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Dachsanierung: Was tun, bevor es reinregnet

Nicht immer kommt alles Gute von oben: Ob Regen, Schnee, Hagel, Sturm, Sommerhitze oder Nachtfrost, nur ein intaktes und absolut dichtes Dach kann das darunter liegende Gebäude optimal schützen und für wohligen Wohnkomfort sorgen. Doch keine Bedachung hält ewig. Der Zahn der Zeit hinterlässt seine Spuren. Irgendwann muss jedes Dach einmal saniert werden. Lesen Sie in unserem GEV-Ratgeber, worauf es ankommt und was es zu beachten gilt.

Ein Dachdecker sitzt auf dem Dach und legt Dachziegel. Eine Dachsanierung sollte von fachkundigen Handwerkern durchgeführt werden.

Nur die korrekte Ausführung einer Dachsanierung gewährleistet den Schutz des Hauses. Die Arbeiten sollten daher gut geplant werden. Unterstützung finden Hauseigentümer bei professionellen Dachdeckerunternehmen.

 

Was ist eine Dachsanierung?

Der Begriff „Dachsanierung“ alleine sagt noch nicht viel aus. Er reicht von Ausbesserungen am Dachstuhl oder an der Entwässerung über die Entfernung von Asbest oder eine Neueindeckung bis hin zu allen genannten Maßnahmen zusammen einschließlich Dämmung. Damit ist die Dachsanierung eine bauliche Maßnahme zur Reparatur oder Modernisierung eines Daches, um die Bausubstanz zu erhalten, die Immobilie aufzuwerten, Schäden zu beseitigen oder auch den Wohnstandard zu erhöhen.

 

Wann ist eine Dachsanierung notwendig?

Ob Flach-, Sattel- oder Pultdach, ein Dach hat viel auszuhalten. Nach rund 40 bis 50 Jahren muss auch das beste Dach saniert oder erneuert werden, vor allem um Folgeschäden am Gebäude zu vermeiden. Dacheindeckung, Dachkonstruktion oder die Wärmedämmung entsprechen dann meist auch nicht mehr den aktuellen Anforderungen und modernen Standards. Liegt das Dach im Schatten, kann die Sonne feuchte Dachziegel nicht immer trocknen und wird das Dach grün bzw. setzt sich Moos an, dann wird eine Dachsanierung auch schon mal früher erforderlich.

Ob energetisch, technisch oder optisch – die Gründe für eine Dachsanierung oder Dacherneuerung sind vielfältig:

  • Erneuerung der Dachdämmung, um den Energieverbrauch und Heizkosten einzusparen
  • Installation einer Solar- oder Photovoltaikanlage zur Nutzung von Sonnenenergie – entweder als Indach-Anlage direkt in das Dach als Ersatz für die Dacheindeckung integriert oder als Aufdach-Anlage auf dem Dach montiert
  • Beseitigung altersbedingter Schäden, wie zum Beispiel undichte Dachfenster oder kaputte Dachziegel
  • Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hagel oder übermäßiger Schneedruck
  • Bauphysikalische Mängel mit der Folge von Schimmel oder Tauwasser im Dachaufbau aufgrund einer fehlerhaften Konstruktion des Daches
  • Schäden durch Holzwurm oder Holzbock
  • Ausbau oder Erneuerung des Dachbodens, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen
  • Dachsanierung aus rein kosmetischen oder optischen Gründen

Auch wer eine bestehende oder alte Immobilie kaufen möchte, sollte in jedem Fall vor der Vertragsunterzeichnung – neben dem gesamten Haus – intensiv das Dach prüfen. Denn eine umfassende Dachsanierung ist meist mit erheblichen Kosten verbunden. Wer bereits ein eigenes Dach über dem Kopf besitzt, sollte dieses regelmäßig instandhalten. Besonders bei älteren Häusern ist es wichtig, die Dämmung und die Qualität des Daches genau zu kontrollieren, um Folgeschäden zu vermeiden.

Planen Sie eine Solar- oder Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren, lassen Sie unbedingt vorher das Dach checken und Schäden ausbessern. Denn ist erst einmal die Solar- oder Photovoltaikanlage montiert, ist die Dacheindeckung darunter nicht mehr zugänglich und Reparaturen sind sehr aufwendig und teuer.

