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Energiespartag: So sparen Sie richtig!

Die 10 schlimmsten Energiefresser im Haushalt

Der internationale Energiespartag unterstreicht die Bedeutung des Energiesparens für uns alle. Aktuell entfallen etwa 15% des CO² Ausstoßes in Deutschland auf private Haushalte. Wenn wir einfach jeden Tag zum Energiespartag machen, können wir so einiges bewegen. Wir haben diesen Artikel aktualisiert, eine Infografik und eine Checkliste zum Herunterladen hinzugefügt.

Mutter und Kinder bauen eine LED-Lampe ein, um Energie einzusparen.

Jeder Tag sollte ein Energiespartag sein. Es hilft unserem Portemonnaie und auch der Umwelt. Es muss niemand im Dunkeln hocken, aber wenn die letzte Person den Raum verlässt, bitte das Licht ausschalten! Und: LED-Lampen sparen sogar mehr Energie als Energiesparlampen.

Ein Tag für alle Tage: Der 5. März ist internationaler Energiespartag

Energie sparen wird gerade wichtiger denn je: Weniger Energieverbrauch ist die Voraussetzung zur Erreichung der Klimaziele und es setzt den enorm steigenden Energiepreisen etwas entgegen. Wie genau das Energiesparen funktioniert, lässt sich in einer sehr langen Liste aufzählen. Doch wo lassen sich echte Potentiale fürs Energiesparen aufspüren?

Ohne Energie ist unsere Lebensweise nicht vorstellbar. Dabei wird die Energie nicht wirklich verbraucht, sondern aus Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Steinkohle in Nutzenergie umgewandelt. Diese Nutzenergie verwenden wir in sämtlichen Lebensbereichen:

  • Wir beheizen und beleuchten Räume
  • Wir erzeugen Warmwasser, Wärme und Kälte
  • Wir nutzen Technik und Maschinen
  • Wir führen mechanische Tätigkeiten aus

Basis der Energieerzeugung sind natürlich vorkommende Rohstoffe, diese werden in Form von fossilen Brennstoffen, erneuerbaren Energien und Kernenergie gewonnen und umgewandelt. Die Verbrennung der fossilen Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas ist extrem umweltbelastend und führt durch Treibhausgasemissionen zu globaler Klimaerwärmung sowie zu einer hohen Feinstaubbelastung. Das kann eigentlich niemand wollen. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, innerhalb des eigenen Wirkungsbereichs das persönliche Energienutzungsverhalten unter die Lupe zu nehmen. Dort finden Sie dann auch Ihr persönliches Energiesparpotential.

Energiesparen im Alltag: Eine Frage des Bewusstseins

Unsere weit entfernten Vorfahren lebten umweltfreundlicher, aber nicht sehr komfortabel. Nicht umsonst hat der Mensch mit seinen Erfindungen das Leben zunehmend vereinfacht und angenehmer gestaltet. Nun sind wir es gewohnt, es uns in beheizten und beleuchteten Räumen gemütlich zu machen und im behaglichen Zuhause unseren Alltag mit technischer Unterstützung zu meistern. Das ist auch gar nicht verwerflich. Mit der Gewohnheit schleicht sich aber auch eine Selbstverständlichkeit ein, mit der wir die scheinbar leicht verfügbare Energie nutzen. Die Grenze zwischen Notwendigkeit und Verschwendung ist fließend und macht fürs eigene Wohlbefinden oft keinen großen Unterschied mehr. Machen Sie sich einmal bewusst, wie genau Sie Energie nutzen und ob Sie Ihr Verhalten ändern können, ohne an Lebensqualität einzubüßen. Hier ein paar Beispiele:

  • Beleuchten und beheizen Sie eventuell mehr Räume, als Sie aktiv nutzen?
  • Lassen Sie Geräte ungenutzt am Strom oder in Stand-By?
  • Laufen Spülmaschine und Waschmaschine öfter mit halber Ladung?
  • Bringen Sie das Nudelwasser im Topf ohne Deckel zum Kochen?
  • Stellen Sie Reste vom Abendessen noch warm in den Kühlschrank?

Bestimmt finden Sie einige Energiesparmöglichkeiten in Ihrem Alltag, die Ihnen mit ein bisschen Gewöhnung auch gar nicht so schwerfallen.Natürlich geht da noch einiges mehr, zum Beispiel durch die Anschaffung von LED-Lampen und Elektrogeräten mit einer hohen Energieeffizienz.Gerade bei älteren Geräten zahlt sich der Anschaffungspreis schnell bei der nächsten Stromrechnung aus. Besonders bei Häusern ohne Wärmedämmung kann eine Dämmplatte aus Styropor an der Wand hinter der Heizung angebracht die Entweichung der Wärme vermindern und Heizenergie sparen. Wenn Sie dann noch das Heizkörperventil regelmäßig entlüften und Fenster sowie Türen gut dämmen, bleibt es wohlig warm bei sinkendem Verbrauch.

