Hausmittel gegen Ameisen - Wie kann man Ameisen im Haus bekämpfen?
Stand: Juni 2026 – Erstellt von der GEV-Redaktion
Im Sommer haben Ameisen Hochsaison. Angelockt vom Duft der Nahrungsmittelreste, kommen sie durch Ritzen und Spalten auch ins Haus oder in die Wohnung. Was Sie bei Ameisenbefall tun sollten und welche Maßnahmen zur Vorbeugung dienen.
Ameisen werden durch Nahrungsreste angelockt. Insbesondere bei warmen Temperaturen sollten etwa Obstabfälle zügig entsorgt werden.
Zusammenfassung: Ameisen im Haus
Ameisen im Haus entstehen meist durch leicht zugängliche Nahrungsquellen oder geeignete Bedingungen für den Nestbau. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Befall und Ausbreitung jedoch wirksam verhindern oder eindämmen.
- Ameisen gelangen häufig über Ritzen, Türen oder Fenster ins Haus
- Offene Lebensmittel und Essensreste sind die Hauptursache für Befall
- Gute Hygiene und das Abdichten von Zugängen wirken vorbeugend
- Hausmittel wie Essig, Zitrone oder Kräuter können Ameisen vertreiben
- Bei Nestern im Gebäude sollte eine Fachperson hinzugezogen werden
Inhalt
- Ameisen: Nützlich in der Natur, problematisch im Haus
- Warum kommen Ameisen ins Haus?
- Sind Ameisen schädlich?
- Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Ameisenbefall in Haus und Wohnung
- Wenn die Ameisen schon da sind: Hausmittel gegen die ungeliebten Gäste
- Übersicht Hausmittel gegen Ameisen
- Bei Ameisennestern im Haus besser eine Fachperson holen
- Muss der Vermieter Ameisen oder Ameisennester in der Wohnung beseitigen?
- Andere Schädlinge im Haus
- Häufige Fragen zu Ameisen im Haus
Ameisen: Nützlich in der Natur, problematisch im Haus
Ameisen sind faszinierende Tiere: Sie können mehr als das Hundertfache ihres Gewichts tragen und beeindrucken in ihren riesigen Staaten durch ausgefeilte Kommunikation, Arbeitsteilung und strenge Hierarchien. Ameisen sind zudem äußerst nützliche Tiere, die eine wichtige Rolle im Ökosystem erfüllen. Sie fördern das Pflanzenwachstum, indem sie den Boden auflockern und ihn mit natürlichem Dünger verbessern. Sie fressen Larven von Schädlingen, entfernen Aas und abgestorbene Pflanzenteile.
Und doch möchte niemand Ameisen im Haus haben. Zu Recht. Denn haben die Ameisen erst einmal den Weg ins Haus oder in die Wohnung gefunden, können sie sehr lästig sein. Und gelegentlich auch Schäden anrichten.
Warum kommen Ameisen ins Haus?
Für eine Ameiseninvasion gibt es zwei Gründe: Weil die Tiere dort gute Bedingungen für den Nestbau vorfinden. Oder weil sie – und das ist der wahrscheinlichere Grund – eine ergiebige Nahrungsquelle entdeckt haben.
Selbst in höher gelegene Stadtwohnungen schaffen es Ameisen immer wieder, über undichte Stellen an Fenstern, Türrahmen oder Ritzen im Mauerwerk ins Innere zu gelangen. Ameisen ernähren sich bevorzugt von zucker- und eiweißhaltigen Lebensmitteln (Süßigkeiten, süßes Obst, Honig, Marmelade, Fleisch und Fisch). Haben die Kundschafterameisen erst einmal ein Nahrungsangebot entdeckt, markieren sie den Weg zur Futterquelle mit Duftstoffen. Je attraktiver dieses Futter ist, desto intensiver ist der Signalduft und desto stärker wird die entstehende sogenannte Ameisenstraße von den Artgenossen frequentiert.
Sind Ameisen schädlich?
Ameisen sind Vorratsschädlinge, die Keime übertragen können. Befallene Lebensmittel sollten entsorgt werden. Zudem gibt es Ameisengattungen, die sich im Holz einnisten und dadurch zerstörerische Eigenschaften für die Bausubstanz haben. In seltenen Fällen krabbeln die Insekten in Elektrogeräte und können für Kabelbrand sorgen. Doch in der Regel sind Ameisen nicht wirklich gefährlich für den Menschen. In erster Linie sind sie lästige Plagegeister.
Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Ameisenbefall in Haus und Wohnung
Das Anlocken von Ameisen sollte unbedingt vermieden werden. Mit einigen einfachen präventiven Methoden und entsprechender Hygiene können Sie vorsorgen, damit Ameisen gar nicht erst die Innenräume erobern:
- Lebensmittel in gut verschlossenen Behältern aufbewahren.
- Nahrungsmittelreste und schmutziges Geschirr in die Geschirrspülmaschine räumen und säubern, Krümel wegfegen oder aufsaugen.
