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RATGEBER

Elementarschäden: So wichtig ist die Elementarschadenversicherung

Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 sowie die Starkregenereignisse der Jahre 2023 und 2024 zeigen: Wetterextreme nehmen zu. In Deutschland kommt es immer häufiger zu heftigen Naturkatastrophen. Schutz für Haus und Einrichtung bietet im Ernstfall eine Elementarschadenversicherung. Warum sie so wichtig ist, wo sie hilft und was sie leistet, lesen Sie in unserem GEV-Ratgeber.

Leisten Wohngebäude- und Hausratversicherung bei Elementarschäden?

Ein weitverbreiteter Irrtum: Viele Hausbesitzer glauben, dass sie über ihre Wohngebäudeversicherung und ihre Hausratversicherung gegen Naturgefahren abgesichert sind. Beide Versicherungen leisten insbesondere für Schäden, die durch Feuer, Blitzeinschläge, Sturm, Hagel und Leitungswasser entstehen. Schäden beispielsweise durch Starkregen oder Hochwasser sind dagegen nur über die Wohngebäude- und Hausratversicherung gedeckt, wenn zusätzlich auch der Baustein Elementarschadenversicherung vereinbart wurde.

In Deutschland waren laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) im Jahr 2024 nur 54 Prozent aller Wohngebäude gegen Naturgefahren wie Überschwemmung und Hochwasser versichert. Also relativ wenig, wenn man bedenkt, dass ein Haus meist die größte Investition unseres Lebens ist. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind dabei 99 Prozent der Häuser in Deutschland ohne Probleme versicherbar.

Unser Tipp: Liegt der Abschluss Ihrer Wohngebäude- und Ihrer Hausratversicherung schon länger zurück? Dann prüfen Sie am besten gleich, ob der einst gewählte Versicherungsschutz noch Ihren heutigen Anforderungen entspricht. Zum anderen ist es wichtig, dass Schäden durch Elementargefahren und Extremwetterereignisse über einen Zusatzbaustein mit abgedeckt sind.

Elementarschäden: Jeden kann es treffen

Infografik: Extremwetterereignisse kommen immer häufiger vor

Die Bilder der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021, bei der innerhalb von 24 Stunden bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter fielen, über 9 000 Gebäude schwer beschädigt wurden und mehr als 17 000 Menschen ihr Hab und Gut verloren, sind vielen noch präsent.

Auch die Weihnachts- und Neujahrsflut 2023/24 brachte im Norden und Westen Deutschlands Dauerregen über mehrere Wochen und führte zu großflächigen Überschwemmungen.

Und Ende Mai bis Anfang Juni 2024 sorgten in Bayern und Baden Württemberg Stark und Dauerregen für außergewöhnliche Hochwasser – teils mit mehr als dem 2,5 fachen Monatsniederschlag innerhalb weniger Tage, überfluteten Uferbereiche und zeigten die Verwundbarkeit ganzer Regionen. Elementarschäden können somit nahezu jeden treffen.





Hierfür leistet die Elementarschadenversicherung

Die Elementarschadenversicherung ist in der Regel ein optionales Versicherungsmodul in der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Sie deckt die sogenannten erweiterten Elementarschäden ab, die durch Naturrisiken entstehen. Das sind

  • Überschwemmung, u. a. durch Starkregen
  • Rückstau
  • Erdsenkung
  • Erdrutsch
  • Erdbeben
  • Schneedruck
  • Lawinen
  • Vulkanausbruch

Manche Tarife sehen für die Elementardeckung eine Wartezeit von zwei bis sechs Monaten vor. Nicht so zum Beispiel bei der GEV Versicherung. Hier beginnt der Versicherungsschutz bereits ab dem 8. Tag nach dem im Versicherungsschein genannten Zeitpunkt.

Brauche ich überhaupt eine Elementarversicherung?

Der Abschluss einer Elementarversicherung ist freiwillig. Aufgrund der zunehmenden Naturgefahren und daraus resultierenden meist großen Schäden wird jedoch die Forderung immer lauter, dass die Absicherung von Elementarschäden zur Pflicht wird. Denn tritt der Ernstfall erst einmal ein, sind die finanziellen Folgen fast immer immens.

Infografik: Ohne Schutz geht's vom Regen in die Traufe

Dennoch verzichten immer noch viele auf den Abschluss einer Elementarversicherung. Irrtümlicherweise verlassen sie sich darauf, dass bei Erdbeben, Hochwasser und Sturm Vater Staat hilft und für die Schäden aufkommt. Auch wenn es in der Vergangenheit tatsächlich umfangreiche Notfallhilfen gab, kann man nicht von damals auf heute oder morgen schließen. Bisherige staatliche Hilfen waren freiwillig. Hieraus ergibt sich kein Rechtsanspruch für zukünftige Hilfen.

Zudem machen zahlreiche Landesregierungen wie beispielsweise Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen Anhalt mittlerweile eine staatliche Unterstützung davon abhängig, ob eine Elementarversicherung abgeschlossen wurde. Besteht keine Elementarversicherung, müssen die Betroffenen nachweisen, dass sie sich bei verschiedenen Versicherern um Versicherungsschutz bemüht haben und keinen Elementarschutz für ihr Gebäude bekommen konnten.

Deshalb: Nur die Elementarschadenversicherung ist im Ernstfall verpflichtet, gegenüber dem Versicherten bei Schäden aus einer Naturkatastrophe zu leisten.

Wie das Risiko eines Hochwassers für Ihre Immobilie ist, können Sie hier herausfinden: Hochwasser-Check für's Haus.

Was kostet eine Elementarschadenversicherung?