Wollen Sie das Dach neu eindecken, dann ist es sinnvoll, sowohl über eine moderne Dämmung für mehr Wohnkomfort und Wohlfühlatmosphäre nachzudenken als auch den Dachstuhl vorab auf Schäden zu prüfen. Das kann zu einem deutlichen Preisanstieg der Sanierungsmaßnahme führen, ist aber allemal günstiger, als innerhalb weniger Jahre an anderer Stelle ein zweites Mal das Dach zu sanieren. Übrigens: Energetische Sanierungen werden staatlich gefördert und finanziell unterstützt.

 

Wie plane ich eine Dachsanierung?

Wer sein Dach sanieren oder ein neues Dach auf sein Haus setzen möchte, sollte diese Maßnahme umfassend und detailliert planen, denn schnell wird etwas übersehen. Eine schlechte oder unvollständige Planung verkompliziert und vor allem verteuert in der Regel die Sanierung. Wichtig ist bei der Planung, dass auch alle rechtlichen und kommunalen Vorschriften berücksichtigt werden.

Unser Tipp: Eine Neukonstruktion wie auch alle Sanierungsarbeiten am Dach gehören in die Hände von Fachunternehmen. Am besten wählen Sie einen Innungsbetrieb aus der Region. Sie kennen die gesetzlichen Vorschriften, können praxisnahe Vorschläge für die technische Ausführung machen, wissen, welche Materialien sich am besten für Ihr Dach eignen und kennen sich meist auch bei den Fördermöglichkeiten für eine Dachsanierung aus.

 

Was muss bei der Dachsanierung beachtet werden?

Bevor Sie als Bauherr mit der Planung einer Dachsanierung starten, klären Sie beim zuständigen Bauamt, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Das kann nach Bundesland und Kommune variieren. Als Faustregel gilt: Ohne Baugenehmigung dürfen nur Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, die den bisherigen Zustand des Daches wiederherstellen. Doch schon minimale Veränderungen können eine Genehmigungspflicht auslösen. Werden Gauben, Dachfenster oder gar ein neuer Dachstuhl eingebaut, ist eine Baubewilligung erforderlich.

Deshalb unser Rat: Gehen Sie mit Ihren Plänen und Vorstellungen der Dachsanierung zum zuständigen Bauamt. Hier erfahren Sie, welche Vorschriften gelten und worauf Sie zusätzlich achten müssen. Das erleichtert vor allem im Vorfeld die Planung und spart unnötige Korrekturen, weil Pläne nicht den Bauvorschriften entsprechen. Denken Sie auch daran, frühzeitig den Antrag auf Baugenehmigung zu stellen. Häufig gibt es längere Bearbeitungszeiten.

Wer es einfacher und bequemer möchte, sollte die Dachsanierung mit einem Architekten planen. Er übernimmt auch die notwendige Antragsstellung inklusive der kompletten Unterlagen beim Bauamt. Und was heute wichtiger denn je ist: Der Architekt kennt die richtigen Handwerker, bezieht diese meist schon in die Planung mit ein und stimmt den Einsatz der einzelnen Gewerke aufeinander ab. Unter dem Strich zahlt sich in der Regel die Beauftragung eines Architekten über die Jahre durch ein garantiert dichtes, sicheres und intaktes Dach aus.

Beachtet werden müssen auch die Vorgaben zur Sturm- und Schneesicherheit. Sie sind eine maßgebliche Voraussetzung, um im Falle eines Falles Leistungen aus der Wohngebäude- und der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung zu erhalten. So gehört auch die regelmäßige Kontrolle des Daches – unabhängig von einer Dachsanierung – zu den Pflichten eines Hausbesitzers.

 

Wie lange dauert eine Dachsanierung?

Die Dauer der Dachsanierung hängt vom Umfang der Arbeiten und natürlich auch von der Größe des Hauses bzw. Daches ab. Weitere Faktoren sind das Wetter, die Anzahl der Mitarbeiter, die die Arbeiten umsetzen sowie der Zugang zur bzw. die Erreichbarkeit der Baustelle. Gerade größere Baumaßnahmen mit neuer Unterkonstruktion und thermischer Sanierung können schon mal einige Wochen dauern. Dann ist – sofern möglich – eine schrittweise Sanierung sinnvoll, bei der das Dach nur teilweise freigelegt und bearbeitet wird. So lassen sich Schäden durch Regen- oder Schneefälle vermeiden. Denn Feuchtigkeit schädigt die Dämmstoffe, führt zu Wärmeverlusten und verursacht Bauschäden. Wird lediglich die Dachhaut, also die äußere Schicht des Daches saniert, ist dies im Normalfall innerhalb weniger Tage erledigt.

