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Legionellen - Gefährliche Bakterien in unseren Wasserrohren

Legionellen (Legionella) sind stäbchenförmige Bakterien, die sich grundsätzlich im Wasser – im Meer genauso wie unter der Dusche – tummeln. Bei einer geringen Konzentration sind sie völlig ungefährlich. Treten die Bakterien allerdings vermehrt auf, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Legionärskrankheit ist erst seit den 1970ern bekannt. Sie wird verursacht durch ein Bakterium, das in unseren Wasserleitungen haust. Eine Infektion kann zur Lungenentzündung und schlimmstenfalls zum Tode führen.

Die Legionärskrankheit ist erst seit den 1970ern bekannt. Die Bakterien, die sie verursachen, gedeihen in unseren Wasserleitungen. Duschen kann somit zu einer gesundheitlichen Gefahr führen. Wie Legionellen erkannt und bekämpft werden können, lesen Sie hier.

Warum sind Legionellen gefährlich?

In beinahe jedem Gewässer sind Legionellen zu finden, im Salzwasser genauso wie im Süßwasser, in den Wasserleitungen von Wohnhäusern, Krankhäusern oder Hotels. Die optimalen Lebensbedingungen finden die Bakterien bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius. Dann können sich die Bakterien optimal vermehren und so zu einer gesundheitlichen Gefahr für Menschen werden. Man kann sich nämlich durch die Legionellen mit der sogenannten Legionärskrankheit infizieren. Dies ist eine besonders schlimme Form der Lungenentzündung, die sogar zum Tod führen kann.

Wie sind die Symptome der Legionärskrankheit?

Die Symptome können zwei bis 10 Tage nach der Infektion auftreten und unterscheiden sich meist nicht von Grippesymptomen. Es tritt ein Unwohlsein, hohes Fieber, Schüttelfrost, aber auch Kopf- und Gliederschmerzen auf. Außerdem kann es zu Reizhusten und Atemnot kommen. Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen sind ebenfalls möglich.

 

Wie kam es zu dem Namen „Legionärskrankheit“?

Legionellen im Wasser als Krankheitserreger wurden erstmals im Sommer 1976 im Bellevue-Stratford Hotel in Philadelphia (USA) entdeckt. Hier erkrankten bei einem Veteranenkongress der Amerikanischen Legion insgesamt 180 von über 4.000 Delegierten. 29 Menschen starben an den Bakterien, deren Stamm man erst Anfang 1977 isolieren konnte. So kam die Krankheit zu ihrem Namen.

Wie kann man sich mit Legionellen infizieren?

Bereits bei einem Kontakt mit Leitungswasser, können wir uns infizieren. Aber nur durch die Bakterien, die sich im Wasserdampf befinden. Die Bakterien werden so eingeatmet und gelangen in die Lunge, wo sie die Lungenentzündung verursachen können. Den gefährlichen Wasserdampf können wir auch durch Klimaanlagen, Luftbefeuchter oder Whirlpools in Schwimmbädern, Kliniken oder Hotels einatmen.

Wer denkt, dass dies sicherlich sehr selten passiert, irrt. Immerhin schätzt das renommierte Robert-Koch-Institut, dass es zirka 6.000-10.000 Fälle pro Jahr in Deutschland gibt. Gut zu wissen: Eine Legionellen-Infektion ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend. Man muss sich an der Quelle infizieren.

Es wird davon ausgegangen, dass das Trinken von belastetem Wasser keine Infektion auslöst, sofern ein intaktes Immunsystem vorliegt.

 

Gibt es gesetzliche Regelungen?

In Deutschland gibt es eine Trinkwasserverordnung . Diese sieht für Betreiber von Trankwasser-Installationen mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung eine regelmäßige Untersuchungspflicht vor. Betreiber von Großanlagen sind beispielsweise Krankenhäuser, Schwimmbäder, Schulen, Kindergärten, aber auch Hotels oder Pflegeheime. Diese Einrichtungen müssen die Trinkwasseranlage einmal jährlich auf Erreger testen lassen. Großanlagen – im Sinner der Verordnung – sind beispielsweise Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern.

 

Gibt es Besonderheiten für Vermieter?

Wer als Vermieter eine Wohnanlage mit mindestens drei Wohnungen besitzt, muss ebenfalls eine regelmäßige Untersuchung des Trinkwassers durchführen, wenn eine entsprechende Großanlage vorhanden ist.

Allerdings muss die Prüfung nicht jährlich erfolgen, sondern lediglich alle drei Jahre. Dies gilt auch für Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen. Und: Die Mieter müssen dem Vermieter oder der beauftragten Fachfirma Zugang zur Wohnung gewähren, wenn eine Legionellen-Prüfung vorgenommen werden muss.

Ausnahmen gibt es auch hier wie bei jeder Regel:

Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäuser unterliegen nicht der gesetzlichen Untersuchungspflicht.

Außerdem liegen Ausnahmen vor, wenn die Wohnanlage oder Gewerberäume nicht über Duschen verfügen oder wenn die Anlage keinen zentralen Wasserspeicher hat. Dies kann der Fall sein, wenn jede Wohnung über einen Durchlauferhitzer verfügt, dann ist keine Prüfung notwendig.

 

Wie können Legionellen im Wasser bekämpft werden?

Ein Wasserschnelltest gibt Aufschluss, ob die Legionellenanzahl im Wasser bedenklich ist. Wird bei einer Untersuchung durch ein Labor festgestellt, dass mehr als 100 koloniebildende Einheiten (KBE) je 100 Milliliter vorliegen, muss der Wert umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Und es müssen Maßnahmen starten, die die Legionellengefahr reduzieren. Sind viele Duschen vorhanden, greift als Sofort-Maßnahme ein Duschverbot zu verhängen, bis die Anlage genau geprüft wurde. In besonders schlimmen Fällen, muss die Trinkwasser-Installationen komplett saniert werden.

Sinnvoll ist es, eine sogenannte thermische Desinfektion vorzunehmen. Hier werden die Warmwasserbereiter und das gesamte Leitungsnetz (dazu zählen auch die Wasserhähne) für mindestens drei Minuten auf 71 Grad Celsius gebracht. So werden die Bakterien abgetötet.

Häufig werden die Heizsysteme auf eine regelmäßige Legionellenschaltung (periodische Desinfektion) eingestellt. In der Regel wird damit einmal wöchentlich die Temperatur hoch geschaltet, um eine Desinfektion vorzunehmen. Mittlerweile hat man allerdings die Erkenntnis erlangt, dass diese Methode nicht unbedingt zu einem legionellenfreien Wasser führt, da die hohe Temperatur nicht konstant gehalten wird. Deshalb lieber auf diese Einstellung verzichten und auf eine konstante Temperatur des Warmwasserspeichers achten. Diese sollte 60 Grad Celsius betragen.

Unser Tipp: Wenn Sie beispielsweise eine Wasserleitung länger nicht genutzt haben, z. B. nach einem Urlaub, sollten Sie vor einer Dusche das warme Wasser länger laufen lassen, bevor Sie sich unter die Dusche stellen. Öffnen Sie allerdings vorher das Fenster und verlassen während das warme Wasser läuft den Raum. Wenn Sie das Wasser abstellen, am besten ein Tuch vor Mund und Nase halten und zum Lüften wieder den Raum verlassen.

 

Weiterführende Links:

Trinkwasserverordnung zum Nachlesen

Informationen über Legionellen
Lungenärzte über Legionärskrankheit

Häufig gestellte Fragen zu Legionellen:

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