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RATGEBER

Warum die optimale Raumtemperatur so wichtig ist

Stand: Oktober 2026 – Erstellt von der GEV-Redaktion

Unser Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden hängt stark davon ab, wie warm oder kalt es dort ist. Darüber hinaus hat die Raumtemperatur großen Einfluss auf die Gesundheit sowie den Energieverbrauch und damit auch auf die Heizkosten und die Umwelt. Worauf Sie bei der idealen Raumtemperatur achten sollten und warum diese von Zimmer zu Zimmer unterschiedlich und von Mensch zu Mensch individuell ist.

Hund schläft auf Couch und fühlt sich wohl! Die Raumtemperatur ist für ihn richtig.

Die richtige Raumtemperatur ist wichtig, damit sich alle Bewohner wohlfühlen. Sie hat Auswirkungen auf die Gesundheit, auf den Energieverbrauch und verhindert optimalerweise die Schimmelbildung.

 

Heizen bleibt teuer: Laut Heizspiegel 2026 lagen die durchschnittlichen Heizkosten 2025 für eine 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus bei rund 1.170 Euro mit Erdgas, 1.295 Euro mit Fernwärme, 1.030 Euro mit Heizöl und 715 Euro mit einer Wärmepumpe. Ein großer Hebel liegt direkt am Thermostat: Schon ein Grad weniger kann den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent senken. Die richtige Raumtemperatur spart aber nicht nur Geld. Sie trägt auch zum Wohlbefinden bei und hilft, das Schimmelrisiko zu senken. Wir zeigen Ihnen, wie warm jeder Raum sein sollte.

 

Zusammenfassung: Die optimale Raumtemperatur

Die ideale Raumtemperatur hängt vom Zweck des Raums und vom persönlichen Empfinden ab. Wer sie richtig einstellt, wohnt angenehmer und kann Heizenergie sparen.

  • Als Richtwerte gelten für das Wohnzimmer 20 bis 22 Grad, Schlafzimmer 16 bis 19 Grad, Bad 22 bis 24 Grad, Küche 18 Grad und Flur 15 Grad.
  • Ein Grad weniger kann den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent senken.
  • In der Heizperiode sollten Wohn- und Schlafräume in der Regel nicht unter etwa 16 bis 18 Grad auskühlen. Bei schlecht gedämmten Gebäuden kann eine höhere Temperatur nötig sein, um das Schimmelrisiko gering zu halten.
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte etwa zwischen 40 und 60 Prozent liegen.
  • Das Gesetz nennt keine festen Raumtemperaturen. Die Rechtsprechung orientiert sich jedoch häufig an Mindestwerten von etwa 20 bis 22 Grad tagsüber und 18 Grad nachts.

 

Inhalt

 

Warum die richtige Raumtemperatur wichtig ist

Zu Hause ist es doch am schönsten! Aber um sich rundum wohlzufühlen, muss auch die Raumtemperatur stimmen. Das Wärmeempfinden ist zwar unterschiedlich, jedoch gibt es Empfehlungen für die optimale Raumtemperatur. Diese Tipps sorgen für hohen Wohnkomfort und helfen gleichzeitig, die Gesundheit zu schützen und Energie bzw. Heizkosten zu sparen.

Vorteile einer idealen Raumtemperatur

Ist die Raumtemperatur optimal oder nahezu optimal eingestellt, hat das positiven Einfluss auf:

