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Brandgefahren im Wohnbereich: So beugen Sie den häufigsten Ursachen vor!

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu etwa 200.000 Bränden in Wohnungen und Wohnhäusern. In etwa 50% der Fälle ist die Ursache ein technischer Defekt oder menschliches Fehlverhalten. Die Hausratversicherung ersetzt das zerstörte Inventar und die Wohngebäudeversicherung Schäden am Haus. Doch ideelle Werte und Erinnerungsstücke gehen unwiederbringlich verloren. Und noch schlimmer: Für uns Menschen ist Feuer eine lebensbedrohliche Gefahr. Jede mögliche Maßnahme zur Brandverhütung sollte unbedingt rechtzeitig ergriffen werden.

Brandgefahr durch unsichere Netzteile. Im Bild die Lichterkette eines Weihnachtsbaums, das Netzteil sprüh Funken.

Die Hälfte der Wohnungsbrände werden verursacht durch entweder technische Defekte oder menschliches Versagen. Die gute Nachricht: Durch vorausschauende Vorsicht können Brände relativ einfach verhütet werden. Beispiel Bild: Bei Abwesenheit und nachts einfach den Stecker ziehen.

 

Den Brandursachen auf den Grund gehen

Mit dem passenden Versicherungsschutz können Sie im Schadenfall entspannt bleiben. Doch für Feuerschäden gilt das nur bedingt, zu zerstörerisch ist diese Gefahr für Mensch und Eigentum. Auch wenn materielle Verluste ersetzbar sind, sollten Schäden wenn möglich vorgebeugt werden. Aus unserer Erfahrung kennen wir die häufigsten Ursachen von Feuerschäden und haben hier die wirksamsten Schutzmaßnahmen für Sie zusammengetragen.

Brandgefahren in der Winterzeit

Weihnachtliche Stimmung ohne Lichtermeer und Kerzenschein? Das ist kaum vorstellbar. Doch die dunkle Jahreszeit steht wie keine andere für Großeinsätze der Feuerwehr im Wohnbereich. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten für eine festliche und zugleich sichere Winterzeit. Eigentlich kennen wir sie alle:

  • Niemals, wirklich niemals sollten brennende Kerzen und offenes Kaminfeuer unbeaufsichtigt sein!
  • Ein Tannenbaum mit echten Kerzen steht für Tradition und gewinnt wieder an Beliebtheit. Spätestens wenn kleine Kinder oder Haustiere hinzukommen, steigt die Brandgefahr sprunghaft an. LED-Kerzen oder Lichterketten sind vielleicht nicht so traditionell, aber in jedem Fall eine sichere Möglichkeit für entspanntere Weihnachten.
  • Wer nicht auf Kerzen verzichten möchte, sollte sie zumindest in sicherer Entfernung von brennbaren Materialien wie Vorhängen oder Holzmöbeln aufstellen und einen Eimer gefüllt mit Wasser in der Nähe bereithalten.
  • Silvesterraketen und Brände gehen seit jeher eine unglückliche Verbindung ein. Fürs private Böllern gilt: Kaufen Sie nur geprüftes Feuerwerk mit CE-Kennzeichnung und BAM-Aufdruck (BAM: Bundesanstalt für Materialforschung). Wählen Sie zum Zünden einen festen Untergrund sowie mindestens acht (8) Meter Abstand zu Menschen, Häusern, Bäumen oder Carports.

So selbstverständlich diese Vorsichtsmaßnahmen sind, so regelmäßig werden sie gerade bei beschwingten Feierlichkeiten vergessen. Knackpunkt ist wie so oft die menschliche Vernunft. Das geeignete Motto könnte lauten: Erst die Sicherheit, dann das Vergnügen.

In der Küche kommen Menschen gern zusammen – Brandgefahren leider auch

Die Küche ist das Herzstück eines Zuhauses. Hier wird gekocht, gelacht und gefeiert. Egal wie klein, die Küche ist immer der Mittelpunkt einer guten Party. Aber hier tummeln sich genauso zahlreiche Feuergefahren wie Elektrogeräte und Gasherde.

