.

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