  • Wohlbefinden: Bei der am angenehmsten empfundenen Raumtemperatur kann der menschliche Körper seine überschüssige Wärme am besten an seine Umgebung abgeben. Innerhalb dieser Behaglichkeitstemperatur fühlen sich Bewohner am wohlsten und sind zum Beispiel in einem Arbeitszimmer auch leistungsfähiger.
  • Gesundheit: Trockene Wärme und geringe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung führen schnell zur Austrocknung der Schleimhäute. Gerade in der kalten Jahreszeit steigt dadurch das Risiko von Erkältungen, weil Viren und Bakterien leichter Zugang finden. Zudem können ausgetrocknete Augen oder die Nase sehr empfindlich werden. Zu niedrige Temperaturen leisten wiederum der Schimmelbildung Vorschub, weil Feuchtigkeit an kühlen Wandflächen kondensiert.
  • Heizkosten: Ist es zu warm in den Wohnräumen, ist der Energieverbrauch unnötig hoch, was am Ende Geld kostet. Experten beziffern bei einer Temperatur von einem Grad weniger die Energieersparnis auf bis zu sechs Prozent.
  • Umweltschutz: Insbesondere bei fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas bedeutet ein unnötig hoher Energieverbrauch auch mehr Emissionen. Simpel gesagt: Eine Regulierung der Temperatur nach unten spart Ressourcen, sorgt für weniger Luftverschmutzung bzw. CO2-Ausstoß und schont damit die Umwelt.

Was für die ideale Raumtemperatur entscheidend ist

Die durchschnittliche Raumtemperatur geben Experten mit 19 bis 23 Grad an. Doch diese Angabe kann nur als Richtwert dienen, denn die ideale Raumtemperatur ist subjektiv und hängt von vielen Dingen ab, vor allem vom Zweck des Raums. Da man sich tagsüber in Wohnräumen logischerweise deutlich länger aufhält als im Schlafzimmer, sollten diese Räume wärmer sein.

Außerdem spielt es bei der optimalen Temperatur eine große Rolle, wie viele Personen sich in einem Raum aufhalten, wie lange sie dort verweilen und wie aktiv sie sind. Auch Kleidung, persönliche Vorlieben sowie die Temperatur von Wänden, Fenstern und Böden beeinflussen das Wärmeempfinden. Deshalb ist bei der Innentemperatur immer auch das persönliche Wohlbefinden entscheidend.

Ein weiterer Aspekt auf der Suche nach der optimalen Temperatur sind sicher die Bausubstanz und das Alter der Wohnung bzw. des Hauses. In weniger gut gedämmten Zimmern müssen Sie stärker heizen, weil die Räume schneller auskühlen.

Behaglichkeitstemperatur

Die Wärmeregulierung des Körpers kostet Kraft und Anstrengung. Bei der sogenannten Behaglichkeitstemperatur kann der Mensch am besten seine überschüssige Wärme an die Umgebung abgeben. Die Behaglichkeitstemperatur steht für das Wärmewohlbefinden in Innenräumen und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Ist diese Temperatur richtig eingestellt, sind das Wärmewohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am größten. Die Behaglichkeitstemperatur hängt auch ab von der Aktivität einer Person, ihrer Kleidung und der Feuchte im Raum. In Zimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit fühlen sich Menschen auch bei niedrigeren Temperaturen wohl. Je niedriger aber der Grad der relativen Feuchte ist, desto höher sollte die Raumtemperatur sein.

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Raumtemperatur richtig einstellen und messen

Raumtemperatur richtig messen

Um die Lufttemperatur im Raum genau messen zu können, sollten Sie ein strahlungsgeschütztes Thermometer verwenden, das präzise misst. Praktisch alle Thermometer, die im Arbeitsschutz verwendet werden, sind per se erst einmal strahlungsgeschützt. Messen Sie dabei in einer Höhe von circa einem Meter. Um ein gutes Ergebnis zu bekommen, empfiehlt es sich, zu verschiedenen Tageszeiten zu messen.

Wann der ideale Wärmegrad erreicht ist, ist sehr subjektiv. Messen Sie die Temperatur, wenn Sie für sich das Gefühl von persönlichem Wohlbefinden haben. Dabei spielt sicher eine Rolle, ob man sich viel bewegt und oft aufsteht und in diesen Phasen weniger Wärme benötigt. Messen Sie nicht nur zu verschiedenen Tageszeiten, sondern auch in verschiedenen Situationen, um sich an die optimale Temperatur im jeweiligen Raum heranzutasten.