Zunächst einmal gilt auch hier die einfache Regel: Lassen Sie niemals Pfanne und Kochtopf unbeaufsichtigt auf dem Herd oder im Ofen! Küchen werden am häufigsten zum Brandort und nicht selten ist ein vergessener Topf auf dem Herd die Ursache. Entsteht zum Beispiel ein Fettbrand, wird leider allzu oft falsch gehandelt: Beim Löschversuch mit Wasser kann es nämlich sogar zu einer Fettexplosion kommen. Entweder es ist noch möglich, den Brand durch Abdecken mit einem Pfannendeckel zu löschen. Wenn nicht, wählen Sie unverzüglich die 112!

Ein anderer fataler Fehler: brennbare Gegenstände und Küchentücher befinden sich zu nah an Herdplatte oder Gasherd. Es drohen die direkte Entzündung oder ausgelöst durch eine Überhitzung.

Ein besonderer Fall: Elektrogeräte

Unsere moderne Lebensweise ist untrennbar verknüpft mit der Nutzung zahlreicher Elektrogeräte. Mit ihren Annehmlichkeiten bringen sie aber auch Gefahren in unser Leben.  Verbannen wollen wir sie dennoch nicht aus unserem Zuhause, deshalb ergreifen wir doch lieber diese vorbeugenden Maßnahmen:

  • Ungenutzt gehören Elektrogeräte nicht ans Stromnetz, auch nicht in Stand-By. Durch das Trennen vom Strom lassen sich viele Brände verhindern.
  • In Betrieb sollten Elektrogeräte auch nur unter Aufsicht sein. Das gilt besonders für Wäschetrockner, sie brennen leider besonders oft. Vor allem Familien nutzen sie gern zur Bewältigung von Wäschebergen und gerne auch mal unbeaufsichtigt nachts. Wird als Standort dann noch eine unbelüftete Kellernische gewählt, lösen die Geräte mit ihrer bestimmungsgemäßen Hitzeentwicklung nicht selten ein Feuer aus. Besser ist ein luftiger Standort, regelmäßiges Leeren des Behälters für Textilflusen, der Betrieb bei Tag und Aufsicht und der rechtzeitige Austausch veralteter Geräte!
  • Ein rechtzeitiger Austausch gilt übrigens für alle Geräte, auch für Kühlschränke: Gerade die altersschwachen unter ihnen werden mitunter zur vermeidbaren Brandursache. Das Alter steckt bekanntlich in allen Teilen und so lösen Defekte in Elektrogeräten regelmäßig Brände aus.
  • Kaufen Sie nur Elektrogeräte mit Prüfsiegeln wie CE-, VdS- und GS-Zeichen! Wählen Sie außerdem Geräte mit Abschaltautomatik!
  • Lassen Sie Elektrogeräte regelmäßig auf Wackelkontakte und brüchige Isolationen überprüfen und gegebenenfalls reparieren.
  • Ziehen Sie Stecker niemals am Kabel aus der Steckdose. Kleine Risse am Material führen allmählich zur Entzündung.

Etwa 30% der Brände gehen auf defekte Geräte und Stromleitungen oder überlastete Elektronik zurück. Vor allem Kabelbrände entstehen unbemerkt und unsichtbar. Es lohnt sich also besonders, diese Schutzmaßnahmen nicht leichtfertig auszulassen.

 

Steckdosen und Akkus: Brandgefährliche Verbindungen

Der Klassiker: Auch heute noch gibt es in manchen Haushalten waghalsig aneinandergereihte Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdosen. Dabei muss es gar nicht so kreativ sein, damit eine Brandgefahr entsteht. Bereits eine überlastete Mehrfachsteckdose kann zu Überhitzung und Feuer führen. Die meisten Steckerleisten sind für etwa 3.500 Watt ausgelegt. Ein einzelnes Gerät verbraucht oft schon 2.000 Watt. Man muss also keine Mathegenie sein, um festzustellen, dass schon ein zweites Gerät zu viel sein kann. Beachten Sie unbedingt die Wattleistung der angeschlossenen Geräte und lassen Sie niemals Großgeräte über Mehrfachstecker laufen! Als vorteilhaft erweisen sich abschaltbare Steckerleisten. Diese lassen sich unkompliziert vom Strom trennen.

