Holzschädlinge: Wie richtig reagieren? | GEV Versicherung
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Holzwurm oder Hausbock erkennen und behandeln

Wenn es nachts am Holz raschelt, sollten Sie hellhörig sein. Holzschädlinge sind winzig und ein Befall lässt sich nur schwer feststellen – außer, wenn der Schaden bereits offensichtlich ist. Wenn Sie die Schädlinge jedoch schnell erkennen, können Sie das Holz gut behandeln und Schäden verhindern. Erfahren Sie hier, wie Sie richtig reagieren und ob und welche Versicherung Sie gegen Holzschädlinge absichert.

Die Hausbockkäfer fressen gerne Holz und hinterlassen Spuren.

Hier waren sie schon fleißig: die Hausbockkäfer! Sie hinterlassen die charakteristischen Muster auf der Holzoberfläche.

 

Woran erkenne ich einen Befall von Schädlingen wie Holzwurm oder Hausbock?

Typisch für einen Holzwurm-Befall sind vor allem das ausrieselnde Holzmehl sowie sichtbare Bohrlöcher im Holz, die etwa 1 bis 2 mm groß sind. Bei Holzschädlingen wie dem Hausbockkäfer entdecken Sie 6 bis 10 mm große Löcher im Holz, die als Ausflugloch für erwachsene Käfer dienen. Neben diesen Hinweisen gibt es folgende Zeichen, dass ein Befall vorliegt:

  • Geräusche im Holz: Manchmal kann man Geräusche hören, die von den sich bewegenden Larven im Holz verursacht werden. Ein leises Knistern oder Rascheln kann auf einen Befall hinweisen.
  • Verwittertes Holz: Ein Befall kann auch dazu führen, dass das Holz brüchig und verwittert aussieht, da die Larven das Innere des Holzes aushöhlen.
  • Schwärmende Insekten: Im Frühjahr oder Sommer können die erwachsenen Holzwürmer oder Hausbockkäfer aus dem Holz schlüpfen und in Ihrem Haus herumschwirren. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Befall vorliegt.

Wenn Sie einen Holzwurm-Befall vermuten, können Sie ein Stück Papier unter das Holz legen. Sammelt sich über die Nacht hinweg Holzmehl darauf an, steht ein Schädlingsbefall fest.

 

Holzwurm oder Hausbockkäfer: Das sind die Unterschiede

Die größten Unterschiede zwischen Holzwurm und Hausbockkäfer sind deren Lebensbedingungen. Während Holzwurmlarven weiches Holz und feuchte Bedingungen bevorzugen, nisten sich Hausbockkäfer in harten Hölzern und trockenen und gut gelüfteten Umgebungen ein. Somit befallen Holzwürmer vor allem Möbel, Balken und hölzerne Strukturen in Wohnräumen. Hausbockkäfer hingegen bevorzugen ältere Gebäude und kühle Orte, wie Dachgeschosse mit Holzkonstruktionen.

 

Steckbrief Holzwurm (z. B. Anobium punctatum)

  • Aussehen: Erwachsene Käfer sind etwa 2,7-4,5 mm lang und besitzen eine dunkelbraune bis rotbraune Farbe. Ihre Larven sind cremeweiß und wurmartig.
  • Holzpräferenz: Bevorzugt weiches Holz, insbesondere Nadelholz wie Kiefer, Tanne oder Fichte.
  • Larvenalter: Die Larven können mehrere Jahre im Holz verbringen, bevor sie sich verpuppen und zu erwachsenen Käfern werden.
  • Ideale Lebensbedingungen: Eine konstante relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60-80% und Temperaturen zwischen 20°C und 25°C. Sie sind häufig in Gebäuden zu finden, die Feuchtigkeitsprobleme aufweisen, wie etwa Dachstühle oder Keller.
  • Möglicher Schaden: Holzwurmlarven fressen das Holz von innen heraus und können so erhebliche Schäden an Holzstrukturen und Möbeln verursachen.

