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Fenstersanierung

Es zieht, eine Scheibe ist trübe oder ein Beschlag kaputt, vielleicht sind sogar Diebe durch das Fenster eingestiegen … es ist offensichtlich: Die alten Fenster zeigen Schwachstellen. Zeit für eine Fenstersanierung. Wir geben Ihnen Tipps, worauf Sie achten sollten.

Fenstersanierung: Ein neues Fenster ist schon eingebaut. Das alte ausgebaute lehnt an der Wand. Fenstersanierungen sind aufwendig udn müssen von Fachleuten durchgeführt werden.

Die Fenstersanierung sollte spätesten dann erfolgen, wenn die Fenster nicht mehr richtig schließen oder es durch die Ritzen zieht. Die Sanierung sollte neben ästhetischen immer auch energetische Ziele verfolgen.

Alles dicht? Machen Sie den Fenster-Check!

Jetzt geht es Richtung Frühjahr: Der richtige Zeitpunkt, wenn Sie über eine Sanierung bzw. Austausch der Fenster nachdenken. Denn die richtigen Fenster sorgen für Behaglichkeit, senken den Energieverbrauch und können sogar besser vor Einbrechern schützen. Das kann von der Reparatur über eine Modernisierung oder Nachrüstung bis hin zum Austausch des kompletten Fensters oder einzelner Bauteile wie Glas, Rahmen oder Bauanschluss reichen.

Was heißt Fenstersanierung?

Auch wenn die Optik natürlich wichtig ist, hat eine Fenstersanierung vor allem meist energetische Aspekte. Ziel ist es insbesondere, den Energieverlust zu verringern und die Luftdichtheit zu erhöhen sowie – nicht zu vernachlässigen – den Lärm- und Einbruchsschutz zu verbessern. Häufig geht mit einer Fenstersanierung auch eine generelle energetische Sanierung eines Gebäudes, meist Altbauten, einher. Mehr Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Ratgeber Altbausanierung - alles auf einmal oder lieber der Reihe nach?

Arten der Fensterverglasung

Dominierten bis Ende der 1970er Jahre in Deutschland vor allem einfachverglaste Fenster sowie Kasten- und Verbundfenster mit zwei Einzelscheiben, kamen mit Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung (WSchVO) 1977 verstärkt Isolierglasfenster auf den Markt. Die sogenannte Zweischeiben-Isolierverglasung wurde vor allem in der Zeit von 1975 bis 1994 verbaut.

Seit den 1980er Jahren setzte sich immer mehr das beschichtete Wärmedämmglas (Low-E) und die Befüllung mit thermisch isolierenden Gasen (Argon, Krypton, vereinzelt auch Xenon) als Standard durch. Ab ca. 2003 wird inzwischen für neue Fenster in Deutschland mehrheitlich das Dreifach-Wärmedämmglas produziert und eingesetzt. Vereinzelt gibt es heute auch schon Fenster mit Vierfach-Glas-Konstruktionen.

Unser Tipp: Dieser Flyer des Verbandes Fassade und Fenster gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Fensterarten und was sie leisten.

Nachbessern oder austauschen?

Gerade Fenster und Türen sind kritische Stellen im Haus, wenn es um den Energieverlust geht. Doch müssen es immer gleich neue Fenster sein? Wichtige Kriterien, ob ausgetauscht, überarbeitet oder repariert wird, sind das Alter, der Zustand der Fenster sowie der Fensterbestandteile und vor allem die Art der Verglasung.

Bei einfachverglasten Fenstern, vereinzelt noch in Altbauten zu finden, lohnt eine Reparatur oder Nachrüstung meist nicht. Sie lassen viel Energie von drinnen nach draußen und zeigen hohe Energieverluste. Hier zahlt sich die Investition in neue Fenster in der Regel „in barer Münze“ aus.

Bei zwei- oder dreifachverglasten Fenstern kann dagegen eine Modernisierung sinnvoll sein – sofern der Wärmeverlust nicht zu hoch ist. Kleine Schäden oder Undichtigkeiten können mit relativ geringen finanziellem und handwerklichem Aufwand ausbessert werden. Manchmal genügt es, die Fenstereinstellung zu korrigieren, die Dichtungen zu erneuern oder das Glas austauschen zu lassen. Wichtig ist dabei, dass die Beschläge in Ordnung sind und der Rahmen wirklich dicht und stabil genug ist für neue Fensterflügel mit einer modernen Verglasung.