 

Wann führe ich am besten eine Dachsanierung durch?

Eine häufig gestellte Frage ist, wann man am besten ein Dach saniert. Es soll nicht zu heiß, nicht zu kalt oder zu nass sein. Außerdem müssen der Dachdecker sowie gegebenenfalls auch andere Handwerker Zeit haben. Das verlangt eine gute Planung.

Die beste Jahreszeit für eine Dachsanierung – allerdings auch die teuerste – ist das Frühjahr. Denn jetzt werden neben geplanten Sanierungsmaßnahmen auch die im Winter entstandenen Schäden beseitigt bzw. die verschobenen Reparaturen aufgrund der Kälte im Winter beseitigt.

Auch das trockene und warme Wetter im Sommer bietet sich für eine Dachsanierung an. Zwar sind die Handwerker aufgrund der Urlaubszeit weniger ausgebucht, eventuell aber auch selbst in den Handwerkerferien. Und wenn man das ein oder andere selbst machen möchte, kann das Arbeiten – wie in den vergangenen Sommern erlebt – bei großer Hitze sehr anstrengend sein.

Im Herbst wollen viele ihr Haus und Dach winterfest machen. Daher sind die Dachdecker nun wieder mehr gebucht und damit teurer. Ab November gehen die Anfragen deutlich zurück, da es witterungsbedingt für viele Arbeiten zu kalt ist. Sanierungsmaßnahmen, die wie Zwischensparren- oder Untersparrendämmungen innerhalb des Hauses durchgeführt werden, können im Winter aber gut erledigt werden.

Fragen Sie am besten rechtzeitig bei Ihrem Dachdecker nach, dann kann er entsprechend der von Ihnen vorgesehenen Maßnahmen einen Termin für Sie einplanen.

 

Welches Material passt am besten?

Die Grundfunktion des Daches ist der Schutz des Hauses vor Wind und Wetter und die Sicherheit der Bewohner. Darüber hinaus muss das Dach zum Stil, zum Gesamtaussehen des Gebäudes passen und sich eine Einheit von Haus und Dach ergeben. Eine wichtige Frage bei der Dachsanierung ist daher, welches Material verwendet werden soll. Der Beschaffenheit, Farbe, Form und Oberflächenstruktur kommt dabei eine entscheidende Rolle zu.

Häufig schränken allerdings schon die Form des Daches, seine Neigung und auch die Bauvorschriften wie beispielsweise der Bebauungsplan oder kommunale Verordnungen die Materialauswahl ein. Neue innovative Materialien, die flexibel einsetzbar und vor allem langlebiger sind, lösen dazu traditionelle Dacheindeckungen wie etwa Dachziegel, Betonsteine, Biberschwanz, Holzschindeln oder Schiefer ab. Sie lassen sich drüber hinaus auch farblich an die Fassade und andere Elemente des Hauses wie etwa Dachrinne, Zaun, Fensterläden, Rollläden, Fenster anpassen.

Neben den materialtechnischen Erfordernissen ist darüber hinaus natürlich auch der persönliche Geschmack ein wesentlicher Aspekt bei der Materialwahl.

 

Welche Dämmung kommt in Frage?

Insbesondere Altbauten, die längere Zeit nicht umfassend saniert wurden, sind häufig unzureichend oder gar nicht gedämmt. Mit der Einführung der Energiesparverordnung, kurz EnEV, sind Eigentümer von Immobilien unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, bei Dachsanierungen die Dämmung Mindeststandards anzupassen. Das gilt zum Beispiel, wenn Hausbesitzer die Flächen über beheizten Räumen erneuern oder ersetzen. Je nach Umfang der geplanten Sanierungsarbeiten gibt es verschiedene Möglichkeiten der Dachdämmung, die sich auch in den Kosten erheblich unterscheiden können:

  • Aufsparrendämmung: Hier wird das Dämmmaterial auf den Dachsparren, von außen auf eine Holzschalung und unterhalb der Dacheindeckung angebracht. Vorteil: Man hat keine Baustelle im Haus.
  • Zwischensparrendämmung: Hier werden Klemmfilze ohne zusätzliche Befestigung zwischen die Dachsparren eingefügt. Als Material kommen vor allem Stein- und Glaswolle oder Naturdämmstoffe zum Einsatz. Das Dach muss hier nicht neu gedeckt werden.
  • Untersparrendämmung: Hier wird eine dünne Dämmschicht von innen auf den Sparren befestigen. In der Regel sind das auch Klemmfilze, die durch einen Gipskarton abgeschlossen werden.

