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Giftige Pflanzen im Garten: Was tun?

Giftpflanzen haben es in sich. Sie locken damit, pflegeleicht zu sein und dabei schön auszusehen. Doch hat das seinen Preis: Giftige Pflanzen im Garten können für Mensch und Tier zur Gefahr werden.

Eine schöne Katze blickt skeptisch auf die Topfazalee. Weiß die Katze, dass alle Pflanzenteile dieser Rhododendronart giftig ist?

Eine wunderschöne Katze sitzt neben einer Topfazalee. Die Topfazalee gehört zur Gattung Rhododendron. Wahrscheinlich weiß die Katze, dass alle Pflanzenteile dieser Rhododendronart für Katzen und Hunde giftig sind und blickt deswegen so skeptisch in die Kamera.

 

Giftige Pflanzen im Garten: Das ist jetzt zu tun

Giftige Pflanzen lassen sich auch in deutschen Gärten finden, denn sie sind oft ein Blickfang. Dabei wissen viele Gärtnerinnen und Gärtner nicht, dass eine Pflanze für Menschen oder Tiere gefährlich sein kann. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei einem Vergiftungsverdacht tun müssen und erklären Ihnen, worauf Sie bei giftigen Pflanzen im Garten achten müssen.

 

Bei Vergiftungsverdacht: sofort 112 anrufen!

Wenn Sie erste Anzeichen einer Vergiftung (u. a. Übelkeit, Rötung der Haut, Husten, Erbrechen Atemnot) entdecken, rufen Sie sofort 112 an und verständigen Sie den Rettungsdienst. Außerdem sollten Sie eine Giftnotzentrale anrufen.

Machen Sie dabei folgende Angaben:

  • Wer und wie alt ist die betroffene Person? (Kind? Erwachsener?)
  • Ungefähres Körpergewicht
  • Zeitpunkt der Gifteinnahme
  • Art des Giftes, Name der Giftpflanze
  • Menge der Gifteinnahme
  • Symptome
  • IhreKontaktdaten für einen Rückruf

Nehmen Sie die vermutete Giftpflanze mit, wenn Sie aufgefordert werden, in das nächste Krankenhaus zu fahren. Verwenden Sie dabei Gummihandschuhe, um eine Vergiftung durch Berührung auszuschließen.

 

Das dürfen Sie bei Vergiftungen nicht tun

  • Bringen Sie die betroffene Person nicht zum Erbrechen!
  • Verabreichen Sie keine Milch!

 

Das müssen Sie bei Vergiftungen tun

  • Stabile Seitenlage, falls die Person am Boden liegt!
  • Kohletabletten nach Rücksprache mit Arzt oder Giftnotruf!
  • Ausreichend Flüssigkeit verabreichen, nach Rücksprache mit Arzt oder Giftnotruf!
  • Maßnahmen zum Eigenschutz beachten: Handschuhe bei Giftpflanzen!

 

Wie findet man heraus, ob eine Pflanze im Garten giftig ist?

Leider gibt es keine allgemeingültige Regel nach der giftige Pflanzen im Garten bestimmt werden können. Sie können unterschiedliche Farben und Formen annehmen: Mal tragen sie Früchte, mal tragen sie keine. Manchmal sehen sie anderen essbaren Kräutern zum Verwechseln ähnlich. Hier hilft nur, Experten zu Rate zu ziehen.
Neben dem guten alten Gartenlexikon, gibt es mittlerweile Apps wie z.B. Picture This, mit deren Hilfe Sie Pflanzen ganz einfach bestimmen können. Es funktioniert wirklich sehr einfach: mit dem Smartphone fotografieren Sie die verdächtige Pflanze und die umfangreiche Datenbank wird nach passenden Einträgen durchsucht. Ist die Pflanze bestimmt, erhalten Sie reichhaltige Informationen, Pflegeanleitungen sowie Empfehlungen und werden ausführlich auf Gefahren im Umgang mit der Pflanze hingewiesen.