Thermostat richtig einstellen

Mit konventionellen Heizkörpern, die über ein Thermostatventil verfügen, lässt sich die Temperatur in den Räumen gut einstellen. Die Zahlen auf dem Thermostat stehen für eine bestimmte Temperatur. Achten Sie darauf, dass es sich dabei um die Solltemperatur handelt, also jene, die im Raum herrschen soll. Ist diese erreicht, fließt zunächst kein neues Heizwasser durch den Heizkörper. Die Ventile im Thermostat fühlen regelmäßig die Raumlufttemperatur und sorgen dafür, dass die Wärme konstant bleibt.

Die Thermostatstufen und die übersetzte Temperatur:

  • Stufe 1 = 12 Grad Celsius
  • Stufe 2 = 16 Grad Celsius
  • Stufe 3 = 20 Grad Celsius
  • Stufe 4 = 24 Grad Celsius
  • Stufe 5 = 28 Grad Celsius

Smarte Thermostate: Heizen nach Zeitplan

Wer die Raumtemperatur nicht ständig von Hand nachregeln möchte, rüstet auf smarte Thermostate um. Die Geräte ersetzen den klassischen Drehregler am Heizkörper und lassen sich per App steuern. Smarte Thermostate heizen nach Zeitplan: morgens warm im Bad, tagsüber abgesenkt, abends gemütlich im Wohnzimmer. Viele Modelle erkennen offene Fenster und drehen die Heizung beim Stoßlüften automatisch herunter.

Der Einbau gelingt in der Regel ohne Handwerker: Altes Thermostat abschrauben, neues aufschrauben, fertig. Die Kosten liegen je nach Modell bei 30 bis 100 Euro pro Heizkörper. Durch die genauere Steuerung sparen Haushalte nach Herstellerangaben und Praxistests etwa fünf bis zehn Prozent Heizenergie. Die Anschaffung rechnet sich damit oft schon nach wenigen Heizperioden.

Neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit checken

Trockene Luft kann zu Erkrankungen führen. Gerade im Winter liegt die Luftfeuchtigkeit durch das ständige Heizen stark unter der empfohlenen Luftfeuchtigkeit. Messen Sie daher neben der Raumtemperatur auch die Luftfeuchtigkeit. Nur so können Sie die optimalen Raumtemperaturen und das Wohlbefinden im eigenen Zuhause sicherstellen.

Mit einem Hygrometer können Sie digital oder analog die Luftfeuchtigkeit im Raum messen. Dieses kleine Gerät gibt es im Baumarkt oder im Internet. Als allgemeine Orientierung sollte die relative Luftfeuchtigkeit etwa zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer gemeinsam zu betrachten. Stellen Sie das Instrument an zentraler Stelle im Raum auf, nicht am Fenster oder über der Heizung. Messen Sie im Zweifel mehrfach.

Wie Sie mit dem richtigen Luftaustausch Feuchtigkeit reduzieren, erfahren Sie auch in unserem Ratgeber richtig lüften und Schimmel vermeiden.

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Die ideale Temperatur für verschiedene Wohnräume

Schlafzimmer

In der Nacht sinken Körpertemperatur und Herzfrequenz, der Mensch regeneriert. Ein kühler Kopf ist wichtig. Schwitzen dagegen strengt an, der Schlaf wird unruhig.

Die empfohlene Temperatur für das Schlafzimmer ist deshalb eher niedrig, sie liegt meist bei 16 bis 19 Grad. Ältere Menschen oder Personen mit höherem Wärmebedürfnis können die Temperatur entsprechend höher einstellen. Wie niedrig die Temperatur sein darf, hängt auch von der Bausubstanz und der Luftfeuchtigkeit ab.

Sind 12 oder 14 Grad im Schlafzimmer zu kalt?

Für die Heizperiode sind 12 oder 14 Grad auf Dauer eher zu niedrig. Als Orientierung werden für Wohn- und Schlafräume mindestens etwa 16 bis 18 Grad empfohlen. Bei schlecht gedämmten Gebäuden oder hoher Luftfeuchtigkeit kann eine höhere Temperatur nötig sein, um das Schimmelrisiko gering zu halten.

