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Regrowing – eine zweite Chance für Gemüse und Salat

Anstatt in der Biotonne landen die Strunke von Salatköpfen neuerdings in Wassergläsern auf der Fensterbank. Klingt erstmal merkwürdig, doch aus dem immer noch lebendigen Pflanzenrest wachsen tatsächlich neue Salatblätter nach! Das nennt man „Regrowing“ und es funktioniert mit vielen anderen Gemüsesorten auch.

Regrowing von Salat in vier Marmeladengläsern, eingesetzt im Abstand von einer Woche. In der vierten Woche sind die Wurzeln so stark ausgeprägt, dass man den Salat einpflanzen könnte. n

Regrowing von Salat in vier Marmeladengläsern, eingesetzt im Abstand von einer Woche. Besonders für Kinder kann es interessant sein, Salat beim Wachsen zuzusehen.

 

Was genau ist Regrowing eigentlich?

Regrowing bedeutet „nachwachsen“ und wird auch Stecklingsvermehrung genannt. Das Prinzip findet bereits bei Blumen Anwendung und ist zum nachhaltigen Trend für die Verwertung von Gemüseresten geworden.

Beim Regrowing landen die abgeschnittenen Enden von Wurzelgemüsen oder Salaten nicht im Müll, sondern in einem Wasserglas. Dort treiben sie neue Blätter aus, die essbar und auch noch gesund sind. Manche Pflanzensorten werden nach einiger Zeit in Erde eingepflanzt und wachsen dort weiter. Die erneute Ernte reicht allemal für die Zubereitung von Pestos oder Smoothies oder als Topping von Salaten oder anderen Gerichten.

Eine Familie bekommt man mit Regrowing von Pastinake oder Möhre sicherlich nicht satt. Doch interessant ist es allemal, Gemüse und Kräutern beim erneuten Wachsen zuzusehen. Die Natur zeigt ihre ganze Kraft, wenn die Bedingungen günstig sind. Denn damit das Regrowing gelingt, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

 

Welche Pflanzen eignen sich fürs Regrowing?

Fürs Regrowing geeignete Pflanzen sind Wurzelgemüse, Blattgemüse, Salate, Lauchgemüse und Kräuter. Hält man deren Pflanzenreste feucht, wachsen Blattgrün und mitunter auch Gemüsebestandteile nach.

Nicht geeignet fürs Regrowing sind sogenannte Fruchtpflanzen wie Tomate oder Avocado. Bei diesen funktioniert das neue Wachstum nur mit den Kernen. Und auch wenn theoretisch Kartoffeln oder Tomaten Blattgrün sprießen lassen, sollte man dieses aufgrund der enthaltenen Giftstoffe keinesfalls essen. Blumenkohl oder Brokkoli eignen sich ebenfalls nicht fürs Regrowing, denn sie bilden Blüten aus statt neuem Wachstum. Das passiert auch schon, wenn sie zu lange auf dem Feld bleiben.

Für den Einstieg ins Regrowing sind diese Pflanzen besonders geeignet, denn es lassen sich leicht Erfolge erzielen:

  • Romana-Salat und Pflücksalat: Ausreichend große Blattsalatstrunke bilden im Wasserglas aus dem Herzen heraus neue Blätter. Sie müssen nach einiger Zeit in Erde eingepflanzt werden.
  • Karotten und Petersilienwurzeln: Intakte Reste von Wurzelgemüsen bilden bereits nach kurzer Zeit im Wasser neues Blattgrün aus. Dieses eignet sich als Salattopping oder Suppengrün. Die Wurzel selbst wächst nicht nach.
  • Zwiebeln, Lauch und Porree: Diese Gewächse beginnen bei längerer Lagerung schon ohne Wasser neue Triebe auszubilden. Im Wasserglas schießen sie recht schnell in die Höhe. Lauch bildet sogar neue Wurzeln aus und sollte später eingepflanzt werden. Das Lauchgrün kann schnell geerntet und verzehrt werden.
  • Staudensellerie und Chinakohl: Blatt- und Kohlgemüse bilden im Wasserglas neue Stiele aus der Mitte heraus aus. Diese können genau wie die erste Version der Pflanze zubereitet werden.
  • Basilikum und Oregano: Kräuter lassen sich ganz einfach als Ableger nachziehen. Einen Stiel abschneiden, unten vom Blattgrün befreien, ins Wasserglas stellen und wenn sich Wurzeln gebildet haben in Erde einpflanzen.

Regrowing funktioniert grundsätzlich auch mit anderen Gewächsen aus diesen Pflanzenfamilien. Am besten ist es, einfach mit auszuprobieren was man gerne mag.

 

Wie wird das Regrowing-Projekt zum Erfolg?

Wenn man ein paar Dinge beachtet, ist Regrowing recht einfach. Etwas arbeitsaufwändig ist es allerdings schon, weshalb es sich lohnt von den Anfängerfehlern anderer zu profitieren. So lassen sich Gemüse, Salat und Kräuter erfolgreich nachziehen:

  • Fürs Regrowing verwendbare Gemüse müssen einwandfrei sein und auf keinen Fall bereits faulige oder schimmelige Stellen aufweisen.
  • Der Blattansatz bei Salaten und Kohl muss unverletzt sein, damit die Wurzel neue Blätter ausbilden kann. Im Handel erhältliche Salate haben oft einen zu kurz abgeschnittenen Strunk, diese eignen sich dann nicht fürs Regrowing. Am besten bereits beim Einkauf auf geeignete Salatköpfe achten.
  • Das Regrowing-Objekt kann dann in einem Glas mit Wasser auf Fensterbank, Balkon oder in den Garten gestellt werden. Der Standort sollte auf jeden Fall ausreichend Sonnenlicht abbekommen. Richtung Westen profitieren die Pflanzen von der langen Abendsonne und gen Osten versorgt sie die morgendliche Sonne mit Licht.
  • Das Wasser im Glass muss auf jeden Fall täglich gewechselt werden, andernfalls kann die Regrowing-Pflanze faulig werden und das Projekt scheitern. Hier ist Regelmäßigkeit gefragt!
  • Je nach Sorte und Wachstumsfortschritt sollte die Pflanze nach ein bis zwei Woche in Erde eingesetzt werden – entweder in einen ausreichend großen Tontopf oder direkt ins Beet. Regelmäßiges Gießen gehört weiterhin zu den Hauptpflichten des Regrowers!

Ein Regrowing-Projekt benötigt etwas Mühe und Geduld. Es lohnt sich dennoch, Pflanzenreste vorm Abfall zu bewahren, denn sie besitzen noch einiges an Kraft. Die jungen Triebe und Blätter sind zudem echt lecker. Viel mehr sollte man allerdings nicht erwarten, denn es werden keine ganzen Salatköpfe, Möhren oder Kohlrabis nachwachsen.

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