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Die Kosten einer Gebäudeversicherung richtig einschätzen

Die Kosten der Gebäudeversicherung hängen von zahlreichen Faktoren ab. Ein Vergleich lohnt sich daher am ehesten auf der Basis übereinstimmender Daten und Leistungen. Damit Sie den Durchblick im Preis-Leistungs-Verhältnis der Gebäudeversicherer erlangen, haben wir die wichtigsten Preismerkmale für Sie zusammengestellt.

Kleine und ganz kleine Gebäudemodelle aus Holz, dawzsichen Gruppen von Münzstapeln. Symbol für das Thema: Zusammensetzung der Kosten der Gebäudeversicherung.

Die Kosten der Gebäudeversicherung hängen auch von der Größe des Gebäudes ab. Weitere Faktoren sind Gebäudedaten wie Nutzung, Alter, Vorschäden, Lage und Status Quo der Gebäude-Sanierung.

 

Die Zusammensetzung der Kosten einer Gebäudeversicherung

Einfluss auf den Preis haben zum Beispiel der Wiederaufbauwert des Gebäudes, Tarif und versicherte Gefahren, Lage und Nutzung des Objektes oder auch besondere Risikoumstände. Beim  Wiederaufbauwert geht um die Frage, was es kostet ein vergleichbares Gebäudes neu zu errichten.

Kosten abhängig vom Gebäudegröße

Ganz egal, wie groß ein Gebäude ist, es braucht Versicherungsschutz. Die Kosten der Gebäudeversicherung variieren mit der Größe des Objekts oder genauer gesagt mit dessen Wiederaufbauwert. Dieser wird anhand folgender Parameter berechnet: Wohnfläche, Baujahr, Anzahl der Geschosse, Dach- und Kellerausbau, Bauweise und Dachart. Auch besondere Ausstattungen wie sehr hochwertige Materialien oder ein Schwimmbad im Haus werden berücksichtigt. Dazu kommen die Grundstücksbestandteile, zum Beispiel ein Carport oder technische festmontierte Objekte wie eine Photovoltaikanlage.

Bei der Erstellung eines Angebots sollten Versicherer alle Merkmale abfragen, denn nur so kann ein ausreichender Versicherungsschutz durch die Gebäudeversicherung gewährleistet werden. Der Versicherungswert und damit auch die Versicherungssumme sollten so bemessen sein, dass ein Wiederaufbau der gleichen Immobilie abgedeckt ist. Sparen lohnt sich bei der Versicherungssumme nicht, denn eine Unterversicherung kann im Schadenfall richtig teuer werden.

Jedes Haus ist individuell - korrekte Gebäudedaten sind grundlegend

Die passende Versicherungssumme bzw. die richtig angegebenen Gebäudedaten sind eine wesentliche Grundlage der Beitragsberechnung in der Gebäudeversicherung. Prinzipiell geht es den Versicherern aber auch darum, das zu versichernde Risiko zu beurteilen. Denn der Eintritt eines Schadenfalls muss für alle Versicherten in etwa gleich wahrscheinlich sein. Die genauen Kosten der Gebäudeversicherung werden deshalb von weiteren Eigenschaften des Gebäudes oder dessen Nutzung beeinflusst:

  • Bewohnt oder unbewohnt: Bei unbewohnten Immobilien erhöht sich das Risiko für manche Schäden und damit auch die Kosten der Gebäudeversicherung. Das gilt übrigens auch für nur zeitweise bewohnte Häuser, wie zum Beispiel Ferienimmobilien.
  • Denkmalschutz: Reparaturen oder gar ein Wiederaufbau müssen unter Einhaltung strenger Richtlinien erfolgen. Das ist teuer und wirkt sich damit auf die Beitragsberechnung aus.
  • Private Nutzung oder Gewerbe: Manche Gewerbe erhöhen das Risiko zum Beispiel für Feuerschäden. Höheres Risiko bedeutet auch höherer Preis.
  • Lage des Gebäudes: Liegt das Haus in einem potenziellen Überschwemmungsgebiet und soll gegen weitere Elementarschäden versichert werden, geht dies meist nur gegen einen Beitragsaufschlag.
  • Hohes Alter und Sanierungsbedarf: Ist das Versicherungsobjekt in keinem guten Zustand, können Sturmereignisse und andere Gefahren umso größere Schäden anrichten. Das muss fairerweise bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags berücksichtigt werden.
  • Vorschäden: Hat der Vorversicherer womöglich wegen zahlreicher Leitungswasserschäden gekündigt, könnte ein veraltetes Rohrsystem dahinterstecken. Viele Versicherer veranschlagen deshalb Beitragszuschläge, zumindest bis eine Sanierung erfolgt ist.

Bestehen bei Ihrem Gebäude besondere Gefahrenumstände, sollten diese bei einem Preisvergleich unbedingt berücksichtigt werden. Denn auch hier gilt: Fehlende Angaben können im Versicherungsfall zu Kürzungen der Entschädigung führen.