Gerade bei längerer Abwesenheit sollten Räume im Winter deshalb nicht unkontrolliert auskühlen. Welche Schäden bei starken Minusgraden entstehen können und wie Sie vorbeugen, lesen Sie in unserem Ratgeber Frostschäden am Haus vermeiden.

Wichtig: Lüften Sie das Schlafzimmer abends vor dem Einschlafen und morgens nach dem Aufwachen gründlich, damit Feuchtigkeit nach außen gelangt. Im Winter reichen beim Stoßlüften meist etwa fünf bis zehn Minuten; bei sehr kalten Außentemperaturen kann es auch kürzer sein. An warmen Tagen können Sie das Fenster bei passenden Außenbedingungen auch länger geöffnet lassen. Ist die Luft im Schlafzimmer zu trocken, können die Schleimhäute austrocknen.

Tagsüber benötigt das Schlafzimmer wenig Wärme, weil es in der Regel nicht benutzt wird. Steht im Schlafzimmer aber ein Schreibtisch zum Arbeiten, passen Sie die Temperatur am Tag entsprechend an.

Wohnzimmer

Da viele Menschen in diesem Raum die meiste Zeit verbringen, darf es im Wohnzimmer auch gern wärmer sein. Die optimale Temperatur sollte zwischen 20 und 22 Grad liegen, mit Kleinkindern sogar bei 23 oder 24 Grad. In der Regel findet im Wohnzimmer wenig körperliche Betätigung statt, der Raum dient eher dem gemütlichen Beisammensein. Entsprechend sollte man sich an die Wohlfühltemperatur herantasten. Aber zur Erinnerung: Mit einem Grad weniger können Sie die Energiekosten um bis zu sechs Prozent senken.

Arbeitszimmer

In Zeiten von Homeoffice arbeiten inzwischen viele Menschen gelegentlich oder oft zu Hause. Im Arbeitszimmer ist eine angenehme Raumtemperatur wichtig, um konzentriert arbeiten zu können. Als Orientierung eignen sich etwa 20 bis 22 Grad; je nach persönlichem Wärmeempfinden, Kleidung und Aktivität kann die Wohlfühltemperatur davon abweichen. Und auch hier gilt: mehrmals täglich stoßlüften, statt die Fenster permanent gekippt zu halten.

Küche

Backofen, Herd, Küchengeräte und Töpfe, Spülmaschine und vielleicht der Wäschetrockner sind Wärmequellen und heizen die Küche auf. Zudem sind die Bewohner in der Küche auch meist in Bewegung. Deshalb braucht dieser Raum eine Temperatur von nur circa 18 Grad. Falls es dort im Winter doch kälter wird, justieren Sie beim Heizen einfach nach.

Badezimmer

Das Wärmebedürfnis in diesem Raum liegt höher. Die optimale Temperatur im Badezimmer geben Experten mit 22 bis 24 Grad an. Aufgrund der naturgemäß hohen Luftfeuchtigkeit ist es im Bad notwendig, ausreichend zu lüften. Andernfalls steigt das Risiko der Schimmelbildung.

Flur

Die optimale Innentemperatur im Flur liegt deutlich unter den Richtwerten der anderen Räume. Hier reichen 15 Grad aus. Im Winter sollten aber, soweit es möglich ist, die Türen zu den beheizten Räumen geschlossen werden, damit die kalte Luft aus dem Flur nicht dauerhaft in den warmen Wohnbereich eindringt.

In einem Treppenhaus kommen Sie übrigens schon mit sieben bis zehn Grad aus, wenn die Umstände günstig sind, sprich: keine angrenzenden Wohnräume.

Kinderzimmer

Babys oder Kleinkinder können sich schnell auskühlen. Deshalb sollten die Temperaturen im Kinderzimmer höher sein, wenn der Nachwuchs noch sehr jung ist. Tagsüber darf der Raum 22 oder 23 Grad warm sein, in der Nacht kann dann auf 18 Grad heruntergekühlt werden. Bei größeren Kindern, die beim Spielen in ihren Zimmern viel in Bewegung sind, darf die Temperatur etwas niedriger sein.