Akkus lassen uns Smartphones und zahlreiche andere elektrische Geräte mobil verwenden. Die praktischen Stromspeicher sind jedoch empfindsam, bei falscher Handhabung geraten sie leicht in Brand. Das können Sie oft abwenden, indem Sie:

  • nur Original-Ladegeräte vom Hersteller verwenden
  • Akkus keiner Hitze oder Sonnenbestrahlung aussetzen
  • nur unter Aufsicht sowie nicht nachts laden und den Akku danach unverzüglich vom Stromnetz nehmen
  • das Gerät auf eine nicht brennbare Unterlage legen
  • den Akku regelmäßig kontrollieren (Dellen und schnelle Entladung können auf Defekte hindeuten!)
  • nicht zu oft den für Akkus strapaziösen Schnelllademodus verwenden
  • den Akku nicht vollständig entladen lassen
  • Akkus immer fachgerecht und gesondert entsorgen (sie gehören nicht zum Elektroschrott!)

Nun sollten mehrere aneinander gereihte Steckerleistungen und dauerhaft am Stromnetz hängende Ladegeräte in Ihrem Haushalt der Vergangenheit angehören.

Brandschutz aktiv

So vielfältig wie die Brandgefahren sind, so sind es auch die Schutzmaßnahmen. Hier finden Sie weitere sicherheitsfördernde Hinweise, die auf Erfahrungswerten beruhen und Leben retten:

  • Rauchen Sie nicht gemütlich auf dem Sofa und schon gar nicht im Bett! Auf diese Weise entstehen nach wie vor sehr viele Brände.
  • Leeren Sie den Aschenbecher erst im Müll aus, wenn Sie sicher sein können, dass der Inhalt kalt und erloschen ist.
  • Wärmequellen wie Heizstrahler oder Halogenleuchten gehören nicht in unmittelbare Nähe zu brennbaren Materialien und Gegenständen.
  • Installieren Sie Rauchmelder! Ab 1.1.2021 sind sie ohnehin in allen Bundesländern Pflicht. Die meisten Brandopfer sterben bereits an der Rauchentwicklung und nicht erst durch das Feuer.
  • Lassen Sie einen Blitzschutz installieren: Die äußere Blitzschutzanlage leitet einschlagende Blitze ins Erdreich ab, der innere Blitzschutz beugt Überspannungsschäden und Kabelbränden vor. Ein Einfamilienhaus lässt sich für etwa für 2.500 € absichern.
  • Lassen Sie Kamine regelmäßig reinigen und warten. Auch Gasgeräte und Gasleitungen sollten einmal im Jahr überprüft und gewartet werden.

Was tun, wenn´s brennt?

Wenn Sie unsere Tipps umsetzen, gehen Sie vielen Brandgefahren erfolgreich aus dem Weg. Eine 100%ige Sicherheit kann es leider nicht geben. Entsteht ein Brand, hat der Schutz von Menschenleben oberste Priorität! Auch wenn es schmerzlich ist, versuchen Sie nicht Ihr Hab und Gut um jeden Preis zu retten. Eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher können zwar bei kleinen Bränden gute Dienste erweisen. Achten Sie auf Prüfsiegel sowie Einsatzmöglichkeiten und machen Sie sich vor einem Brand vertraut mit der Handhabung! Wählen Sie aber unverzüglich die 112, wenn das Feuer nicht klein und überschaubar ist.

Weitere Hinweise erhalten Sie beim Schadenservice Ihres Versicherers. Für Schäden an Gebäuden ist der Gebäudeversicherer zuständig. Ist Hausrat betroffen, sollte der Hausratversicherer umgehend eine Meldung erhalten.

Übrigens sind Schadensmeldungen meist auch online möglich. In unserem Servicebereich finden Sie alle Informationen rund ums Thema: Verhalten im Schadenfall sowie das Onlineformular zur Schadensmeldung.

 

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