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Photovoltaik - Strom vom Dach

Bis Ende 2019 noch Vorteile sichern

Es steht außer Frage: Die Investition einer Photovoltaikanlage, häufig auch Solaranlage genannt, lohnt sich – auf alle Fälle für unsere Umwelt und für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder. Und wer schnell ist, für den auch (noch) fürs Portemonnaie. Starten Sie Ihre eigene Energiewende und sichern sich jetzt noch wertvolle Vorteile. Denn für 2020 bahnt sich ein Förderstopp an.

Solarnlage oder Photovoltaikanlage gilt als gute Investition für eine umweltbewusste, lebenswerte Zukunft.

Photovoltaikanlage lohnt sich auf alle Fälle für unsere Umwelt. Sie bildet damit eine Grundlage für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder.

Energie aus der Sonne

Der Sommer war perfekt für Besitzer von Photovoltaikanlagen. Ein Rekord an Sonnenstunden ließ die Solarzellen glühen und die Vergütungen für die Stromeinspeisungen sprudeln. Doch ob sich eine Solarstromanlage lohnt, hängt natürlich in erster Linie von den persönlichen Zielen ab. Wer etwas für die Umwelt tun und erneuerbare Energien nutzen möchte, für den ist die Antwort ein klares JA. So beschleunigt jede Kilowattstunde Solarstrom die Energiewende und senkt die CO2-Emssionen. Dazu macht es unabhängig – von Energieversorgern und rohstoffproduzierenden Ländern.

Doch auch die ökonomischen Anreize wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie die Entwicklung der Preise für fossile Energieträger wie Öl und Gas haben zu einer großen Akzeptanz und einer dynamischen Entwicklung der Photovoltaik geführt.

Was ist Photovoltaik?

Seit der Mensch denken kann, macht er sich die unerschöpfliche Kraft der Sonne zunutze. Und das heute vielleicht mehr denn je. Wenn wir von Photovoltaik (häufig auch Fotovoltaik geschrieben) sprechen, ist damit gemeint, dass wir die erneuerbare Energie der Sonne nutzen, um mit ihr Strom für unseren täglichen Bedarf zu erzeugen. Hiervon zu unterscheiden ist die Solarthermie, die es ermöglicht, mit Sonnenenergie zu heizen.

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Um aus Sonnenenergie Strom erzeugen zu können, braucht man vor allem eines: einen sonnigen Platz für die Photovoltaikmodule. Für Hauseigentümer ist das in der Regel das Dach. Wichtig ist dabei die Ausrichtung: Ideal ist es, wenn das Dach nach Süden zeigt, aber auch Südost- und Südwest-Lagen bringen gute Ergebnisse. Zweiter wesentlicher Aspekt ist die Dachneigung. Optimal ist ein Neigungswinkel zwischen 30 und 35 Grad. Doch auch bei Abweichungen hiervon kann sich eine Photovoltaikanlage noch gut rentieren. Wesentlich nachteiliger wirkt sich der Schattenwurf durch Bäume oder die umgebende Bebauung aus.

Die Photovoltaik- oder Solarmodule, die Sonnenenergie in Strom umwandeln, setzen sich aus einer Vielzahl miteinander verschalteter Solarzellen zusammen. Diese Solarzellen bestehen ihrerseits aus zwei Halbleiterschichten. Durch das Sonnenlicht werden die Schichten elektrisch leitfähig und produzieren unterschiedliche, das heißt positive bzw. negative Ladungen. Aus den entgegengesetzt geladenen Teilchen entsteht ein elektrisches Feld, das uns Gleichstrom liefert. Da unsere Geräte üblicherweise auf Wechselstrom ausgerichtet sind, wird der in der Photovoltaikanlage produzierte Gleichstrom mit einem Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Mehr Informationen über die Funktionsweise einer Photovoltaikanlage gibt es hier

So rechnet sich der Solarstrom

Der selbst erzeugte Strom kann dann entweder für den eigenen Bedarf genutzt oder, wenn die Anlage am Netz ist, über einen Zähler in das Stromnetz eingespeist werden. Der ins Stromnetz abgegebene Photovoltaikstrom wird seit dem Jahr 2000 durch eine Einspeisevergütung entsprechend dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.