Wird ohnehin die Dachhaut erneuert, kommt insbesondere die Aufsparrendämmung in Frage. Sie bildet eine durchgehende Fläche als Dämmschicht, auf die dann die Dacheindeckung gesetzt wird. Die Aufsparrendämmung reduziert sehr effizient die energetischen Schwachstellen und bleibt durch ihre Anbringung unter der Dachhaut unsichtbar.

Ist die äußere Schicht des Daches noch in Ordnung, kann man das Dach von innen dämmen, entweder durch eine Zwischensparren- oder Untersparrendämmung. Dabei bleibt die Dachhaut unangetastet und die Klemmfilze werden zwischen die Dachsparren geklemmt oder von innen auf den Sparren befestigt. Insbesondere mit der Untersparrendämmung kann eine deutliche Verbesserung des Wärmeschutzes ohne hohe zusätzliche Kosten erreicht werden.

Wird das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt, kann man auch die oberste Geschossdecke dämmen. So entweicht keine Wärme aus den bewohnten Bereichen in und durch das Dach. Diese Art der Dämmung ist schnell eingebaut und dazu sehr kostengünstig.

Mehr zum Thema Wärmedämmung lesen Sie in unserem Ratgeber „Nachträgliche Wärmedämmung“

 

Was kostet eine Dachsanierung?

Allgemein geht man für eine Dachsanierung von durchschnittlichen Kosten zwischen 50 und 250 Euro je Quadratmeter aus. Eine pauschale Aussage, was eine Dachsanierung kostet, ist nur schwer bis gar nicht möglich, da die Kosten von verschiedenen Faktoren abhängen:

  • Form des Daches: Die Form des Daches gibt die Art der Dachsanierung vor und hat daher direkten Einfluss auf die Kosten. Unterschieden wird beispielsweise zwischen Flachdach-, Steildach-, Pultdach- oder auch einer Ziegeldachsanierung.
  • Fläche bzw. Größe des Daches: Je größer das Dach, desto höher sind die Kosten.
  • Material für Dacheindeckung und Dämmung: Je nach gewähltem Material, der Art der Dachziegel und der Dämmung können die Kosten stark variieren.
  • Art und Umfang der Dachsanierung: Abhängig vom Alter und Zustand des Daches muss beispielsweise geklärt werden, ob Pfetten und Sparren ausgetauscht werden, ob neue Dachziegel notwendig sind, ob eine thermische Sanierung und eine zusätzliche Dämmung aufgrund eines geplanten Dachausbaus fällig wird oder die alte Dämmung noch Asbest enthält?
  • Zugang zur Baustelle: Die Zufahrt zu einer Baustelle und auch die Lagerungsmöglichkeiten des Materials sind in der Stadt meist schwieriger und damit teurer als auf dem Land.

Wurde das Dach durch ein Unwetter, Sturm oder Hagel beschädigt, sollte in jedem Fall vor der Sanierung Kontakt zu der zuständigen Versicherung aufgenommen werden. Denn möglicherweise sind die Schäden versichert und die Kosten für die Dachreparatur gedeckt.

Lassen Sie sich in jedem Fall vor Beauftragung eines Handwerkers ein individuelles Angebot mit einem detaillierten Kostenvoranschlag erstellen. Der Preis bedarf einer sorgfältigen Kalkulation, der die o. g. Faktoren berücksichtigt. Das Angebot muss genau auf Ihre Bedürfnisse und die Gegebenheiten Ihres Hauses angepasst sein.

 

Wie sichere ich eine Dachsanierung ab?

Jede Dachsanierung ist eine Baumaßnahme, die Gefahren in sich birgt und für die Sie als Bauherr haften. Sorgen Sie deshalb vor und sichern sich richtig mit den folgenden Versicherungen ab:

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