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Immobilienkauf: Darauf müssen Sie bei der Besichtigung achten

Auf Fotos und in der Beschreibung kann jede Immobilie schön dargestellt werden. Ob die Immobilie aber auch wirklich der Beschreibung entspricht, können Sie nur vor Ort beurteilen. Planen Sie daher mindestens zwei Termine zur Besichtigung ein.

Beim Immobilienkauf kann man beio der Besichtigung einige Überraschungen erleben. Sieht das Haus in so aus wie auf den Bildern im Internet?

Beim Kauf einer Immobilie darf man die Besichtigung nicht vernachlässigen. Internet-Bilder entsprechen nicht immer der Realität. Und mit eigenen Fotos kann man die Schwachstellen gut dokumentieren.

Gekauft wie gesehen: Besichtigungen sind Pflicht

Beim ersten Termin können Sie die Lage, die Größe, die Aufteilung und die Ausstattung Ihrer zukünftigen Immobilie in Augenschein nehmen. Der zweite Besuch erfolgt dann mit der Lupe: Mit einem gründlichen Blick gehen Sie durch das Haus und überprüfen den Zustand von Elektroinstallationen und Leitungen.

Achten Sie insbesondere auf verschachtelte Anbauten sowie Wand- und Bodenverkleidungen! Hier können Mängel lauern, die durch die Verkleidungen nicht direkt sichtbar sind. Schimmel- und Feuchtigkeitsmängel gehören zu den größten Kostenpunkten bei Renovierungen, deswegen sollten Sie solche Mängel besonders gründlich erfassen. Ein Bausachverständiger hilft Ihnen bei dieser Aufgabe.

Achten Sie auf versteckte Problemzonen

Bei Häusern und Wohnungen gilt: Je neuer der Bau, desto sicherer können Sie sich sein, dass die Immobilie den neuesten Standards entspricht. Darunter fallen Wärmedämmungen, die Energieeffizienz im Allgemeinen sowie verwendete Leitungen. Beachten Sie beim Kauf von Immobilien das Baujahr und suchen Sie gezielt typische Schwachstellen auf. Diese sollten Sie erfassen und gegebenenfalls in den Finanzierungsplan für eine Renovierung der Immobilie mit einbeziehen. Folgende Auflistung der typischen Mängel hilft hierbei:

  1. 1900–1920: Achten Sie auf bleierne Rohre und den Zustand der Elektroinstallationen.
  2. 1930–1940: Achten Sie auf die verwendeten Werkstoffe und die Dämmung.
  3. 1950-1960: Achten Sie auf gesundheitsschädigende Materialien wie Asbest und Schutzmittel.
  4. 1960-1990: Achten Sie auf mangelhafte Wärmebrücken, die zu einer schlechten Luftzirkulation führen. Daraus kann leicht ein Schimmelbefall entstehen.

Finanzierung und Vertrag: Drum prüfe, wer sich länger bindet

Auch wenn sich der Preis eines Immoblienkaufs mit der monatlichen Tilgungsrate eher rechnet als zur Miete zu wohnen: Planen Sie finanzielle Rücklagen ein. Einmal den Kredit aufgenommen, sind Sie dauerhaft für die fristgerechte Rückzahlung verantwortlich. Sie sollten sich einen Notgroschen aufbauen, der über mehrere Monate hinweg die Finanzierung sichert, falls Sie zum Beispiel unerwartet auf Arbeitssuche gehen müssen oder andere finanzielle Notfälle eintreten. Über die Rücklagen hinaus sollten Sie trotz Bankkredit genug Eigenkapital mitbringen: Mindestens 10-20% des Immoblienkauf-Preises, inklusive der Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuchamt, Makler) sollten Sie selbst bereitstellen können.

Vergleichen Sie die Kreditoptionen: Ihre Verhandlungsposition wird besser, wenn Sie sich Angebote von unterschiedlichen Banken einholen. In den Verhandlungen können Sie so zum Beispiel den Zinssatz herunterhandeln, wenn Sie erwähnen, dass Sie ein besseres Angebot einer konkurrierenden Bank haben.

Die historische Niedrigzinsphase wird nicht laufend weitergehen. Die ersten Staaten haben ihre Leitzinsen bereits angehoben. Handeln Sie also bei der Kreditfinanzierung einen niedrigen Zins mit langer Zinsbindung heraus. So verhindern Sie plötzliche Ratensteigerungen durch einen veränderten Zinssatz. Legen Sie zudem auch eine für Sie passende Tilgungsrate fest, die Ihnen für unerwartete Entwicklungen genug finanziellen Freiraum lässt.

Beim Notar finalisieren Sie den Kaufvertrag Schritt für Schritt. Wichtige Klauseln beinhalten:

  1. Unsichtbare Mängel: Damit schützen Sie sich vor im Nachhinein festgestellte Mängel, für deren Beseitigung der Verkäufer in die Pflicht genommen wird.
  2. Objektbeschreibung und Grundbucheintrag: Hier werden Angaben zu den Grundbesitzern festgehalten, die Grundschulden sowie Pfandrechte Dritter, falls vorhanden. Bei einer Gruppe von Käufern werden die Anteile am Eigentum festgehalten.
  3. Kaufpreis, Kosten insgesamt sowie daraus resultierende Fälligkeiten
  4. Termine und Zahlungsmodalitäten

Versicherungen nicht vergessen

Für Hauskäufer wird der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung empfohlen. Eine Hausratversicherung ist auch für Wohnungskäufer von Bedeutung. Häufig gibt es Rabatte, wenn man Wohngebäude und Hausrat bei demselben Unternehmen versichert. Für Hausbesitzer, die ihr Haus vermieten, empfiehlt sich eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Mit diesen Schritten haben Sie sich gegen die meisten Risiken beim Immobilienkauf gewappnet.

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