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Raumtemperatur im Winter und beim Energiesparen

Winter und Sommer: Unterschiede bei der optimalen Raumtemperatur

Im Winter ist es für die Bewohner besonders schwer, die richtige Temperatur zu finden. Mal sind die Räume zu warm, mal zu kalt. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann die Temperatur absenken. Räume sollten jedoch nicht so stark auskühlen, dass Schimmel- oder Frostschäden drohen. Auch das Umweltbundesamt gibt Tipps zum richtigen Heizen. Grundsätzlich sollten die Türen zu angrenzenden, eher kühlen Räumen geschlossen sein, damit weniger Wärme aus den besser beheizten Zimmern verloren geht.

Im Sommer empfiehlt es sich, tagsüber die Fenster geschlossen zu halten und den Raum eventuell abzudunkeln, damit möglichst wenig Hitze von außen nach innen gelangt.

Raumtemperatur und Heizkosten: Das kostet Wärme aktuell

Wie stark die Raumtemperatur den Geldbeutel beeinflusst, zeigt der Heizspiegel 2026 von co2online. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus lagen die durchschnittlichen Heizkosten im Abrechnungsjahr 2025 bei rund 1.170 Euro mit Erdgas, 1.295 Euro mit Fernwärme, 1.030 Euro mit Heizöl und 715 Euro mit einer Wärmepumpe.

Seit Januar 2026 liegt der CO2-Preis bei 55 bis 65 Euro pro Tonne und verteuert das Heizen mit Öl und Gas zusätzlich. Umso mehr lohnt der Blick aufs Thermostat: Ein Grad weniger kann den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent senken. Auch eine passende Heizkurve und richtiges Stoßlüften helfen, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Tipps zum Energiesparen

  • Achten Sie darauf, dass keine Vorhänge oder Möbel die Heizkörper verdecken, damit Räume schneller und gleichmäßig warm werden.
  • Senken Sie die Raumtemperatur nachts. In Wohn- und Arbeitsräumen sind circa fünf Grad weniger möglich. Moderne Heizungsanlagen ermöglichen eine zentral gesteuerte Absenkung.
  • Reduzieren Sie die Temperatur tagsüber auf etwa 18 Grad, wenn Sie über einen längeren Zeitraum nicht zu Hause sind.
  • Bei längerer Abwesenheit können Sie die Raumtemperatur weiter absenken. Wie weit, hängt unter anderem von Gebäude, Außentemperatur und Feuchtigkeit ab. Die Räume sollten jedoch nicht so stark auskühlen, dass Schimmel- oder Frostschäden drohen.
  • Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen und dämmen Sie frei liegende Heizungsrohre. Beides kostet wenig und senkt den Verbrauch spürbar.

Weitere Maßnahmen – von der Dämmung von Heizungsrohren bis zum richtigen Umgang mit Fenstern und Heizkörpern – finden Sie in unserem Ratgeber Heizenergie sparen.

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Mindesttemperatur in der Mietwohnung

Welche Temperaturen Vermieter ermöglichen müssen

Ein Gesetz, das konkrete Raumtemperaturen in Mietwohnungen vorschreibt, gibt es nicht. Die Rechtsprechung orientiert sich jedoch häufig an bestimmten Mindestwerten. So werden für Wohnräume tagsüber meist etwa 20 bis 22 Grad und nachts etwa 18 Grad als Orientierung herangezogen. Welche Anforderungen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von den Umständen und der jeweiligen Rechtsprechung ab.

Werden erforderliche Temperaturen nicht erreicht, kann ein Mietmangel vorliegen. Unter den Voraussetzungen des § 536 BGB kann die Miete dann gemindert sein; die Höhe hängt vom konkreten Einzelfall ab. Für Vermieter heißt das: Halten Sie die Heizungsanlage instand und reagieren Sie zügig auf Mängelanzeigen. Das hilft auch, Folgeschäden wie Schimmel oder Frostschäden an Leitungen zu vermeiden.

