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Tierversicherungen

Wenn Mietz & Bello nur spielen wollen!

Haustiere sind uns als Freunde, Vertraute und Gefährten lieb und teuer. Gut, dass wir sie und uns gegen (fast) alle Wechselfälle des Lebens versichern können. Welche Tierversicherungen es gibt und wie sinnvoll sie sind, erzählen wir im Ratgeber.

Hund und Katze sind häufig unsere besten Freunde. Gut, dass es Tierkrankenversicherungen gibt. Mit einer Tierhaftpflichtversicherungen sichern Sie sich gegen Schäden ab, die Ihr Liebling verursacht.

"Ooops!" "Kein Spielzeug?" "Böser Hund?" Keine Panik! Die meisten Schäden, die Ihr Haustier verursacht, werden von einer Versicherung übernommen. Das ist entweder die Privathaftpflichtversicherung oder die Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Was ist eine Tierversicherung?

Eine Tierversicherung schützt Sie vor den Kosten, die durch Ihr Tier entstehen. Tiere lassen sich, wie Menschen, umfangreich versichern.

Folgende Arten von Tierversicherungen gibt es:

  1. Tierkrankenversicherung: Die Tierkrankenversicherungen gibt es als Voll-, Unfall- oder OP-Versicherung.
  2. Tierhalterhaftpflicht: die Tierhalterhaftpflicht ersetzt Schäden, die Ihr Tier Dritten zufügt. Das können der beißende Hund, das tretende Pferd oder die kratzende Katze sein.

Tierkrankenversicherungen

Tierkranken-Vollversicherungen ähneln den Krankenversicherungen, die wir als Menschen abschließen. Sie sind der teuerste Tarif, decken dafür aber alle Kosten ab, die durch die Gesundheit des Tieres entstehen können: medizinische Diagnosen, Medikamente, Operationskosten und weitere Folgenkosten für medizinisch notwendige Maßnahmen.

Tier-Unfallversicherungen decken die Kosten, die durch Unfälle am bzw. mit dem Tier entstehen. Wird ihr Vierbeiner in einen Unfall verwickelt und verletzt sich dabei, werden die Tierarztkosten übernommen. Diese Versicherung ist günstiger als eine Vollversicherung und für teure und unfallgefährdete Tiere wie Pferde sinnvoller als für andere, etwa für Katzen.

Tier-OP-Versicherungen decken alle Kosten und Folgekosten, die im Rahmen einer OP entstehen. Wenn Ihr Tier operiert werden muss, etwa bei einer Kreuzbandverletzung, übernimmt die Versicherung die Kosten für die Operation selbst, die Unterbringung in der Tierklinik und weitere damit zusammenhängende Kosten.

Was leisten sie

In den meisten Fällen werden nur gesunde Tiere versichert. Tierversicherungen haben ein Mindest- und ein Höchstalter für das jeweilige Tier. Damit wird das Risiko für den Versicherer minimiert, der dann dafür bessere Konditionen anbieten kann.

Gleichzeitig zahlen Sie höhere Beiträge, je älter das Tier ist. Das bedeutet, dass Sie die günstigsten Konditionen erhalten, wenn Sie es frühestmöglich versichern – dafür zahlen Sie länger in die Versicherung ein.

Tierversicherungen haben keine Pauschalpreise: Die Beiträge sind abhängig von Rasse, Größe, Gewicht, Alter und der Art der Haltung. Je nach Tierart fallen ebenfalls andere Beiträge an, die sich nach der Gefährlichkeit und der Seltenheit der Tiere richtet.

Die meisten Versicherungen haben eine dreimonatige Wartezeit bei Krankheiten. Erkrankt Ihr Tier in dieser Zeit, leistet die Versicherung keinen Kostenersatz.

Als Tierhalter müssen Sie auch auf die Selbstbeteiligung achten. Diese liegt in vielen Fällen bei 20%. Außerdem übernehmen Tierversicherer oftmals nicht den vollen Satz der Tierarztrechnung. Tierärzte dürfen, ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung für Menschen, bei Behandlungen bis zum dreifachen Satz der Gebührenordnung berechnen. Es gibt demzufolge auch keine Festpreise. Die Tierkrankenversicherung übernimmt in der Regel maximal den doppelten Satz. Das bedeutet, dass Sie als Tierhalter einen großen Teil der Rechnung ohnehin selbst bezahlen müssen.