- Regelmäßiges Reinigen von Oberflächen, vor allem in der Küche.
- Stark aromatische Lebensmittelreste wie Schalen oder Kerne von süßen Früchten und andere organische Abfälle gleich entsorgen. Oder sofort in den Kompost bzw. in die Biotonne geben (sollte verschlussfähig sein).
- Obstschüsseln regelmäßig leeren, bevor die Früchte gären.
- Fressnäpfe der Haustiere mit Futterresten nicht stundenlang herumstehen lassen.
- Auf den Boden gefallene Essensreste vom Grillen beseitigen, insbesondere an der Schwelle zur Wohnung.
- Müllbehälter in der Wohnung an warmen Tagen häufiger und schneller leeren.
- Müllsäcke nicht offen stehen lassen.
- Einzelne Ameisen aus der Wohnung entfernen – es könnten Kundschafter sein, denen andere Artgenossen folgen.
- Undichte Fenster und Türen sowie Löcher, Spalten und Ritzen in Wand und Böden abdichten, z. B. mit Klebeband, Gips, Bauschaum, Kitt oder Silikon.
Sie können auch zur Vorbeugung Zitronenschalen oder stark riechende Kräuter wie Lavendel, Minze oder Basilikum vor die Zugänge ins Haus legen, etwa vor die Terrassen- oder Balkontür. Denn Ameisen mögen diese intensiven Gerüche nicht. Doch dazu später mehr.
Wenn die Ameisen schon da sind: Hausmittel gegen die ungeliebten Gäste
Sobald man die Ameisen in der Wohnung oder im Haus entdeckt hat, sollte man aktiv werden, um das Einnisten der Krabbler zu vermeiden. Zunächst lässt sich anhand der Ameisenstraße gut verfolgen, wo die Nahrungsquelle liegt. Ist sie identifiziert, sollte diese Quelle schnell beseitigt werden.
Meist befinden sich die Ameisennester außerhalb der Gebäude und die Tiere kommen in der warmen Jahreszeit zur Futtersuche ins Haus.
Um eine Rückkehr der Insekten zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät: Ameisen lieber vertreiben als bekämpfen. Denn chemisch-synthetische Ameisenbekämpfungsmittel aus der Drogerie oder aus dem Baumarkt sind für Mensch, Haustier und Umwelt oft giftiger, schädlicher und gefährlicher als die Ameisen selbst. Und um die Krabbeltiere zu vertreiben, gibt es viele Hausmittel, da braucht es selten „chemische Keulen“ in Form von Insektiziden.
Duftstoffe auf den Ameisenstraßen gründlich entfernen
Zunächst können Sie die Ameisen mehrmals zusammenkehren und ins Freie befördern. Oder aufsaugen (anschließend Staubbeutel entleeren oder entsorgen). Dann die Ameisenstraße mit Essigwasser oder mildem Allzweckreiniger wischen und säubern, um die Duft- und Signalstoffe gründlich zu entfernen, die den Tieren den Weg weisen.
Da Ameisen über einen äußerst sensiblen Geruchssinn verfügen, können Sie anschließend folgende Hausmittel auf den Ameisenstraßen zum Einsatz bringen:
- Essig
- Zitronensaft und/oder Schalen von Zitrusfrüchten
- Zimtpulver
- Knoblauch
- Lavendel
- Nelken
- Wacholderblätter
- Farnkraut
- Kerbel
- Thymian
- Ätherische Öle von Zitronenkraut, Kerbel oder Lavendel. Im Handel gibt es auch „Ameisenöl“
Übersicht Hausmittel gegen Ameisen
| Hausmittel | Wirkungsweise | Anwendung | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Essig / Essigwasser | Überdeckt Duftstoffe der Ameisenstraße | Ameisenstraße damit feucht wischen | Sehr wirksam, sofortige Wirkung |
| Zimt / Zimtpulver | Intensiver Geruch stört Orientierung | Auf Ameisenstraßen und vor Eingänge streuen | Sehr wirksam |
| Lavendel / Lavendelöl | Abschreckender Duft | Vor Zugänge legen oder als Öl auftragen | Wirksam, angenehmer Duft |
| Zitronensaft / -schalen | Säure überdeckt Pheromone | Schalen vor Eingänge legen, Saft aufwischen | Wirksam |
| Kreide / Kalk | Alkalische Barriere, die Ameisen meiden | Linien vor Fenster und Türen ziehen | Wirksam als Barriere |
| Knoblauch | Intensiver Geruch zur Abschreckung | Auf Ameisenstraßen legen | Mäßig wirksam |
| Backpulver (mit Zucker) | Quillt im Magen auf und tötet die Tiere | Gemisch an Ameisenstraßen auslegen | Wirksam, aber nicht tierfreundlich |
| Ätherische Öle (Teebaumöl, Lavendel, Zitronella) | Stören den Geruchssinn | Auf Wattebausch träufeln und auslegen | Wirksam, regelmäßig erneuern |
Bei Ameisennestern im Haus besser eine Fachperson holen
Sollten die Ameisen bereits ein Nest in der Wohnung oder im Haus gebaut haben, beispielsweise in Wandritzen, unter Fußbodenbelägen, hinter einem Einbauschrank, in Holzwänden, in Kabelschächten oder der Vorratskammer, sollten Sie einen Schädlingsexperten zurate ziehen, um die Ameisen zu vertreiben. Denn in diesem Fall muss das Nest professionell beseitigt werden. Bei einer Ameisengattung, die sich im Holz einnistet, müssen Sie gegebenenfalls sogar einen Bausachverständigen hinzuziehen.