Energiesparen für Hauseigentümer: Baumaßnahmen mit Spareffekt

Der größte Energieverbrauchsposten privater Haushalte ist die Beheizung von Wohnräumen. Deshalb bringen Investitionen in die Heizanlagenmodernisierung und Gebäudedämmung einen echten Mehrwert für Klimaschutz und Portemonnaie. Als Hauseigentümer haben Sie einige Möglichkeiten und profitieren dabei von neuen Fördersätzen für die Heizungsmodernisierung im Rahmen des Klimapakets.

Mehr Infos finden Sie hier in unserem Ratgeber „Förderung für Haussanierung! Aber wo und wie?“ und bei der KfW.

Erste Ansatzpunkte bietet ein Energie-Spar-Check, den Sie ganz unkompliziert und kostenlos im Internet durchführen können. Dafür benötigen Sie ein paar Rahmendaten Ihres Hauses und schon erhalten Sie Tipps zur energetischen Modernisierung wie diese:

  • Einbau einer Solaranlage auf dem Dach
  • Dämmung von Außenwänden, Dach und Kellerdecke
  • Austausch von nicht ausreichend gedämmten Fenster
  • Erneuerung der Heizungsanlage

Entscheiden Sie sich für die Investition in eine energiesparendere Heiztechnik, könnten Sie von einer Heizungsförderung profitieren. Je nach Umweltfreundlichkeit des neuen Heizsystems sind bis zu 45% Förderung möglich über Förderprogramme von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind zum Beispiel Anlaufstellen, wobei die Anträge auf Förderung immer vor Durchführung der Baumaßnahme gestellt werden müssen.

 

Förderungen vorübergehend gestoppt

Die Bundesregierung hatte die Förderung zur energieeffizienten Sanierung von Gebäuden vorübergehend gestoppt. Sie wurde aber vor kurzem wieder gestartet. Über die Hintergründe zu dem Stopp und die Bedingungen für die Weiterführung können Sie sich hier informieren: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Energiesparen in der Praxis: Vom Wollen zum Tun

Fast nichts demotiviert mehr, als an seinen eigenen, großen Vorhaben zu scheitern. Wenn das passiert, setzt schnell mal die Verdrängung ein und das schlechte Gewissen nagt an uns. Geht es ums Energiesparen und Klima schützen, ist damit aber niemandem geholfen. Lassen Sie es nicht so weit kommen und setzen Sie sich lieber kleine, realistische Ziele. Das ist sowieso immer besser, wenn es um Veränderungen geht. Damit diese auch gelingen, ist weniger mehr: Nehmen Sie sich ein bis drei konkrete Punkte vor und lassen Sie Taten folgen. Das motiviert! Und aufstocken können Sie dann immer noch.

Wir haben zum internationalen Energiespartag mal die Kolleginnen und Kollegen gefragt, ob und wie sie hier im Büro sparsam mit Energie und Ressourcen umgehen. Mal abgesehen davon, dass auch wir natürlich nicht perfekt sind, haben wir doch ein paar gute Beiträge entdeckt:

  • Viele schalten ihre Tischlampen während der Mittagspause aus
  • Beim Drucken wird möglichst oft Papier doppelseitig verwendet
  • Überhaupt wird sparsam mit Papier umgegangen und eher mal eine E-Mail versendet
  • Jeder hat ein anderes Wärmebedürfnis: Statt „Heizung hoch“ sorgt „Pullover an“ manchmal auch für mehr Harmonie im Büro
  • Nahezu alle unsere Kollegen kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Büro oder mit dem Fahrrad, das sie dann sicher in unserem Fahrradstellplatz parken können

Seinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz durch Energiesparen zu leisten, kann sogar Spaß machen und vielleicht auch etwas stolz. Letztlich haben wir alle was davon, wobei jeder Beitrag und jede Aktion zählen. Hauptsache wir bleiben dran!

 

 

Die Top 10 der schlimmsten Energiefresser im Haushalt (Infografik)

Haus mit den Top10 der Energiefresser als Infografik

 

#1 Heizungspumpe

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Bis zu 800 kWh = 150 €

Problem: Ungeachtet des Bedarfs wälzen Pumpen während der kalten Jahreszeit rund 6.000 Std. lang heißes Wasser um.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial: Trennen Sie sich von Modellen, die älter als 10 Jahre sind und sparen damit 80 % der Stromkosten.