Übrigens: Auch Mieter stehen in der Pflicht. Sie müssen so heizen und lüften, dass am Gebäude keine Schäden entstehen. Wer die Wohnung im Winter auskühlen lässt und dadurch Schimmel verursacht, haftet unter Umständen selbst für den Schaden.

Gerichtsentscheidungen zum Thema Raumtemperatur

Nachts müssen 18 Grad möglich sein

Das Amtsgericht Köln hat die Grenzen der Nachtabsenkung abgesteckt (Urteil vom 05.07.2016, Az. 205 C 36/16). Eine Vermieterin hatte die Heizungsanlage zu Beginn der Heizperiode zwischen 0 und 6 Uhr heruntergefahren, um Energie zu sparen. Die Mieter einer Dachgeschosswohnung maßen morgens zwischen 8 und 9 Uhr nur 16 bis 17 Grad und minderten die Miete. Die Vermieterin hielt 16 Grad in der Nacht für ausreichend. Das Gericht sah das anders: Enthält der Mietvertrag keine Regelung, muss die Anlage in der Heizperiode von Oktober bis April so eingestellt sein, dass zwischen 23 und 6 Uhr in allen Räumen 18 Grad erreichbar sind. Eine Nachtabsenkung bleibt also erlaubt, sie darf aber nicht unter diese Schwelle führen. Wer eine Zentralheizung betreibt, sollte die Absenkkurve deshalb regelmäßig prüfen lassen.

18 Grad tagsüber rechtfertigen eine Mietminderung

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg entschied im konkreten Fall, dass eine Wohnung, in der nur eine Durchschnittstemperatur von 18 Grad erreicht wurde, einen Mangel aufwies (Urteil vom 27.05.1999, Az. 19 C 228/98). Das Gericht hielt eine Mietminderung von zehn Prozent für gerechtfertigt. Aus einem einzelnen Urteil lässt sich jedoch keine allgemeingültige Minderungsquote ableiten; entscheidend sind die Umstände des jeweiligen Falls.

Heizungsausfall im Winter: 70 Prozent weniger Miete

Fällt die Heizung über Wochen komplett aus, wiegt der Mangel schwer. Beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ging es um eine Wohnung, die von Anfang Oktober bis Anfang Dezember nicht regulär beheizbar war und nur über mobile Geräte warm wurde (AG Berlin-Charlottenburg, Urteil vom 07.06.2013, Az. 216 C 7/13). Das Gericht hielt eine Minderung von 70 Prozent der Warmmiete für angemessen. Ein Heizungsausfall in der Heizperiode führe innerhalb weniger Tage zu spürbarem Auskühlen der Räume, das sei gerichtsbekannt. Wichtig ist der zweite Teil der Entscheidung: Wer den Mangel kennt und die Miete trotzdem vorbehaltlos in voller Höhe weiterzahlt, kann das Geld später nicht zurückfordern (§ 814 BGB). Für Vermieter heißt das umgekehrt: Reparieren Sie zügig und dokumentieren Sie jeden Schritt.

Fazit: Die optimale Raumtemperatur lohnt sich dreifach

Die richtige Raumtemperatur ist kein Luxus, sondern zahlt sich gleich mehrfach aus. Sie fühlen sich wohler, schützen Ihre Gesundheit und sparen bares Geld: Jedes Grad weniger senkt die Heizkosten um bis zu sechs Prozent. Orientieren Sie sich an den Richtwerten für die einzelnen Räume und tasten Sie sich an Ihre persönliche Wohlfühltemperatur heran. Behalten Sie dabei auch die Luftfeuchtigkeit im Blick, denn Temperatur und Feuchte entscheiden gemeinsam über das Schimmelrisiko. Für versicherte Schäden am Gebäude kann – abhängig von Schadenursache und vereinbartem Versicherungsschutz – die Wohngebäudeversicherung relevant sein.