Der finanzielle Vorteil einer Solaranlage ergibt sich so aktuell (noch) aus zwei Quellen: den Einsparungen in der eigenen Stromrechnung durch weniger zugekauften, teureren Strom und den Vergütungen für den selbst ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Wer im September 2019 eine neue Anlage mit maximal 10 Kilowatt Leistung in Betrieb genommen hat, erhält durch die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung laut EEG für 20 Jahre ab der Inbetriebnahme garantiert 10,33 Cent pro Kilowattstunde. Der jeweils aktuelle Wert wird durch die Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Übrigens: Der Kauf einer Solaranlage wird von der Bundesregierung über günstige KfW-Darlehen gefördert. Fragen Sie am besten bei Ihrer Hausbank nach. Informationen hierzu finden Sie auch unter  www.photovoltaik-foerderung.net/.

Bald könnte die Einspeisevergütung ein Ende haben

Jedes Jahr werden neue Rekordwerte für die Entwicklung von Sonnenstrom gemeldet. Solaranlagen erleben einen wahren Boom. Immer mehr Hauseigentümer installieren ihre eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach und produzieren ihren Strom selbst. Voraussichtlich schon im Frühjahr oder Sommer 2020 könnte eine Gesamtleistung von 52 Gigawatt erreicht werden. Ab dieser Marke hat das EEG in Paragraf 49 einen Förderstopp festgelegt.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums lag im August 2019 die auf Dächern installierte Solarleistung bei rund 47,8 Gigawatt. Deshalb unser Rat: Beginnen Sie so schnell wie möglich mit der Installation einer Solaranlage, um noch eine Einspeisevergütung für den selbst genutzten Solarstrom zu erhalten. Denn eine Anschlussregelung für die Solarförderung ist bislang Fehlanzeige. 

Doch viel interessanter als die Einspeisevergütung ist der Eigenverbrauch des Sonnenstroms. Er sorgt für eine wichtige Ersparnis. Denn der Strom aus der Steckdose, also vor allem aus fossilen Brennstoffen, wird immer teurer. Der Preis für die Kilowattstunde (kWh) liegt aktuell bei rund 30 Cent. Tendenz steigend. Für den selbst produzierten Strom werden im Allgemeinen 10 Cent pro kWh, hier spiegeln sich die Anfangsinvestitionen wider, angesetzt. Das heißt, es ergibt sich eine Ersparnis von 20 Cent, wenn der Strom nicht über den Versorger eingekauft werden muss.

Wer es also schafft, einen großen Teil des benötigten Stroms selbst zu produzieren, spart am meisten. Lassen Sie daher Hauptstromnehmer wie die Waschmaschine oder die Spülmaschine nach Möglichkeit dann laufen, wenn die Sonne so richtig lacht. Oder in die Zukunft gedacht: Elektromobilität ist auf dem Vormarsch ... Mit einer Photovoltaikanlage können Sie sich eine eigene Stromtankstelle für Ihr Elektroauto einrichten und das Fahrzeug beispielsweise dann laden, wenn der Solarstrom gerade nicht anderweitig benötigt wird.

Damit die Sonne auch nachts scheint

Doch in den meisten Fällen kann der mit der Solaranlage, in der Regel am Tag, produzierte Strom nicht sofort vollständig genutzt werden. Häufig steigt der Strombedarf erst in den Abendstunden deutlich an. Hier helfen Strom- oder Batteriespeicher, die den überschüssigen Strom zur späteren Nutzung speichern. So lässt sich der Solarstrom auch dann nutzen, wenn keine Sonne scheint und die Solarmodule keinen Strom erzeugen, zum Beispiel nachts.