Muss der Vermieter Ameisen oder Ameisennester in der Wohnung beseitigen?
In einem Mietverhältnis gilt: Schuld ist der Verursacher eines Insektenbefalls. Da Ameisen meist auf der Suche nach Futter in einer Wohnung fündig geworden sind, ist der Mieter dafür verantwortlich. Somit muss auch der Mieter die Insekten beseitigen. Nur im Falle von baulichen Mängeln am Gebäude, die möglicherweise einem Nestbau Vorschub geleistet haben, könnte der Vermieter dafür verantwortlich sein. In jedem Fall muss der Mieter den Vermieter unverzüglich informieren.
Andere Schädlinge im Haus
Wie Sie alle Arten von Schädlingen im Haus ohne den Einsatz von Insektiziden vertreiben und bekämpfen, hat die Verbraucherzentrale Hamburg in einer kostenpflichtigen Broschüre/E-Broschüre (4,00 Euro) zusammengefasst.
Im Ratgeber der GEV finden Sie zudem Tipps und Hilfe bei Rattenbefall im Haus und Garten oder wie Sie mit Holzschädlingen wie Holzwurm oder Hausbock umgehen.
Häufige Fragen zu Ameisen im Haus
Darf man Ameisenköder noch frei im Laden kaufen?
Nein. Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland ein Selbstbedienungsverbot für Ameisenköder und andere tötende Insektizide (ChemBiozidDV). Diese Produkte dürfen nur noch nach einem persönlichen Beratungsgespräch mit geschultem Personal verkauft werden. Das gilt für den stationären Handel ebenso wie für den Online-Kauf.
Zahlt die Versicherung bei Ameisenbefall?
Eine Standard-Wohngebäudeversicherung deckt Schädlingsbefall in der Regel nicht ab. Schäden durch Ameisen an der Bausubstanz oder an Elektroinstallationen können jedoch über spezielle Zusatzbausteine oder einen Wohnungsschutzbrief versichert werden. In einem Mietverhältnis ist grundsätzlich der Vermieter zur Schädlingsbekämpfung verpflichtet, wenn bauliche Mängel die Ursache sind. Im Zweifel empfehlen wir eine persönliche Beratung durch die GEV.
Wann sollte ein Kammerjäger bei Ameisenbefall gerufen werden?
Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sollte hinzugezogen werden, wenn Ameisen bereits ein Nest im Gebäude gebaut haben (z. B. in Wandritzen, unter Fußböden oder in Holzkonstruktionen), wenn es sich um holzzerstörende Arten wie die Rossameise handelt oder wenn Hausmittel trotz konsequenter Anwendung keine Wirkung zeigen. Bei Verdacht auf Pharaoameisen ist ein Kammerjäger zwingend erforderlich.
Können Ameisen Krankheiten übertragen?
Ameisen können Keime übertragen, da sie über Böden, Abfälle und Lebensmittel laufen. Besonders problematisch ist dies in Küchen oder Vorratsräumen. Lebensmittel, die mit Ameisen in Kontakt gekommen sind, sollten vorsorglich entsorgt werden. Für gesunde Menschen besteht jedoch in der Regel kein akutes Gesundheitsrisiko.
Wie finde ich das Ameisennest im Haus oder Garten?
Das Nest lässt sich oft über die sogenannte Ameisenstraße lokalisieren. Folgen Sie den Tieren vom Fundort aus, um die Quelle zu identifizieren. Im Haus befinden sich Nester häufig in Wandritzen, unter Fußböden oder hinter Verkleidungen, im Außenbereich meist im Erdreich oder unter Pflastersteinen.
Welche Ameisenarten sind im Haus besonders problematisch?
Besonders problematisch sind Pharaoameisen und Rossameisen. Pharaoameisen können sich schnell vermehren und sind hygienisch bedenklich. Rossameisen hingegen können Holz schädigen und damit die Bausubstanz angreifen. Bei diesen Arten ist häufig professionelle Hilfe erforderlich.
Wie lange dauert es, Ameisen dauerhaft loszuwerden?
Die Dauer hängt vom Ausmaß des Befalls und der gewählten Methode ab. Einzelne Ameisen lassen sich meist schnell vertreiben. Besteht jedoch bereits ein Nest, kann die Bekämpfung mehrere Tage oder Wochen dauern. Entscheidend ist, die Nahrungsquelle zu beseitigen und den Zugang dauerhaft zu verhindern.