Infografik: Rund jedes zehnte Gebäude ist einem hohen Überschwemmungsrisiko ausgesetzt

Auch wenn häufig behauptet wird, eine Elementarversicherung sei teuer: In den meisten Fällen ist der Beitrag hierfür deutlich niedriger als die Kosten für eine durchschnittlicheKfz-Vollkaskoversicherung. Und es gilt hier zu beachten, dass es hier nicht nur um das Auto geht, sondern um den Schutz des Eigenheims, das für die meisten von uns mehr ist als nur ein Haus. Ein Verlust ohne finanzielle Absicherung wäre wohl für die meisten existenzbedrohend.

Bei der Kalkulation des Beitrags werden einerseits Merkmale des Gebäudes wie die Bauartklasse berücksichtigt. Vor allem aber ist maßgeblich, wie häufig Naturgefahren wie Erdbeben, Regenhäufigkeit, Sturmgefahren statistisch auftreten. Ein wichtiges Kriterium ist das Überschwemmungsrisiko. Um die Gefahr für die jeweilige Region richtig einschätzen zu können, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen, genannt „ZÜRS Geo“, entwickelt.

ZÜRS Geo zeigt an, welches Gebäude in welchem Ausmaß hochwassergefährdet ist. Es hilft den Versicherern bei der risikogerechten Berechnung des Beitrags. Über 21 Millionen Adressen sind in ZÜRS enthalten. Je nach Höhe des Überschwemmungsrisikos ist jede Adresse einer der vier Gefährdungsklassen zugeordnet:

  • Klasse 1: nach gegenwärtiger Datenlage nicht vom Hochwasser größerer Gewässer betroffen
  • Klasse 2: statistisch seltener als einmal in 100 Jahren Hochwasser
  • Klasse 3: statistisch einmal in 10 bis 100 Jahren ein Hochwasser
  • Klasse 4: statistisch einmal in 10 Jahren ein Hochwasser

Versicherungsvergleich Elementar – ja, aber richtig!

Wer sich für eine Elementarversicherung interessiert, wird sicherlich vor dem Abschluss einen genauen Preis- und Leistungsvergleich durchführen. Denn sowohl die Prämien und auch die Leistungen variieren von Versicherer zu Versicherer. Bei einem Vergleich der Elementarversicherungen sollte jedoch nicht nur der Preis in Betracht gezogen werden, sondern vor allem das Leistungsspektrum. Ein weiteres wichtiges Vergleichskriterium für die Elementarversicherung ist die Erfahrung und Kompetenz des Versicherers. Denn gerade bei einem so folgenreichen Risiko wie die Naturgefahren kommt es auch auf eine gute Beratung und unkomplizierte Abwicklung im Schadenfall an.

Wer zahlt die Elementarschadenversicherung?

Wer im eigenen Haus wohnt, hat die Kosten für die gebäudebezogenen Versicherungen selbst zu tragen. Ist das Haus oder die Wohnung vermietet, können die Beiträge für die Elementarversicherung auf den Mieter umgelegt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass darüber eine Vereinbarung im Mietvertrag getroffen wurde. Das gilt übrigens für alle umlegbaren Betriebskosten. Ist keine Vereinbarung getroffen, braucht der Mieter nur die Grundmiete zu zahlen.

Unser Rat: Schließen Sie eine Elementarversicherung ab

  • Wenn Sie Immobilienbesitzer sind: Unabhängig davon, ob Sie in einer Risikozone für Naturgefahren leben oder nicht, sollten Sie ergänzend zu Ihrer Wohngebäude- und Ihrer Hausratversicherung eine Elementarschadenversicherung haben. Denn nur dann sind Sie ausreichend gegen die finanziellen Folgen aus Elementarschäden geschützt.
     
  • Wenn Sie Mieter sind: Dann ist eine Elementarversicherung zur Hausratversicherung wichtig, damit bei einem Elementarschaden auch Ihr Hab und Gut abgesichert ist. Denn im Schadenfall leistet eine eventuelle Elementarversicherung der Hausverwaltung für die Schäden am Gebäude, aber nicht für die zerstörten Möbel und Innenausstattung.

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung am besten aus einer Hand

Infografik: Wer vorsorgt, hat eine Sorge weniger

Ob das Dach durch einen Sturm abgedeckt wurde oder das Haus durch einen Rückstau infolge von Starkregen geflutet wurde, meist werden sowohl das Gebäude als auch die Einrichtungsgegenstände und Möbel beschädigt. So kommt einerseits die Elementarversicherung aus der Wohngebäudeversicherung für Schäden am Gebäude und allen mit ihm fest verbundenen Teilen auf. Die Elementardeckung aus der Hausratversicherung deckt dagegen Hausrat, Inventar und Einrichtungsgegenstände.

Auch wenn Wohngebäude- und Hausratversicherung zwar Schutz für unterschiedliche Sachen und Gegenstände bieten, so ist beides doch eng miteinander verbunden. Und das kann sich insbesondere auch im Schadenfall auswirken. Gut beraten ist, wer seine Immobilie und seinen Hausrat in einer Hand, das heißt, bei einem Versicherer versichert hat.

Die Vorteile liegen auf der Hand: eine Schadenmeldung, ein Sachverständiger, ein Ansprechpartner und aufeinander abgestimmter, lückenloser Versicherungsschutz. Zudem erspart es Diskussionen und Streitigkeiten, wer was im Schadenfall leisten muss. Und viele Versicherer gewähren obendrauf noch Beitragsrabatte, wenn sowohl Hausrat als auch Wohngebäude zusammen versichert sind.

Sie haben Fragen rund um die Absicherung Ihrer Immobilie? Sprechen Sie uns an. Wir beraten wir Sie gerne auch persönlich. Mit über 125-jähriger Expertise als Spezialversicherer wissen wir, worauf es beim Versicherungsschutz rund um Gebäude und Hausrat ankommt.

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