 

Steckbrief Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus)

  • Holzpräferenz: Bevorzugt hartholzige Hölzer wie Eichen- oder Buchenholz.
  • Aussehen: Erwachsene Käfer sind 8-25 mm lang und dunkelbraun bis schwarz. Larven sind bis zu 30 mm lang und haben auffällige Bohrgänge im Holz.
  • Larvenalter: Die Larven können bis zu 10 Jahre oder länger im Holz verbringen, bevor sie sich verpuppen und zu erwachsenen Käfern werden.
  • Ideale Lebensbedingungen: Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 10-30% und Temperaturen zwischen 22°C und 30°C. Sie sind häufiger in älteren Gebäuden zu finden, in denen das Holz über viele Jahre getrocknet ist.
  • Schäden: Die Larven des Hausbockkäfers erzeugen lange Bohrgänge im Holz, was zu erheblichen strukturellen Schäden führen kann.

 

Wie bekomme ich den Holzwurm oder Hausbockkäfer wieder weg?

Wenn Sie den Befall frühzeitig erkennen, können Sie auf Hausmittel setzen. Zu den gängigen Hausmitteln gegen Holzwürmer oder Hausbockkäfer zählen Essig oder Essigessenz, Borsalz und Bienenwachs. Mit diesen Mitteln können Sie die Fraßgänge behandeln und verschließen, wodurch die Larven nach und nach absterben.

Ist der Befall bereits fortgeschritten, kann eine professionelle Hitze- oder Mikrowellenbehandlung der betroffenen Holzflächen helfen. Dabei werden die befallenen Flächen über eine Stunde lang auf mehr als 55° C erhitzt, wodurch die Larven absterben. Hierfür sollten Sie auf Fachleute zurückgreifen.

Wenn der Befall schwerwiegend ist, müssen Sie auf alle Fälle professionelle Hilfe einholen. Gerade bei Hausbockkäfern im Dach wird die Statik des gesamten Wohngebäudes bedroht. In solchen Fällen ist auch der Einsatz chemischer Biozide möglich, um den Befall schnellstmöglich zu beenden. Danach werden die zerstörten Holzteile ausgetauscht.

 

Wie verhindere ich einen Befall von Holzwurm oder Hausbock?

Ihre Möbel und Einrichtung schützen Sie gegen Holzwürmer am besten durch ausreichendes Heizen. Der Holzwurm kann nämlich nur in Holz mit einer Feuchtigkeit von über 10 % überleben. Ein durchgängig geheizter Raum ist daher normalerweise so trocken, dass der Holzwurm sich nicht festsetzen kann.

Anders ist es beim Hausbockkäfer: Hier sollte das Holz richtig behandelt und imprägniert mit Holzschutz gekauft und verbaut werden. Da der Hausbock normalerweise keine bewohnten Räume befällt, sollten Sie das gesamte Wohngebäude regelmäßig inspizieren. Legen Sie dabei den Schwerpunkt auf Dachstuhl und Kellerräume und darin verbaute Holzkonstruktionen.

 

Holzschädlinge: Versicherung möglich oder nicht?

Wohngebäudeversicherung oder Hausratversicherung bieten keinen Versicherungsschutz gegen Holzschädlinge wie Holzwürmer oder Hausbockkäfer an. Über den Zusatzbaustein Soforthilfe können Sie Schädlingsbekämpfung  absichern – mit maximal 500 € Deckung je Versicherungsfall.  Anerkannte Schädlinge sind Schaben (z. B. Kakerlaken), Ratten, Mäuse, Motten, Ameisen und Silberfischchen. Hausbockkäfer und Holzwürmer sind auch hier vom Versicherungsschutz ausgenommen.

 

Fazit: Reagieren Sie schnell, wenn ein Befall von Holzschädlingen feststeht

Wichtig bei der Bekämpfung ist, dass Sie schnell reagieren. Holzwurm und Hausbockkäfer lassen sich in frühen Stadien noch eigenhändig bekämpfen und beseitigen. Achten Sie daher auf typische Anzeichen wie Holzmehl, sichtbare Bohrlöcher, Geräusche im Holz, oder verwittertes Holz. Wenn Sie erwachsene Exemplare entdecken, sollten Sie schnellstmöglich professionelle Hilfe dazu holen. Je nach Schwere des Befalls werden betroffene Flächen entweder mit Hitze behandelt oder mit Insektiziden. Ebenfalls werden betroffene Hölzer ausgetauscht, insbesondere dann, wenn es tragende Elemente sind. Daher gilt bei Holzschädlingen: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

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