Unser Tipp: Denken Sie bei einer Nachrüstung auch an den Einbruchschutz, wie beispielsweise abschließbare Fenstergriffe oder eine einbruchhemmende Verglasung.

Wie messe ich den Wärmeverlust der Fenster?

Fenster sind als direkte Verbindung nach außen für die Wärmeeffizienz eines Gebäudes besonders markante Stellen. Zwei Werte geben an, wie durchlässig sie sind:

Der Wärmedurchgangskoeffizient, der U-Wert, misst den Wärmeverlust, die Durchlässigkeit von Glasscheiben. Er beschreibt für ein ganzes Fenster die Wärmeleitung des Materials bei unterschiedlichen Temperaturen von innen nach außen und anders herum. Gemessen wird der U-Wert in Watt je m2 und Kelvin. Je geringer dieser Wert ist, desto weniger Energie, also Wärme, gibt das Fenster wieder ab. Lag er in den 70er Jahren noch zwischen 3,0 und 5,0 W/m2K, weisen heute moderne Fenster nur noch 0,5 bis 1,3 W/m2K auf. Dieser Maximalwert ist auch in der Energieeinsparverordnung (EnEV) für neue Fenster festgelegt.

Auch die Lichtdurchlässigkeit der Fenster muss bei der Fenstersanierung beachtet werden. Der hierfür relevante G-Wert wird in Prozent angegeben und bezieht sich auf die Licht- und Wärmedurchlässigkeit der Scheibe von außen nach innen. Das wird gerade bei den heißen Sommern, wie wir sie in den letzten beiden Jahren erlebt haben, immer wichtiger. Je nach Lage und Größe der Glasfläche variiert der Idealwert. Als Anhaltspunkt wird ein Wert von 60 Prozent empfohlen. Je mehr das Fenster Richtung Süden ausgerichtet ist, desto geringer sollte der Wert sein.

Fachexperten des Glaserhandwerks führen die Messungen der beiden Werte mit speziellen Messgeräten durch. Die Ergebnisse erhalten Sie in der Regel gleich vor Ort. Sie sind übrigens auch bei der Beantragung von Fördergeldern (siehe unten) hilfreich und wichtig.

Für den richtigen Durchblick: Was soll das neue Fenster leisten?

Sie haben sich für einen Fenstertausch entschieden, weil die alten Fenster marode und undicht sind, sprichwörtlich die Kälte durch alle Ritzen kriecht. Doch bevor Sie loslegen, sollten Sie genau festlegen, was Ihr neues Fenster können soll. Denn vom Wärme- über Schall- und Einbruchsschutz bis hin zum Smart-Home-System ist vieles möglich. Und auch auf den richtigen Einbau kommt es an.

Für die Auswahl der passenden neuen Fenster gibt Ihnen diese Checkliste erste Anhaltspunkte. Und da es auch auf den fachgerechten Einbau ankommt, sollten Sie für die konkrete Planung und den Fenstertausch auf alle Fälle einen qualifizierten Fensterfachbetrieb beauftragen.

Wärmeschutz: Dreifachverglasung ist heute Standard

Die modernen Fenster von heute lassen Energie und Lichtstrahlen hinein und wenig Wärme hinaus. Sie sind zwar schwerer, aber dennoch einfacher im Handling als ältere Modelle. Grund für das höhere Gewicht ist vor allem der verbesserte Wärmeschutz. Auch wenn es noch zweifachverglaste Fenster als Mindeststandard gibt … Wer seine Fenster tauscht, sollte auf den aktuellen Stand der Technik und auf alle Fälle auf "Wärmeschutz-Fenster" setzen. Das sind Fenster mit drei Scheiben im Verbund, die mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Metallschicht überzogen und wärmeisolierendem Edelgas zwischen den Gläsern (Argon oder das teurere, besser isolierende Krypton) gefüllt sind.

Unser Tipp: Achten Sie darauf, dass die neuen Fenster gemäß der EnEV einen U-Wert von 1,3 (W/m²K) nicht überschreiten.