In der letzten Zeit haben sich als Stromspeicher insbesondere die Lithium-Ionen-Akkus gegenüber Blei-Akkus durchgesetzt. Sie weisen eine erheblich längere Lebensdauer auf und zeigen mit 95 Prozent einen deutlich höheren Wirkungsgrad auf als Blei-Akkus, die es auf knapp über 80 Prozent bringen. Dazu fällt auch beim Vergleich der Umweltverträglichkeit die Wahl auf die Lithium-Ionen-Akkus. Das versteht sich beinahe von selbst, denn ein hoher Anteil des giftigen Schwermetalls Blei belastet die Umwelt.

Schon heute zeigt sich, dass immer mehr Eigenheimbesitzer und Betreiber von Photovoltaikanlagen auf den Eigenverbrauch von Solarstrom mithilfe eines Stromspeichers setzen. Berechnungen haben gezeigt, dass sich so der Eigenverbrauchsanteil von etwa 30 Prozent auf mehr als 70 Prozent erhöhen lässt.

Maßgeblich für die Berechnung der Einsparungen durch eine Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem Stromspeicher ist im Wesentlichen die Differenz aus den Erzeugungskosten des Solarstroms und den Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde einerseits sowie dem Bezugspreis für den eingesparten Strom aus dem Stromnetz andererseits. Zusätzliche Einsparungen ergeben sich im Hinblick auf die Begrenzung der maximalen Einspeiseleistung auf 70 Prozent der Solaranlagen-Leistung.

Unser Tipp: Sprechen Sie für die Auswahl des passenden Batteriespeichers und der individuellen Einsparmöglichkeiten einen Fachbetrieb an. Wichtig bei der Entscheidung sind auch die künftigen Entwicklungen, insbesondere der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Und: Auch Speicherbatterien werden gefördert. Mehr über Fördermöglichkeiten erfahren Sie hier.

 

Gut abgesichert

Ist die Photovoltaikanlage installiert, steigert sie nicht zuletzt auch den Wert Ihrer Immobilie. In der Regel gehen von einer Photovoltaikanlage kaum Risiken aus. Und dennoch ist es sinnvoll, sie zu versichern. Denn nicht selten erreichen die Kosten für eine Solaranlage, abhängig von der Größe, schnell den Neupreis eines Klein- bis Mittelklassewagens. Das bringt schon mal sogenannte Solardiebe auf die Spur, die nachts mit Lkws kommen und ganze Anlagen abmontieren. Vor allem aber die immer heftiger werdenden Wetterereignisse mit Sturm und Hagel sorgen verstärkt für Schäden an den Solarmodulen auf dem Dach.

Deshalb: Prüfen Sie, ob Ihre Wohngebäudeversicherung ausreichend Schutz bietet. Informieren Sie vor Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage umgehend Ihren Versicherer. Umfassende Absicherung bieten spezielle Versicherungen für Photovoltaikanlagen, die zum Beispiel als Zusatzbaustein  optional in die Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden können.

Sie ersetzen, abhängig vom jeweils vereinbarten Versicherungsschutz, beispielsweise nicht nur Diebstahl und Schäden durch Sturm und Hagel, Feuer und Leitungswasser, sondern leisten auch bei Überspannungsschäden, Kurzschluss und Überstrom sowie Konstruktions-, Material- und Bedienungsfehlern bis hin zu Ungeschicklichkeit oder dem Vorsatz Dritter.

Wenn über die Photovoltaikanlage Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird, sollte die Photovoltaikversicherung Ertragsausfälle übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Einspeisung vergütet wird und der Ausfall aufgrund einer versicherten Gefahr zustande kam.

Doch auch von der Anlage selbst können Gefahren für Dritte ausgehen, zum Beispiel, wenn sich infolge eines Unwetters Teile der Anlage lösen und beispielsweise Passanten verletzt werden. Achten Sie deshalb darauf, dass in der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung bzw. in der Wohngebäudeversicherung auch die Schäden aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage eingeschlossen sind.

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