Schuhe, Rad, Rollator, Kinderwagen: Was darf im Treppenhaus stehen?
Stand: September 2026 – Erstellt von der GEV-Redaktion
Immer wieder sorgt das Treppenhaus in Mehrfamilienhäusern für Ärger: Wohnungseigentümer möchten es verschönern, Mieter stellen Schuhe, Kinderwagen, Rollatoren, Fahrräder oder andere Gegenstände im Hausflur ab. Das kann Nachbarn behindern und im Ernstfall Flucht- und Rettungswege beeinträchtigen. Was darf im Treppenhaus stehen – und was kann verboten werden?
In Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern sieht man das oft: Schuhe vor der Tür. Ob das erlaubt ist, hängt häufig von der Hausordnung ab. Was alles im Treppenhaus stehen darf und was dort nichts zu suchen hat, haben wir für Sie herausgefunden.
Zusammenfassung: Was darf im Treppenhaus stehen?
Ob Gegenstände im Treppenhaus stehen dürfen, hängt unter anderem von der Art des Gegenstands, den räumlichen Verhältnissen, der Hausordnung und den Anforderungen an sichere Flucht- und Rettungswege ab.
- Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle können unter bestimmten Voraussetzungen im Hausflur abgestellt werden, wenn die räumlichen Verhältnisse dies zulassen und andere Bewohner nicht unzumutbar behindert oder gefährdet werden.
- Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und Möbel gehören in der Regel nicht dauerhaft ins Treppenhaus. Entscheidend sind unter anderem Hausordnung, Abstellmöglichkeiten und die konkrete Situation.
- Flucht- und Rettungswege müssen nutzbar bleiben. Pauschale bundesweite Mindestbreiten lassen sich für alle Gebäude nicht angeben.
- Schuhe können beispielsweise bei schlechtem Wetter vorübergehend vor der Wohnungstür stehen. Bei Schuhschränken, Pflanzen und Dekoration kommt es stärker auf den Einzelfall an.
- Pakete können kurzfristig im Hausflur abgelegt werden, wenn davon keine Belästigung oder Gefährdung ausgeht.
- Kommt es zu einem Schaden, können je nach Schadenursache, Verantwortlichkeit, beschädigter Sache und vereinbartem Versicherungsschutz unterschiedliche Versicherungen relevant sein.
Inhalt
- Gegenstände im Treppenhaus – was darf dort stehen?
- Übersicht: Was ist im Treppenhaus erlaubt?
- Was darf ich im Treppenhaus und Hausflur abstellen?
- Was kann man tun, wenn der Nachbar durch Gegenstände im Treppenhaus stört?
- Versicherungen rund um das Treppenhaus
- Die Privathaftpflicht sichert gegen existenzbedrohende Forderungen ab
- Fazit: An Sicherheit und die Nachbarn denken
- Häufige Fragen zu Gegenständen im Treppenhaus
Gegenstände im Treppenhaus – was darf dort stehen?
Mieter dürfen gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Hausflur und Treppenhaus im Rahmen ihres Mietverhältnisses mitbenutzen. Wohnungseigentümer dürfen Gemeinschaftseigentum im Rahmen der gesetzlichen und gemeinschaftlichen Regelungen nutzen. Doch es gibt Regeln zu beachten!
Auch wenn Treppenhäuser und Hausflure grundsätzlich allen Hausbewohnern zur Verfügung stehen, heißt das jedoch nicht, dass jeder dort sein Gerümpel abstellen darf. Denn: Hausflur und Treppenhaus müssen verkehrssicher bleiben und im Notfall als Flucht- und Rettungsweg nutzbar sein. Abgestellte Gegenstände dürfen diese Nutzung nicht unzulässig beeinträchtigen.
Trotz bereits vieler Gerichtsurteile lassen sich kaum allgemeingültige Regeln aufstellen. Jedes Treppenhaus ist anders, jeder Hausflur hat seine eigenen Besonderheiten. Welche Anforderungen an die Breite von Treppen, Fluren und Rettungswegen gelten, richtet sich insbesondere nach der jeweiligen Landesbauordnung, der Art des Gebäudes und den konkreten baulichen Gegebenheiten.
Was ist der Unterschied zwischen Treppenhaus und Hausflur?
Als Hausflur gilt in einem Haus der Verbindungsraum, der sich zwischen dem Hauseingang bzw. der Haustüre und der Treppe, manchmal auch dem Fahrstuhl, befindet. Häufig hat der Hausflur, auch Korridor genannt, einen länglichen Grundriss. Unter dem Treppenhaus, gelegentlich auch Treppenraum genannt, versteht man den Teil des Gebäudes, in dem sich die Treppe befindet. Die Treppe verbindet die Geschosse von unten nach oben miteinander.