Alles eine Frage des Rahmens: Funktional und gut aussehend

Nicht nur bei der Verglasung, auch bei den Rahmen – er macht immerhin rund 30 Prozent eines Fensters aus – geht die Technik voran. Ob aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder eine Kombination daraus – alle Fenstervarianten können höchste energetische Ansprüche erfüllen. Doch wie immer gibt es Vor- und Nachteile, so auch bei den Materialien für die Fensterrahmen:

  • Holzfenster sind natürlich und ökologisch mit guten Dämmeigenschaften, aber pflegeintensiv und teurer in der Anschaffung. Hier kann eine äußere Metallschale die Witterungsbeständigkeit verbessern und den Pflegeaufwand reduzieren.
  • Fenster aus Kunststoff sind dagegen kostengünstig, pflegeleicht und haben eine gute Wärmedämmung sowie eine lange Lebensdauer zu bieten. Neben dem klassischen Weiß sind sie auch farbig, mit Holzdekor-Oberfläche oder auch mit einer äußeren Metallschale erhältlich. Allerdings sind sie energieintensiv in der Herstellung und Reparaturen schwierig.
  • Metall-Fenster, meist aus Aluminium, haben eine sehr hohe Lebensdauer, sind formstabil, funktional und äußerst witterungsbeständig. Auch sie sind energieintensiv in der Herstellung und teuer in der Anschaffung.

Für welches Material Sie sich entscheiden, hängt letztlich von den persönlichen Präferenzen ab. Ob ökologische Faktoren und Recyclingmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit, Wartungsaufwand und Aussehen der Fenster, in jedem Fall sollten Sie auf Qualität achten. Sonst weht die Ersparnis schon nach kurzer Zeit buchstäblich wieder zum Fenster hinaus. Auch hier gilt: Lassen Sie von einem Experten des Glaserhandwerks beraten. Sie wissen, welches Material für Ihre Bedürfnisse die besten Rahmenbedingungen schafft.

Schallschutz: Ruhe bitte!

Bereits dreifachverglaste Fenster und die heute wesentlich dichter schließenden Fensterrahmen bieten einen weit besseren Schallschutz als ihre Vorgängermodelle. Doch es wird nicht vollkommene Stille eintreten. Wenn Sie sehr lärmempfindlich sind, an einer stark befahrenen Straße oder in einer Einflugschneise wohnen, sollten Sie überlegen, ob Sie sich schallgedämmte Fenster bzw. Lärmschutzfenster einbauen lassen – zumindest in den Schlafzimmern bzw. vor allem vom Lärm betroffenen Räumen.

Erhältlich sind Fenster in sechs verschiedenen Schallschutzklassen, mit denen sich der Lärm von außen um bis zu 50 Dezibel senken lässt. Doch für einen wirksamen Schallschutz entscheiden nicht zuletzt auch dichte Fugen im Fenster sowie der Übertritt zur Außenwand. Und nicht vergessen: Auch der Rollladenkasten muss nach außen gedämmt sein.

Lüften nicht vergessen!

Dicht ist gut, aber es braucht auch frische Luft. Entwich bei alten, undichten Fenstern die feuchte, warme Raumluft durch die undichten Fugen, halten sie die neuen Fenster fest im Raum. Nur durch regelmäßiges Lüften können Schimmel, insbesondere an den Innenseiten der Außenwände, Bauschäden und schlechte Luft vermieden werden.

Nicht immer reicht die manuelle Fensterlüftung aus, gerade dann, wenn man viel unterwegs ist. Hier hilft ein sogenanntes Lüftungskonzept. Es legt fest, ob und wo die Unterstützung durch Luftdurchlässe, integrierte Fensterfalzlüfter, Schachtlüfter oder eine Lüftungsanlage nötig ist. Es ist unter anderem auch dann vorgeschrieben, wenn mehr als jedes dritte Fenster einer Wohnung ausgetauscht wird.

Einbruchschutz: Damit die Langfinger draußen bleiben

Nicht weniger als 30 Sekunden braucht es, um ein einfaches Fenster aufzuhebeln. Doch das muss nicht sein. Auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz gegen ungebetene Gäste gibt, man kann ihnen das Handwerk schwer machen. Denn Einbruchschutz fängt vor allem bei Fenstern und Türen an. Sie müssen stabil und belastbar sein und das Folgende bieten:

  • mit dem Rahmen verschraubte Schließbleche
  • aufhebelsichere Pilzkopfzapfen in mehreren Ecken
  • Verbundsicherheitsglas
  • Fenstergriffe mit Drehhemmung und Aufbohrschutz

Wie sicher ein Fenster ist, richtet sich nach der Zugriffszeit und dem verwendeten Werkzeug. Sogenannte Widerstandsklassen, mit „RC“ für „resistance class“ bezeichnet, geben die Widerstandsfähigkeit bei einem Einbruchsversuch an. Je höher die Klasse, desto sicherer ist das Fenster, die Fenstertüre oder die Haustüre. Private Wohngebäude sollten mindestens eine Resistance Class 2 – kurz RC 2 – aufweisen. Dann zeigen Fenster und Türen bei Rahmen, Beschlag, Verglasung bzw. Türblatt, Zarge und Schloss keine Schwachpunkte. Und wer mehr Sicherheit möchte, kann eine höhere Sicherheitsklasse wählen oder zusätzlich auf eine Alarmanlage setzen.