Der Versicherungsumfang ist entscheidend

Stehen die Versicherungssumme und besondere Risikomerkmale des Objekts fest, geht es um die Ermittlung des Versicherungsbedarfs. Auch davon hängt ab, wie viel Sie für Ihren Versicherungsschutz ausgeben müssen. Während es zuvor um Fakten ging, sind nun einige Entscheidungen zu treffen:

  • Versicherte Gefahren: Die Gebäudeversicherung umfasst die Gefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel. Möglich ist oft auch die Absicherung einzelner Gefahren, doch zu empfehlen ist das nicht. Denn bei jeder Gefahr können immense Schäden mit hohen Kosten entstehen.
  • Elementarschutz: Die Absicherung sogenannter weiterer Elementarschäden wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben oder Schneedruck kann sinnvoll sein. Deutschland ist in ZÜRS Zonen (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) eingeteilt, die die individuelle Gefahr jedes einzelnen Grundstücks angeben. Je höher diese ist, desto bedeutsamer ist der Versicherungsschutz und desto höher ist auch der Beitrag und somit die Kosten der Gebäudeversicherung.
  • Tarifauswahl: Die meisten Gebäudeversicherer haben mehrere Tarifvarianten im Angebot. So gibt es oft einen Basis-Tarif, einen mittleren und einen besonders umfassenden Tarif. In der Basis-Tarifvariante sollten alle grundlegenden Gefahren und Kosten abgedeckt sein. Bei den teureren Tarifen erhöhen sich Entschädigungsgrenzen oder sie entfallen ganz. Der genaue Preis-Leistungs-Vergleich von Versicherungsprodukten unterschiedlicher Versicherer ist schwierig. Es lohnt sich ein Blick in die Tarifbeschreibungen – so können Sie entscheiden, welche Leistungen enthalten sein sollen.
  • Sonderleistungen: Heutige Versicherungsprodukte setzen auf eine möglichst bedarfsgerechte Gestaltung. Neben verschiedenen Tarifen existieren oft noch Zusatzpakete mit besonderen Serviceleistungen. Sinnvolle Ergänzungen können zum Beispiel die Absicherung der Gebäudeverglasung oder ein schneller Reparaturservice im Schadenfall sein.

Einsparpotentiale - Rabatte und Selbstbeteiligung

Neben unterschiedlichen Tarifen und Beitragszuschlägen gibt es bei den Gebäudeversicherungskosten zum Glück auch Möglichkeiten für Beitragsnachlässe und Rabatte. Hier kommt es auf das versicherte Risiko und die Vertragsgestaltung an:

  • Neubaurabatt: Wird Ihr Gebäude neu errichtet, sollten Rohre und Dachziegel erstmal einiges aushalten. Deshalb gibt es bei den meisten Versicherern zunächst eine Beitragsvergünstigung.
  • Schadenfreiheitsrabatt: Nicht nur KFZ-Versicherer, sondern auch manche Gebäudeversicherer belohnen schadenfreie Jahre mit einem günstigeren Beitrag.
  • Selbstbeteiligung: Wer kleine Schäden lieber selbst behebt, kann Kosten für die Gebäudeversicherung einsparen. Denn davon profitieren beide Seiten.
  • Jährliche Zahlungsweise: Bei Ratenzahlung des Versicherungsbeitrags werden Zuschläge fällig. Die lassen sich ganz einfach einsparen.
  • Bündelrabatt: Manche Versicherer belohnen ihre Kundinnen und Kunden mit einem Beitragsnachlass, wenn zum Beispiel weitere Verträge abgeschlossen werden.
  • Rabatte für besondere Berufsgruppen oder Kooperationen: Wie eigentlich bei allen Rabatten lohnt es sich beim Versicherer nachzufragen. Denn nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, welche Rabatte gegeben werden.

Beachten Sie genau, wie lange oder unter welchen Umständen ein Beitragsrabatt gewährt wird. Denn manche Nachlässe sind zeitlich befristet oder an Voraussetzungen geknüpft. Damit Sie die Kosten für die Gebäudeversicherung auch für die Folgejahre im Blick behalten, sollten Sie das in Ihren Vergleich mit einbeziehen.

Und wieviel kostet nun eine Gebäudeversicherung im Jahr?

Ein exakter Preis-Leistungs-Vergleich ist aus den genannten Gründen kompliziert. Dennoch haben wir uns mal ein paar Beispiele angeschaut, damit Sie eine ungefähre Preisvorstellung erhalten.

Das erste Beispiel ist die Gebäudeversicherung eines selbstbewohnten Einfamilienhauses mit zwei Stockwerken und einer Wohnfläche von 200 m². Weitere Merkmale sind: Baujahr 2000, massive Bauweise, harte Dachung, normale Ausstattung, ohne Dachausbau und Keller, mit Carport und ohne Vorschäden. Versichert werden sollen die Gefahren Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel ohne Extras. Basistarife starten hier bei etwa 380 € Jahresbeitrag. Ab etwa 450 € ist das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich besser. Und wenn es einiges mehr sein darf, exklusive Tarife beginnen bei 500 € und reichen bis über 1.000 € im Jahr.

Unser zweites Beispiel ist ein im Jahr 2000 erbautes und vermietetes Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten sowie 900 m² Wohnfläche auf vier Stockwerken, Keller und ausgebautem Dach. Auch hier haben wir eine massive Bauweise und harte Dachung. Dazu gibt es hochwertige sanitäre Einrichtungen und Edelholztüren. Versichert werden sollen neben Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel auch Elementarschäden und die Gebäudeverglasung. Vorschäden sind nicht eingetreten. Recht gute Tarife sind bereits mit einem Jahresbeitrag von etwa 2.000 € zu haben. Ab 2.400 € aufwärts lassen sich die Leistungen nochmal deutlich steigern. Besonders starke Tarife sind nicht viel teurer, können aber auch über 4.000 € kosten. Die Spannen sind also enorm und ein genauer Vergleich lohnt sich.

Vergleichsanbieter im Internet bieten Ihnen einen Überblick über aktuelle Tarife der Gebäudeversicherer auf der Basis Ihres Objektes und den gewünschten Leistungen. So verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck. Den zweiten Eindruck bietet eine persönliche oder telefonische Beratung direkt beim Versicherer. Oft haben auch die auf ihren Internetseiten Tarifrechner mit Leistungsübersichten. Den GEV-Tarifrechner finden Sie hier.  

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