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Der Tag des Baumes

Die Idee zum „Tag des Baumes“ geht zurück auf den Amerikaner Julius Sterling Morton. Erstmals im Jahr 1872 initiierte der Baumfreund einen Baumpflanzaktionstag im Bundesstaat Nebraska. Zwei Jahrzehnte später wurde der „Tag des Baumes“ USA-weit gefeiert. Bis auch in Deutschland der Baum seinen verdienten Gedenktag erhielt, sollte jedoch noch ein Weilchen vergehen.

Ein Vater pflanzt mit seinem Sohn ein Baum.

Der Tag des Baumes ist einer der ältesten Aktionstage der Welt. Die Bedeutung von Bäumen für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Natur und Mensch ist nicht zu unterschätzen.

 

Der Tag des Baumes in Deutschland

Am 25. April 1952 war es endlich soweit: Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (kurz: SDW) rief den ersten „Tag des Baumes“ auch in Deutschland aus. In einem Festakt pflanzte Theodor Heuss damals einen Ahornbaum im Bonner Hofgarten. Das Pflanzen neuer Bäume im Rahmen von Mitmachaktionen ist bis heute Inhalt und Ziel des Tages. Durchschnittlich sind es etwa 70.000 Bäume, die dabei jährlich gepflanzt werden. Natürlich soll der „Tag des Baumes“ auch auf die Bedeutung der beliebten Riesenpflanzen für unser Leben und vor allem für unseren Planeten aufmerksam machen. Julius Sterling Morton lag es am Herzen, dass der „Tag des Baumes“ in die Zukunft weist und nicht wie andere Festtage der Erinnerung dient. Welche Bedeutung sein Engagement einmal für uns alle haben würde, konnte er wohl kaum ahnen.

 

Der Baum: mehr als nur ein Freund

Mit etwa 30 Jahren hat ein Baum seine vollständige Größe erreicht. Dann wandelt er pro Jahr um die 5 Tonnen Kohlendioxid in gut 4,5 Tonnen Sauerstoff für uns um. Je nach Art und Größe nimmt so ein Baum im Jahr 30.000 bis 50.000 Liter Wasser auf und gibt es über die Blätter wieder ab. Besonders in heißen Sommern eine Wohltat für uns, denn Bäume sind natürliche Klimaanlagen und sorgen vor allem in Städten für Erfrischung. Ganz nebenbei reinigt der Baum dabei auch noch die Luft und filtert Jahr für Jahr eine Tonne Staub und andere Schadstoffe heraus. Umso fataler ist es, dass viele Bäume dem menschlichen Lebensraum nach und nach weichen müssen. Zunehmende Hitze und Stürme erschweren außerdem die Startbedingungen für Baumsetzlinge, so dass eine große Zahl in den letzten Jahren nicht angewachsen ist. Und auch der Lebenszyklus erwachsener Bäume ist vermehrt in Gefahr. Stürme, extreme Dürren, Waldbrände und Borkenkäfer setzen unseren Bäumen und Wäldern massiv zu.

 

Die Baum-Mischung macht´s

Etwas mehr als die Hälfte unserer Wälder sind Fichtenwälder. In den vergangenen Jahren hat sich aber gezeigt, dass vor allem diese sogenannten Monokulturen den aktuellen Bedingungen nicht gut standhalten können. Natürliche Laub- und Mischwälder erweisen sich als widerstandsfähiger. Gut neunzig Baumarten sind hierzulande heimisch. Die häufigsten davon sind Fichte, Kiefer, Rotbuche und Eiche. Baum des Jahres 2020 ist übrigens die Robinie, eine widerstandsfähige und anspruchslose Baumart. Naturschützer sehen in der aus Nordamerika stammenden Robinie eine Gefahr für heimische Baumbestände. Auf der Suche nach dem Klimawandel trotzenden Baumarten besticht die Robinie jedoch durch eine besondere Hitzebeständigkeit und dem Auskommen mit schwierigen Bodenverhältnissen. Aufgrund der langen Wachstumsphase eines Baumes lässt sich zerstörter Baumbestand ohnehin nicht in Kürze ersetzen. Langfristig werden sich mit veränderten Klimabedingungen wohl auch unsere Baumbestände und Wälder sichtlich verändern.

 

Schutzmaßnahmen für den Baum

Bäume sind ein fester Bestandteil unseres Lebensraumes. Das spürt man besonders in einem Neubaugebiet, das erst so richtig wohnlich mit den ersten Baumpflanzungen wird. Doch mit uns und unseren Häusern werden auch die Bäume älter und brauchen manchmal eine besondere Beachtung. Damit Stürme nicht zu massiven Baumschäden führen, sollte bei  Anschaffung, Anpflanzung und Pflege folgendes beachtet werden:

  • Pflanzen Sie möglichst heimische und robuste Baumarten, die dicht und tief verwurzelt sind
  • Pflanzen Sie auch Hecken, diese schützen bei Wind und Sturm
  • Gießen Sie bei Hitze auch Ihre Bäume und Hecken
  • Zäune sollten Sie sturmfest verankern
  • Kontrollieren Sie Ihre Bäume regelmäßig auf abgestorbene Äste, auffallend trockenes Laub schon im Sommer, Beschädigungen an der Rinde oder Pilzbefall an Stamm und Wurzeln
  • Sichern Sie umsturzgefährdete Bäume
  • Entfernen Sie morsche Äste
  • Schneiden Sie besonders hohe Baumkronen bei Bedarf rechtzeitig zurecht
  • Schauen Sie sich nach einem Sturm Ihre Bäume sehr genau an

Falls Sie einen Baumpfleger zu Rate ziehen wollen, können Sie den Einsatz übrigens als „haushaltsnahe Dienstleistung“ steuerlich absetzen.

 

Und wenn der Baum doch fällt?

Fallen trotz aller Schutzmaßnahmen einzelne Äste oder sogar ganze Bäume, drohen unangenehme Folgen. Damit weder Mensch noch Tier verletzt werden, ist die Vorbeugung deshalb enorm wichtig. Kommt es zu einem Sturmschaden durch herabfallende Äste oder umgestürzte Bäume, prüft der Versicherer für die Schadenregulierung auch den ursprünglichen Zustand des betroffenen Baumes. Der Umfang des Schadens hängt letztlich davon ab, ob der Baum womöglich auf ein Haus oder Auto herabgestürzt ist. In jedem Fall sollte der gesamte Schaden gut dokumentiert und fotografiert sowie umgehend dem Versicherer gemeldet werden. Außerdem ist eine schnelle Info an Polizei und Feuerwehr wichtig, am besten bereits dann, wenn ein Baum zu fallen droht.

 

Eine gute Verbindung: Baum und Mensch

Was die guten Effekte betrifft, geht der Baum dem Menschen gegenüber doch ganz schön in Vorleistung. Er schützt unseren Lebensraum und gleicht viele unserer schädlichen Verhaltensweisen aus. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil für uns Menschen: Der Aufenthalt in Wäldern pusht unser Immunsystem und zwar über das Einatmen von Terpenoiden. Das sind die von uns als sehr angenehm empfundenen Duftstoffe der Bäume, die Teil deren Kommunikationssystems sind. Da sollten wir doch auch viel mehr für unsere Bäume tun und am besten alle zum besonderen Baumfreund wie Julius Sterling Morton werden.

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