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Haftpflichtversicherung für Kinder – darauf müssen Sie bei der Mitversicherung Ihrer Kinder achten

Ball spielen, unbekümmert Schabernack treiben und dabei nicht auf die Zeit achten müssen. Kind sein hat viele Vorteile und gilt nicht umsonst als die glücklichste Zeit des Lebens. Was aber wenn beim sorglosen Spielen nicht nur die eigene Vase, sondern das Erbstück des Nachbarn, oder noch schlimmer, der Nachbar selbst zu Schaden kommt? Wann und wie Ihre Kinder im Schadenfall richtig abgesichert sind und welche Besonderheiten es bei der Mitversicherung in der Privathaftpflicht für Kinder gibt, erfahren Sie hier.

Kinder machen Quatsch und haben auch mal schlechte Laune. Gelegentlich geht etwas zu kaputt, dass dann ersetzt werden muss. Kommt die elterliche Haftpflichtversicherung für die Kinder auf? Ab wann müssen erwachsene Kinder eigene Haftpflichtversicherungverträge abschließen?

Kinder sind meistens süße Engel, aber manchmal eben auch nicht. Dann ist es gut zu wissen, ob der angerichtete Schaden von der Haftpflichtversicherung erstattet wird.

Privathaftpflicht für Ihre Kinder – wann sind die Kinder mitversichert?

Die wichtigste Frage, die sich Eltern bezüglich der Mitversicherung ihrer Kinder stellen, ist, wann und wie lange die Kinder mitversichert sind. Minderjährige Kinder, die im Haushalt leben, sind in einer Familienhaftpflichtversicherung generell mitversichert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die leiblichen Kinder handelt, oder um die eigenen Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder. Auch geistig beeinträchtigte Kinder sind durch einen Familientarif abgesichert. In einer Privathaftpflichtversicherung ist es möglich, alle minderjährigen Mitglieder einer Patchwork-Familie gegen verursachte Personen-, Sach- und Vermögensschäden zu versichern.

Private Haftpflichtversicherung für Ihr volljähriges Kind

Volljährige Kinder sind in der Regel unter folgenden Umständen mitversichert:

  • Sie sind unverheiratet und leben nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Sie befinden sich in einer Schulausbildung
  • Sie leisten Grundwehrdienst oder ein freiwilliges soziales Jahr
  • Sie beginnen innerhalb von 12 Monaten Wartezeit eine Erstausbildung, ein Erststudium, den Grundwehrdienst oder ein freiwilliges soziales Jahr

In folgenden weiteren Fällen ist Ihr Kind nicht mehr mitversichert:

  • Wenn sie nach abgeschlossener Ausbildung berufstätig sind
  • Während einer 2. Ausbildung oder einem Zweitstudium
  • Wenn die Wartezeit von 12 Monaten überschritten wird

In diesen Fällen ist eine separate Privathaftpflichtversicherung erforderlich, es sei denn die Kinder sind ledig, sie wohnen noch zu Hause und Ihr Versicherungstarif enthält eine sogenannte Angehörigenklausel. Dies beinhaltet u.a. eine Weiterversicherung Ihrer Kinder über die obigen Voraussetzungen hinaus.

Mitversicherung über den Vertrag der Eltern

Die folgende Grafik zeigt auf einen Blick, wann die Mitversicherung in der privaten Haftpflichtversicherung für Kinder greift und wann eine gesonderte Privathaftpflicht abgeschlossen werden muss:

Mitversicherung über den Vertrag der Eltern oder über eigene Versicherung?

Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, ob Ihr Kind im speziellen Einzelfall mitversichert ist, informieren Sie sich beim Versicherer Ihrer privaten Haftpflichtversicherung, welche Leistungen wann eingeschlossen sind.

Tipp: Wenn die Kinder aus dem Haus sind und über eine eigene private Haftpflichtversicherung verfügen, lohnt es sich oft auch die eigene Police anzupassen. Häufig gibt es günstigere Partnertarife oder es ist bereits möglich einen speziellen Seniorentarif, wie die Privathaftpflicht 60 plus zu versichern.

Privathaftpflicht für Kinder während eines Auslandsaufenthalts

Vor allem die Zeit nach dem Abitur wird gerne für ein „Work and Travel“ oder ein Au-Pair-Jahr genutzt. Aber auch Austauschprogramme während der Schulzeit und Auslandssemester im Studium sind inzwischen sehr beliebt. Solche Unterbrechungszeiträume gelten bei der Mitversicherung in der Haftpflichtversicherung oft als Sonderfälle und sollten vor dem Aufenthalt im Ausland auf jeden Fall mit der Versicherung abgeklärt werden. Je nach Tarif und Produktleistungen des Versicherers gibt es hier Unterschiede. Deshalb sollten Sie sich die Leistungen Ihrer Versicherung vor einem solchen Auslandsaufenthalt entsprechend überprüfen lassen.

Wie greift die private Haftpflichtversicherung für Kinder?

Um die Frage zu klären, ob ein Kind für einen verursachten Schaden verantwortlich ist, muss zunächst geprüft werden, ob das Kind deliktsfähig ist, d.h. ob es in der Lage ist, die Auswirkungen seines Handelns abzuschätzen. Der Gesetzgeber unterscheidet verschiedene Abstufungen von Deliktsfähigkeit, die sich maßgeblich nach dem Alter des Kindes richten.

  1. Kinder bis 7 Jahre
    In dieser Altersgruppe spricht man von nicht deliktsfähigen Kindern. Es bedeutet, dass sie nicht für verursachte Schäden verantwortlich sind.
  2. Kinder im Alter von 7 bis 18 Jahren
    In dieser Altersgruppe spricht man von „bedingt deliktsfähig“. Kinder in diesem Alter, sind für die durch sie entstandenen Schäden, nach dem Grad ihres Entwicklungsstandes verantwortlich.
  3. Besonderheit Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren
    Kinder in diesem Alter sind bei Unfällen mit KFZ, Schwebebahnen und Schienenfahrzeugen nicht deliktsfähig und damit für entstandene Schäden nicht verantwortlich. Wenn der entstandene Schaden jedoch vorsätzlich durch das Kind verursacht wurde, gilt diese Ausnahme nicht.
  4. Ausnahme
    Bei einer psychischen Krankheit, Behinderung oder Bewusstlosigkeit sind nicht nur minderjährige, sondern auch volljährige Kinder deliktsunfähig.
     
    Auch wenn ein Kind für einen verursachten Schaden nicht verantwortlich ist, besteht Versicherungsschutz über die Privathaftpflichtversicherung. Der Versicherer prüft an Sie gestellte Ansprüche. Ist ein Anspruch nicht gerechtfertigt, wehrt er diesen für Sie gegenüber der geschädigten Person ab, notfalls auch bis vor Gericht, hierbei profitieren Sie von einer Art passiven Rechtschutzfunktion.

Fühlen sich Eltern moralisch dazu verpflichtet, dennoch für Schäden durch ihre nicht deliktsfähigen Kinder aufzukommen, z.B. bei Freunden und Bekannten, besteht die Möglichkeit spezielle Versicherungstarife abzuschließen.

Wann haften Eltern für Ihre Kinder?

Eine besondere Rolle kommt hierbei der Aufsichtspflicht der Eltern zu. Wenn Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzen, können sie für den Schaden verantwortlich gemacht werden. Ob eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, hängt immer von folgenden Faktoren ab:

  • Alter des Kindes
  • Charakter des Kindes
  • Entwicklungsstand des Kindes
  • Konkrete Schadensituation

 „Eltern haften für ihre Kinder“ ist daher nicht immer zutreffend.

 

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