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Eisheilige und Schafskälte – Tipps für junge Triebe und Pflanzen gegen Frost und Kälte

Endlich Frühling und dann das: In Mai und Juni kann noch einmal kalte Polarluft ins Land dringen und die Nächte eisig werden lassen. Vom 11. bis 15. Mai drohen die sogenannten Eisheiligen. Und in der Zeit vom 4. bis 20. Juni ereilt uns mit Pech die Schafskälte. Doch wegen Kalenderverschiebungen und Erderwärmung kann es auch ganz anders kommen.

Eine Tulpe ist eingeschneit. Wo gestern noch die alles blühte, liegt heute eine dicke Schneedecke darüber. Das kann im Mai während der Namenstage der Eisheiligen durchaus passieren.

Die pinkfarbene Tulpe steht bis zum "Hals" im Schnee. Die Eisheiligen waren hier nicht sehr rücksichtsvoll. Besonders junge Pflanzen und frische Triebe können in diesen Tagen leicht erfrieren.

 

Frost- und Kältegefahr für junge Triebe und Pflanzen

Der richtige Zeitpunkt zum Aussähen und Pflanzen will jedes Frühjahr klug gewählt werden. Denn in Mai und Juni sind frostige Nächte möglich und setzen jungen Keimlingen zu. Wie Sie Ihre Pflanzen schützen und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier im Ratgeber.

Die Eisheiligen bringen Bodenfrost bis in den Mai

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie: Die Namenstage dieser Wetterheiligen markieren die sogenannten Eisheiligen. Der meteorologische Hintergrund ist der Temperaturunterschied zwischen der bereits leicht erwärmten Erdoberfläche und der noch kalten Meeresoberfläche. Das führt zu Luftbewegungen, die die kalte Polarluft zu uns wirbeln. Im Norden etwas früher, hier sind die Eisheiligen vom 11.-13. Mai terminiert, der Süden zieht nach im Zeitfenster vom 13.-15. Mai.

Bevor es Wettervorhersagen gab, galten die Eisheiligen als wertvolle Bauernregel. Heute lässt sich das Wetter besser vorhersagen und der Klimawandel führt zu einer Abschwächung des Wetterphänomens. Zumindest erinnern uns die Eisheiligen daran, dass wir nicht zu früh und zu unbedacht auspflanzen.

Sähen und Pflanzen vor oder nach den Eisheiligen

Starke Temperaturschwankungen sind eine Gefahr für junge Pflanzen und Triebe. Verfolgen Sie daher aufmerksam den Wetterbericht. Pflanzen sind unterschiedlich robust. Während manche der Kälte locker trotzen, erfrieren andere schnell. Diese Pflanzen mögen´s wärmer und bleiben besser erstmal drinnen:

  • Blumen: Geranien, Oleander, Gladiolen, Dahlien, Begonien und Petunien
  • Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum
  • Gemüse: Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika

Auch Pflanzen, die aus mediterranen Gefilden stammen, bleiben besser länger im Warmen.

Diese robusteren Naturen können Sie bereits vor den Eisheiligen auspflanzen:

  • Frühblüher wie Stiefmütterchen, Maiglöckchen, Tulpen, Hyazinthen und Ranunkeln
  • Gemüsesorten wie Möhren, Radieschen, Spinat oder Erbsen

Pflanzen werden schon beim Kauf in den Kategorien winterhart, bedingt winterhart und nicht winterhart angeboten. Generell können Sie die Winterharten frühzeitig auspflanzen.

Schutzmaßnahmen bei Bodenfrost

Wenn Sie zu früh gepflanzt haben oder der Bodenfrost Sie überrascht, ist nicht alles verloren. Es gibt ein paar einfache Schutzmaßnahmen, mit denen Sie Ihre Pflanzen sicher durch die Eisheiligen bringen:

  • Wenn Sie ein Gewächshaus oder einen Wintergarten haben, können Pflanzen in Kästen und Kübeln dort Schutz finden
  • Sind Blumen, Gemüse und Kräuter erstmal im Boden, helfen spezielle Schutzfolien oder ein Frostschutz-Vlies. Diese sollten lichtdurchlässig, aber nicht luftdurchlässig sein. Eine Dauerlösung ist das jedoch nicht, denn unter der Abdeckung kann die Feuchtigkeit Schimmel verursachen.
  • Obstbäume können übrigens ebenfalls gut ein Frostschutz-Vlies um ihre Krone herum vertragen. Den Boden decken Sie am besten leicht mit Reisig oder einem Gartenvlies ab.

Im Juni kann die Schafskälte heranziehen

Schafskälte: Geschorene Schafe können im Juni noch mal richtig frieren

Sie haben Ihre jungen Pflanzen sicher durch den Mai gebracht und erfreuen sich der ersten Blütenbracht - dann setzt womöglich die Schafskälte ein! Im Juni strömt nämlich feuchte und kalte Luft nach Mitteleuropa. Es entsteht ein Tiefdruckgebiet polaren Ursprungs. Hatte man früher die Schafe bereits wie üblich geschoren, froren die Wolle-Produzenten nun – daher der Name.

Die Schafskälte kann sich zwischen dem 4. und dem 20. Juni entwickeln, muss aber nicht. Gehäuft tritt dieser Kälteeinbruch um den 11. Juni herum auf. Die gute Nachricht: Ein sehr starker Kälteeinbruch mit Nachtfrost ist extrem selten. Außerdem sind die Pflanzen nun längst nicht mehr so empfindsam wie noch im Mai. Eine kurze Kälteperiode halten sie nun schon aus. Im Notfall helfen die gleichen Maßnahmen wie bei den Eisheiligen.

Mit etwas Aufmerksamkeit und den geeigneten Maßnahmen bringen Sie Ihre Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon gut durch alle Wetterlagen. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg beim Gärtnern!

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