Hausflur und Treppenhaus: Der Vermieter muss für Sicherheit sorgen
Vermieter beziehungsweise Eigentümer tragen Verantwortung dafür, dass gemeinschaftlich genutzte Bereiche verkehrssicher sind. Bei Wohnungseigentumsanlagen sind auch die Zuständigkeiten der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer zu berücksichtigen. Mehr zu den entsprechenden Pflichten erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Verkehrssicherungspflicht für Eigentümer.
Die Nutzung gemeinschaftlicher Flächen kann im Rahmen der rechtlichen und vertraglichen Vorgaben etwa durch Mietvertrag, Hausordnung sowie bei Wohnungseigentumsanlagen durch Vereinbarungen und Beschlüsse geregelt werden.
Der Vermieter darf aber nicht beliebig alles verbieten, was ihm nicht gefällt. Ob eine Nutzungseinschränkung oder ein Verbot wirksam ist, hängt von der konkreten Regelung und den Umständen des Einzelfalls ab. Dabei können unter anderem die Interessen der Bewohner, Sicherheitsanforderungen und die räumlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen.
Zu der Verantwortlichkeit des Vermieters gehört es auch, dass beispielsweise das Treppengeländer ordnungsgemäß befestigt ist und die Beleuchtung funktioniert. So sollen vermeidbare Unfall- und Stolpergefahren reduziert werden.
Handelt es sich um eine Wohnungseigentumsanlage, richtet sich die Nutzung des Gemeinschaftseigentums unter anderem nach den gesetzlichen Vorgaben sowie den Vereinbarungen und Beschlüssen der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer.
Die große Bedeutung der Hausordnung für ein Mehrfamilienhaus
Die Hausordnung regelt das alltägliche Zusammenleben in einem Mehrfamilienhaus. Für Mieter sind ihre Regelungen maßgeblich, soweit sie wirksam in das Mietverhältnis einbezogen wurden. Bei Wohnungseigentumsanlagen richten sich Rechte und Pflichten der Eigentümer untereinander insbesondere nach dem Wohnungseigentumsrecht, der Gemeinschaftsordnung sowie wirksamen Vereinbarungen und Beschlüssen.
Brandschutz im Hausflur und Treppenhaus
Die brandschutzrechtlichen Anforderungen an Treppenräume, Flure und Rettungswege ergeben sich insbesondere aus den jeweiligen Landesbauordnungen und weiteren einschlägigen Regelungen. Welche Gegenstände im konkreten Treppenhaus zulässig sind, lässt sich daraus jedoch nicht für jeden Fall pauschal ableiten.
Als Faustregel gilt wie schon oben gesagt: Treppenhaus und Hausflur müssen als Flucht- und Rettungswege nutzbar bleiben. Werden sie beispielsweise durch Schuhe, Regale oder andere Gegenstände mitgenutzt, dürfen andere Bewohner dadurch nicht unzulässig behindert oder gefährdet werden.
Gegenstände im Treppenhaus: Mietrecht
Mieter sind aufgrund ihres Mietvertrags zum vertragsgemäßen Gebrauch des Mietobjektes berechtigt. § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB verpflichtet den Vermieter, die Mietsache während der Mietzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Zur Nutzung einer Wohnung gehört regelmäßig auch die Mitbenutzung gemeinschaftlich zugänglicher Bereiche des Hauses – unter Berücksichtigung der Rechte anderer Bewohner und der jeweiligen Vereinbarungen.
Übersicht: Was ist im Treppenhaus erlaubt?
| Gegenstand | Erlaubt? | Bedingung |
|---|---|---|
| Fußmatte | Ja | Direkt vor der Wohnungstür, sofern dadurch keine Gefahr oder Behinderung entsteht |
| Schuhe, kurzfristig | Bedingt | Vorübergehend, beispielsweise zum Trocknen nach Regen oder Schnee |
| Schuhregal / Schuhschrank | Nein | In der Regel nicht; im Einzelfall kann die Beurteilung je nach Größe, Standort und Beeinträchtigung anders ausfallen |
| Kinderwagen | Bedingt | Wenn der Bewohner darauf angewiesen ist, die räumlichen Verhältnisse das Abstellen zulassen und keine unzulässige Behinderung entsteht |
| Rollator / Rollstuhl | Bedingt | Bei entsprechender Angewiesenheit; gegebenenfalls platzsparend an geeignetem Ort abstellen |
| Fahrrad | Nein | In der Regel nicht im Treppenhaus; Hausordnung, vorhandene Abstellmöglichkeiten und konkrete Platzverhältnisse sind zu berücksichtigen |
| E-Bike / E-Scooter | Nein | In der Regel nicht im Treppenhaus; insbesondere Hausordnung, Fluchtwegsicherheit und Brandschutz beachten |
| Müll / Sperrmüll | Nein | Gehört grundsätzlich nicht dauerhaft in den Hausflur oder ins Treppenhaus |
| Dekoration | Bedingt | Art, Ort, Vereinbarungen sowie mögliche Behinderungen sind entscheidend |
| Pakete | Bedingt | Kurzfristig möglich, wenn dadurch keine Belästigung oder Gefährdung entsteht |
| Pflanzen / Blumenkübel | Nein | Dauerhaftes Aufstellen auf Gemeinschaftsflächen ist regelmäßig problematisch; der konkrete Einzelfall bleibt maßgeblich |
Was darf ich im Treppenhaus und Hausflur abstellen?