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Häufige Fragen zur optimalen Raumtemperatur

Was bedeutet das Schneeflockensymbol am Thermostat?

Die Schneeflocke steht für die Frostschutzstellung. Das Ventil öffnet erst, wenn die Raumtemperatur unter etwa fünf Grad fällt. Das schützt die Leitungen vor dem Einfrieren, mehr aber nicht. Für längere Abwesenheit ist die Stufe deshalb nicht geeignet. Bei fünf Grad kühlen Wände und Möbel stark aus, und die Feuchtigkeit im Raum kondensiert. Stellen Sie stattdessen auf etwa 15 Grad, also knapp unter Stufe 2.

Zahlt die Wohngebäudeversicherung, wenn Leitungen einfrieren?

Frostbedingte Bruchschäden an versicherten Rohren können von der Wohngebäudeversicherung erfasst sein. Maßgeblich sind der konkrete Versicherungsvertrag und die vereinbarten Versicherungsbedingungen. Zu den vertraglichen Pflichten kann gehören, das Gebäude in der kalten Jahreszeit ausreichend zu beheizen und die Heizung regelmäßig zu kontrollieren oder wasserführende Anlagen abzusperren und zu entleeren. Werden solche Obliegenheiten verletzt, kann die Versicherungsleistung unter den vertraglichen Voraussetzungen gekürzt werden oder entfallen. Wie Sie Leitungen vorbeugend schützen, erfahren Sie im GEV-Ratgeber Wasserleitungen vor Frost schützen.

Warum fühlt sich ein Raum kalt an, obwohl das Thermometer 21 Grad zeigt?

Ihr Wärmeempfinden hängt nicht allein von der Lufttemperatur ab, sondern auch von der Temperatur der Wände, Fenster und Böden. Sind diese Flächen deutlich kühler, gibt der Körper mehr Wärme nach außen ab. Der Raum wirkt dann klamm, obwohl das Thermometer einen guten Wert anzeigt. Typisch ist das bei Altbauten, ungedämmten Außenwänden und alten Fenstern. Abhilfe schaffen Dämmung, moderne Verglasung und Teppiche auf kalten Böden.

Wie warm sollte ein Keller sein?

Im Keller genügen 10 bis 15 Grad. Wichtig ist vor allem das richtige Lüften. Im Sommer strömt warme, feuchte Luft in den kühlen Keller und schlägt sich an den kalten Wänden als Kondenswasser nieder. Öffnen Sie die Fenster deshalb nur in den frühen Morgenstunden oder nachts, wenn die Außenluft kühler ist als der Keller. Im Winter dürfen Sie tagsüber lüften.

Reicht ein dauerhaft gekipptes Fenster zum Lüften?

Nein. Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam aus und kühlt gleichzeitig die Fensterlaibung stark aus. Genau dort setzt sich dann Feuchtigkeit ab, und Schimmel entsteht. Gleichzeitig geht viel Heizenergie verloren. Besser ist die Stoßlüftung: Fenster ganz öffnen, Heizung herunterdrehen, im Winter fünf bis zehn Minuten, in der Übergangszeit 15 bis 20 Minuten. Noch schneller wirkt das Querlüften mit gegenüberliegenden Fenstern über Räume hinweg.

Lohnt sich ein Heizlüfter als Ergänzung?

Nur in Ausnahmefällen. Elektrische Heizlüfter verursachen bei längerem Einsatz in der Regel hohe Stromkosten und eignen sich deshalb eher zum kurzfristigen Zuheizen als als dauerhafter Ersatz für die Heizung. Ein einzelnes kühles Zimmer kurzfristig aufzuheizen, kann sinnvoll sein. Hinzu kommt: Viele Geräte gleichzeitig können alte Stromkreise überlasten und die Brandgefahr erhöhen. Prüfen Sie stattdessen, ob ein hydraulischer Abgleich die Wärme im Haus besser verteilt. So können Sie langfristig besser wärmen und dabei Heizkosten sparen.

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