 

Welche giftigen Pflanzen im Garten sind am gefährlichsten in Deutschland?

Viele der in unseren Gärten sehr beliebte Pflanzen sind auch Giftpflanzen. Die häufigsten sind diese fünf:

  1. Eibe
  2. Blauregen
  3. Oleander
  4. Engelstrompete
  5. Herbstzeitlose

 

Eibe: ein giftiger Nadelbaum im Garten

Die Eibe ist ein heimischer Nadelbaum, bei dem fast alle Pflanzenteile hochgiftig sind. Das Fruchtfleisch der roten Beeren ist der einzige Bestandteil, der nicht giftig ist. Alle anderen Pflanzenteile enthalten das giftige Taxin, das bei geringen Mengen zu Atemlähmung und Herzversagen führt. Der Verzehr der giftigen Pflanzenteile ist dabei besonders gefährlich.

 

Blauregen: eine giftige Zierpflanze

Alle Pflanzenteile des Blauregens sind giftig. Der Verzehr ist dabei besonders gefährlich. Schwindel, Übelkeit, massive Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall treten bei einer Vergiftung auf. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu einem Kreislaufkollaps und zum Tod. Diese Giftpflanze im Garten ist auch für Hunde, Katzen und andere Haustiere sehr gefährlich.

 

Oleander: beliebt und giftig

Die Blätter des Oleanders sind besonders giftig, da hier die höchste Giftkonzentration vorhanden ist. Beim Oleander sind jedoch alle Pflanzenteile stark giftig, sowohl bei Hautkontakt, als auch beim Verzehr. Bei Kontakt entstehen Hautreizungen, Rötungen und Juckreiz. Bei Verzehr sind hingegen Kopfschmerzen, Krämpfe und Magen-Darm-Beschwerden die Folge. Bei schweren Vergiftungen kann es zum Tod kommen.

 

Engelstrompete: Der Name Teufelskraut passt besser

Der Verzehr von Wurzeln oder Samen führt bei der Engelstrompete bereits bei einer Dosis von 0,4 Gramm zum Tod. Damit ist diese giftige Pflanze im Garten vollkommen ungeeignet. Zu den möglichen Symptomen zählen Erbrechen und Durchfall, Sehstörungen, Herzbeschwerden, Halluzinationen und Atemstillstand.

 

Herbstzeitlose: sehr schön und sehr giftig

Alle Pflanzenteile der Herbstzeitlose sind sehr giftig. Die Blätter, Knollen, Samen oder Blüten führen bei Verzehr im schlimmsten Fall zum Tod. Typische Symptome bei Verzehr sind Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese treten bereits kurz der Einnahme der Giftpflanze ein.

 

Tabelle: Die 5 häufigsten giftigen Pflanzen in Deutschlands Gärten


Giftige Pflanzen im Garten

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Was macht giftige Pflanzen im Garten so gefährlich?

Die größte Gefahr besteht für Kinder. Giftpflanzen sehen meistens sehr schön aus und sind auffällig. Und: Kleine Kinder stecken alles in den Mund. Bei manchen dieser Pflanzen können deren Früchte oder Beeren saftig aussehen, gut schmecken und gleichzeitig extrem giftig sein. Daher sollten Sie Kinder früh darüber aufklären, dass sie keine Pflanzen und Beeren in den Mund nehmen sollen.

Die zweite Gefahr liegt in der oftmals verzögerten Entfaltung von Symptomen. Der Verzehr von Giftpflanzen im Garten wird somit nur spät bemerkt – oftmals leider zu spät. Daher ist es sehr wichtig, bereits bei ersten verdächtigen Symptomen wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Hautausschlag zu reagieren und den Notruf mit 112 anzurufen. Gehen Sie bei einer möglichen Vergiftung lieber auf Nummer sicher!