 

#2 Elektroherd

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 445 kWh* = 85 €

Problem: In vielen Haushalten wird täglich viel und gerne gekocht und/oder gebacken.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Nutzen Sie Umluft statt Ober- und Unterhitze
  • Wählen Sie Topf und Deckel passend zur Plattengröße
  • Verwenden Sie im Topf so wenig Wasser wie möglich
  • Kochen im Schnellkochtop ist noch sparsamer
  • Erhitzen Sie Wasser im Wasserkocher. Wer 1 l Wasser pro Tag erhitzt, spart mit dem Wasserkocher 12 € im Jahr

 

#3 Gefrierschrank und 

#4 Kühlschrank

Jährlicher Durchschnittsverbrauch:

  • Ca. 415 kWh = 75 € (Gefrierschrank)
  • und rund 330 kWh* = 63 € (Kühlschrank)

Problem: Auch Geräte mit der Energieeffizienzklasse A gehören aufgrund des Dauerbetriebs zu den größten Stromverbrauchern.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Geräte nicht neben Heizungen oder Herd stellen
  • Temperatur im Gefrierschrank: Nicht kälter als -18 °C
  • Temperatur im Kühlschrank: Nicht kälter als 3 – 8 °C
  • Ordnung halten
  • Tür nur kurz öffnen und gezielt das Gewünschte entnehmen

 

#5. Beleuchtung

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 330 kWh = 63 €

Problem: Auch bei der Beleuchtung gibt es Möglichkeiten Energie einzusparen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial: Umrüsten auf LED-Lampen, denn eine LED liegt mit einer Lebensdauer von 25.000 Stunden weit vor Energiesparlampen mit 10.000 Stunden.

 

#6. Wäschetrockner

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 325 kWh* = 62 €

Problem: Wäsche in einer Maschine zu trocknen, benötigt richtig viel Energie und damit auch Geld.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Wärmepumpentrockner sind energieeffizienter als Kondenstrockner
  • Wäsche gut vorschleudern, nicht „extratrocknen“
  • Trockner gut füllen
  • Flusensieb regelmäßig säubern
  • Wäsche möglichst schnell nach Programmende aus der Maschine zu holen
  • Noch besser: Wäsche auf der Leine trocknen

 

#7. Geschirrspüler

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 245 kWh = 47 €

Achtung: Mit dem Geschirrspüler zu spülen ist billiger als mit der Hand. Dabei lassen sich bis zu 30 % Strom sparen.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Maschine immer voll befüllen
  • Geschirr nicht vorspülen
  • Nicht nur Strom kann je nach Modell gespart werden, sondern auch der Wasserverbrauch (je Spülgang 9 - 18 l)

 

#8. Waschmaschine

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 200 kWh* = 38 €

Problem: Waschmaschinen übernehmen in Haushalten eine Arbeit, die sonst sehr zeitaufwändig wäre.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Maximale Waschtemperatur 60 °C, 90 °C nicht notwendig
  • Maschine gut befüllen
  • Beim Neukauf auf Effizienzklassen achten
  • Sparsame Waschprogramme wählen: Waschen bei 30 - 40 °C, ohne Vorwäsche, Energiesparmodus wählen
  • Wenn möglich an Warmwasserleitung anschließen
  • Moderne Waschmittel und Fleckenentferner benutzen

 

#9 Fernsehgeräte & Zubehör

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 190 kWh* = 36 €

Problem: Der Stromverbrauch im Standby-Modus wurde in den vergangenen Jahren stark reduziert. Allerdings verbrauchen Festplattenrekorder und weiteres Zubehör im Standby genauso viel Strom wie früher Fernseher.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

Kein "Stand-By-Modus“, nach dem Abschalten komplett vom Stromnetz nehmen

 

#10. Homeoffice: Router, PC, Drucker & Zubehör

Jährlicher Durchschnittsverbrauch: Rund 135 kWh = 25 €

Problem: Wer im Homeoffice arbeitet, verbraucht mehr Strom für Laptop, Drucker, Desktop und andere Geräte.

Empfehlungen mit Einsparpotenzial:

  • Vermeiden Sie verschiedene Stromfresser, indem Sie All-in-one-Geräte (Scannen, Drucken, Kopieren) nutzen
  • Geräte vollständig ausschalten bei Nichtnutzung
  • WLAN-Router sind in den meisten Haushalten durchgängig eingeschaltet und verbrauchen ungefähr 135 kWh im Jahr

* ausgewiesener Durchschnittswert für einen 3-Personen-Haushalt

 

Checkliste zum Herunterladen

Laden Sie unsere Infografik als Checkliste im PDf-Format herunter.

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