Unser Tipp: Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und die Fensterfachbetriebe beraten Sie gerne, mit welchen Maßnahmen Sie Ihr Haus besser vor Einbrechern schützen können. Gute Fachbetriebe erkennt man auch am RAL-Gütezeichen für Fenster, Haustüren, Fassaden, Wintergärten und deren fachgerechte Montage.

Auch Fenster können smart sein

Noch effektiver wird der Einbruchschutz, wenn die Fenster in ein Smart-Home-System eingebunden werden. Smarte Lösungen bekommen seit einigen Jahren, insbesondere bei Neubauten, eine immer größere Bedeutung und werden auch für Türen und Fenster immer interessanter. So lassen sich über Smartphone oder Tablett sowohl Lüftung, Beschattung und der Sonnenschutz der Fenster einfach und intelligent steuern.

Aber nicht nur der Komfort steigt. Auch in Sachen Sicherheit sind smarte Haussteuerungen interessant. So weiß man auch von unterwegs, welche Fenster und Türen im Haus geöffnet oder verriegelt sind oder kann aus der Ferne das Haus von innen und außen beleuchten. Und setzt ein Einbrecher den Hebel an, erhalten Sie oder auf Wunsch auch die Polizei gleich ein Warnsignal.

Und wenn Sie mal beim Verlassen des Hauses vergessen haben, ein oder mehrere Fenster oder Türen zu schließen, erhalten Sie eine Meldung … oder, noch besser, es schließt sich gleich selbst mittels automatisiertem Fensterantrieb.

Alles eine Frage des Preises

Die Antwort auf die Frage nach den Kosten lautet auch hier wie so oft: Das kommt drauf an. Je nach Rahmenmaterial, Verglasung und natürlich auch Größe variieren die Kosten für neue Fenster. So sind Kunststofffenster mit Dreifachverglasung günstiger als Holzfenster. Preislich darüber liegen Holz-Aluminiumfenster und teuersten sind Aluminiumfenster. Im Schnitt kommen für ein klassisches Einfamilienhaus je nach Material und Verglasung zwischen 8.000 und 14.000 Euro für den Fenstertausch zusammen.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben: Achten Sie darauf, dass im Angebot genaue Angaben zur Fensterqualität und Montage gemacht werden, nicht zu vergessen, die Kosten für ein eventuell notwendiges Gerüst und die Entsorgung der alten Fenster.

Förderung nutzen, Geld sparen

Doch Sie müssen nicht alles selbst bezahlen. Gerade für energetische Sanierungsmaßnahmen gibt es verschiedene Förderprogramme der KfW-Bank. Möchten Sie diese beantragen, müssen Sie hierfür einen spezialisierten Energieberater einschalten. Das ist ohnehin sinnvoll, denn energetische Sanierungsmaßnahmen sind meist komplex und aufwendig. Er sichert die Qualität der Arbeit, von der Planung bis zur Umsetzung, und unterstützt sie bei der Beantragung etwaiger Fördermittel. Allein für seine Baubegleitung ist hier einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro extra möglich.

Und nicht zu vergessen: Über die KfW-Förderung „Energieeffizient Sanieren“ können Sie für Ihre neuen Fenster und einen dazugehörigen Sonnenschutz entweder einen günstigen Kredit oder einen ordentlichen Zuschuss erhalten.

Hierfür aber ganz wichtig: Erst Mittel beantragen, dann Handwerksbetrieb beauftragen.

Mehr Informationen zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

Denken Sie effizient weiter

Sicherlich sind neue Fenster ein erster wichtiger Schritt für mehr Energieeffizienz im eigenen Haus. Dennoch sollten Sie immer das Gebäude als Ganzes sehen. Denn die besten Fenster nützen nichts, wenn die Außenwände ungedämmt oder das Dach undicht ist. Lassen Sie sich auch hierzu umfassend von einem Energiefachmann beraten. Experten finden Sie hier.

Kein Bau ohne Versicherung

Jede Sanierung, auch der Austausch von Fenstern, ist eine Baumaßnahme, die Gefahren birgt und für die Sie als Bauherr haften. Sichern Sie sich deshalb richtig ab! Das sind die wichtigsten Versicherungen:

Privathaftpflichtversicherung

Bauleistungsversicherung

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

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