Besonders tragisch ist die dritte Gefahr von giftigen Pflanzen im Garten: Es gibt meist kein Gegengift für die Toxine von Giftpflanzen. Ist das Gift erst einmal im menschlichen Körper angekommen, muss der Körper selbst damit umgehen. Kohletabletten können Giftstoffe binden und einen Unterschied machen. Ansonsten können Krankenhäuser Maßnahmen wie Magenspülungen einleiten und den Kreislauf des Körpers durch Medikamente oder Maschinen stabilisieren.

 

So entfernen Sie Giftpflanzen im Garten richtig

Wenn Sie giftige Pflanzen im Garten entfernen wollen, benötigen Sie die richtige Ausrüstung. Damit Sie eine versehentliche Berührung mit den Giftpflanzen vermeiden, sollten Sie folgendes vorbereiten:

  • Feste und abwaschbare Schuhe
  • Langes Hemd und Hose
  • Gartenhandschuhe
  • Gartenschere
  • Grabegabel
  • Alkohol
  • Unkrautvernichtungsmittel
  • eine große Plastiktüte

Mit der Gartenschere schneiden Sie die giftigen Pflanzen im Garten unter Bäumen, Sträuchern und Beeten ab. Reinigen Sie nach der Arbeit die Schere mit Alkohol.

Bei giftigen Kletterpflanzen schneiden Sie mit der Schere die Ranken ab. Den Wurzelballen entfernen Sie mit der Grabegabel. Auch hier sollten Sie das Arbeitsgerät mit Alkohol reinigen.

Kleine Giftpflanzen können Sie entweder mit Unkrautvernichter oder mit der Grabegabel entfernen. Achten Sie beim Einsatz vom Unkrautvernichter darauf, dass dieser nicht auf nützliche Pflanzen im Garten übergreift.

Für mehr Garten-Tipps: Unser Ratgeber zum Thema Unkraut im Garten erklärt Ihnen, welches Unkraut den Namen nicht verdient und welches doch aus dem Garten raus muss.

Für Tiere gefährliche Giftpflanzen

Die oben genannten giftigen Pflanzen sind nicht nur für Menschen eine Gefahr. Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen können gefährliche Pflanzen fressen. Gerade giftige Zimmerpflanzen sowie für Tiere giftige Pflanzen im Garten sollten Sie unbedingt vermeiden. Wir haben für Sie zusammengefasst, welchen weiteren Giftpflanzen Tiere im Zimmer, im Garten und in der freien Natur begegnen können.

 

Diese giftigen Pflanzen im Garten sind für Hunde gefährlich

  • Krokus
  • Tulpen
  • Hyazinthe
  • Narzisse
  • Blaustern
  • Primel
  • Schlüsselblume
  • Goldregen
  • Glyzinie
  • Hortensie
  • Efeu
  • Eberesche
  • Stechpalme

 

Diese Giftpflanzen im Garten sind für Katzen gefährlich

  • Weihnachtssterne
  • Azaleen
  • Lilien
  • Birkenfeige
  • Drachenbaum
  • Wüstenrose
  • Ritterstern
  • Dreikantige Wolfsmilch
  • Tulpen
  • Begonien
  • Buchsbaum
     

 

Fazit: Giftige Pflanzen im Garten erfordern viel Aufmerksamkeit

Giftige Pflanzen im Garten sehen oft schön aus, können aber sehr gefährlich sein. Gerade Kinder sind hier gefährdet. Um die Gefahr einzudämmen, können Sie Sicherheitszäune oder Abstandshalter um das schöne Grün ziehen. Oder Sie entfernen die Giftpflanzen mit Stumpf und Stiel, zumindes solange die Kinder klein sind. Der NABU hingegen plädiert dafür, mit den Giftpflanzen leben zu lernen, da sie zum Artenreichtum beitragen und fast alle heimischen Pfanzen giftige Teile besitzen.

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