Privat- und Tierhalterhaftpflicht

Als Tierhalter sollten Sie Versicherungen abschließen, die Schadensersatzforderungen gegen Sie abdecken. Dazu zählen die Privathaftpflichtversicherung und die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Ob Sie eine Tierhalterhaftpflichtversicherung benötigen oder ob Ihre Privathaftpflicht ausreicht, hängt von der Tierart ab.

In einer Privathaftpflicht sind Kleintiere in vielen Fällen mit abgedeckt. Als Kleintier zählen alle Tiere, von denen keine Belästigung zu erwarten ist und die nicht als Nutztiere gehalten werden. Dazu zählen Nager, Vögel, Zwergkaninchen oder Schildkröten. Das heißt, dass Schäden, die etwa Ihre Katze beim Krallenschärfen an den Türzargen anrichtet, abgesichert sind.  Hunde und Katzen zählen zwar nicht zu den Kleintieren, sind jedoch in den häufig Privathaftpflichtversicherungen als zahme Haustiere abgesichert. Das gilt für alle Sach- und Personenschäden.

Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung deckt ebenfalls Schäden ab, die das Tier einem Dritten zufügt. Das ist insbesondere für bestimmte Hunderassen relevant, die je nach Bundesland als sogenannte Listenhunde (besser bekannt als Kampfhunde) gewertet werden. In diesen Fällen ist die Tierhalterhaftpflicht eine Pflichtversicherung für den Halter. Sinnvoll ist eine Tierhalterhaftpflicht jedoch auch für Pferdehalter oder Halter von anderen Tieren, die eine größere Unfallgefahr aufweisen oder die oft in Kontakt mit anderen Menschen stehen. Dazu zählen auch auch größere Hunde, die nicht als Kampfhunde gewertet werden.

Tierhaftpflicht bei der GEV

Wenn Sie eine Privathaftpflichtversicherung bei der GEV besitzen, können Sie diese mit einer Hundehaftpflicht erweitern. Die sichert neben den Schäden, die der eigene Hund verursacht, zum Beispiel auch das Ausführen fremder Hunde oder das Reiten fremder Pferde ab.

Exotische Tiere versichern: Geht das?

Ja, Sie können auch exotische Tiere versichern lassen. Aufgrund der großen Vielfalt der Tierwelt werden Versicherer Ihnen nur auf Anfrage ein Angebot zukommen lassen. Für exotische, sprich nicht-heimische Tiere, werden meistens höhere Beiträge fällig.

Bei gefährlichen Tieren, etwa giftigen Schlangen oder Spinnen, ist der Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung sowieso sehr anzuraten. Sie als Tierhalter sind zum Schadensersatz verpflichtet und der Gesetzgeber ordnet Tiere als unberechenbare Gefahrenquelle ein. Sie können nicht davon ausgehen, dass eine gute Erziehung und Dressur vor Schaden schützen. Sie müssen außerdem sicherstellen, dass das Tier in Ihrer Abwesenheit gesichert ist und keine Schäden anrichten kann. Sie haften auch bei Schäden, die das Tier in Ihrer Abwesenheit anrichtet.

Welche Tierversicherung ist sinnvoll?

In den meisten Fällen ist eine Tierkrankenversicherung finanziell nicht sinnvoll. Das gilt insbesondere für Vollversicherungen, die 30–100€ und mehr pro Monat kosten können. Legen Sie stattdessen Geld für Notfälle zurück, mit dem Sie die medizinischen Kosten für das Tier abdecken können.

Anders ist es bei OP- und Unfall-Versicherungen: Mit niedrigen Beiträgen können Sie die größten Kostenpunkte wie Aufenthalte in der Tierklinik und der Operation selbst absichern. Das ist ein guter Mittelweg aus Kosten und Versicherungsschutz.

In manchen Fällen, etwa bei Listen- bzw. Kampfhunden, ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung Pflicht. Informieren Sie sich über die Gesetzeslage in Ihrem Bundesland, denn es gibt keine bundesweit geltende Regelung dafür, ob bestimmte Hunderassen gefährlich sind.

Sinnvoll ist eine Tierhalterhaftpflicht immer dann, wenn das Tier größer ist, sich draußen aufhält und viel mit Menschen in Kontakt steht. Unfälle können immer passieren, selbst beim besten Dressurpferd oder dem liebsten Labrador. Daher ist eine Haftpflichtversicherung für das Tier Teil einer richtigen Vorsorge.


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