Es gibt in Deutschland keine einzelne allgemeine Vorschrift, die abschließend regelt, welche Gegenstände im Treppenhaus abgestellt werden dürfen. Mietvertrag, Hausordnung und bei Wohnungseigentumsanlagen die für die Gemeinschaft geltenden Regelungen können die Nutzung konkretisieren. Hinzu kommen insbesondere die jeweiligen räumlichen Verhältnisse sowie Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz.
Im Streitfall sollten Mieter oder Wohnungseigentümer daher als Erstes einen Blick in die für sie geltenden Regelungen werfen.
Wir haben im Folgenden für Sie zusammengestellt, was sich aufgrund von Rechtsprechung und üblicher Praxis durchgesetzt hat beziehungsweise akzeptiert wird.
Schuhe und Schuhschränke im Treppenhaus
Die Antwort auf die Frage, ob Schuhe im Hausflur erlaubt sind oder nicht, ist ein entschiedenes „Jein“. Wie schon oben gesagt: Eine pauschale Regelung im Mietrecht gibt es nicht.

Meist hilft ein Blick in den Mietvertrag oder die Hausordnung. Ist das Abstellen von Schuhen dort wirksam eingeschränkt und handelt ein Mieter vertragswidrig, kann der Vermieter ihn abmahnen. Setzt der Mieter einen vertragswidrigen Gebrauch trotz Abmahnung fort, kann der Vermieter nach § 541 BGB auf Unterlassung klagen.
Bei Schnee und Regen werden nasse Schuhe und Stiefel häufig vorübergehend auf der Fußmatte vor der Wohnungstür zum Trocknen abgestellt.
Das OLG Hamm hat bereits 1988 in einem wohnungseigentumsrechtlichen Fall entschieden, dass ein Beschluss nicht zu beanstanden war, der das witterungsbedingte, zeitweilige Abstellen von Schuhen auf der Fußmatte gestattete (Az. 15 W 168/88). Daraus lässt sich allerdings keine allgemeine Aussage ableiten, dass jedes Verbot von Schuhen im Treppenhaus unwirksam wäre.
Auch gegen das kurzzeitige Abstellen mehrerer Paar Schuhe kann je nach Situation wenig einzuwenden sein, beispielsweise wenn Besuch da ist. Doch auch hier gilt: Niemand darf dadurch unzumutbar behindert oder gefährdet werden. Sammelt sich dagegen dauerhaft ein großer Schuhberg vor der Wohnungstür, kann das Abstellen unzulässig sein.
Schuhschränke und Schuhregale sind in Treppenhäusern dagegen meist problematischer. Sie können nicht nur zur Stolperfalle werden, sondern auch die Brandlast erhöhen. Jedoch herrscht hierzu bei den deutschen Gerichten keine einheitliche Linie.
Das Amtsgericht Herne hielt im konkreten Fall ein lediglich 30 Zentimeter tiefes Schuhregal für zulässig, weil weder eine konkrete Behinderung noch eine Beeinträchtigung des Fluchtweges dargelegt war (20 C 67/13).
Das Amtsgericht Köpenick verlangte dagegen in einem anderen Fall die Entfernung eines Schuhregals und einer Waschmaschine aus dem Treppenhaus und stellte dabei unter anderem auf Fluchtweg und Brandschutz ab (4 C 143/17).
Ähnlich entschied das Amtsgericht Lichtenberg am 11. September 2007 (8 C 76/07), das im dort entschiedenen Fall Gegenstände im Treppenhaus nicht zuließ.
Anders wiederum das Amtsgericht Köln: Mit Urteil vom 15.02.2001 entschied es, dass eine Mieterin einen Schrank im Hausflur nach 30 Jahren nicht entfernen musste (Az. 222 C 426/00).
Dort durfte ein seit langer Zeit in einer Nische stehender Holzschrank unter den konkreten Umständen verbleiben. Eine Rolle spielten unter anderem die vorherige Gestattung und die fehlende Behinderung des Hausflures.Übrigens: Soweit ersichtlich, gibt es bislang keine BGH-Entscheidung, die speziell die Zulässigkeit von Schuhen oder Schuhregalen vor der Wohnungstür allgemein regelt.
Regenschirm und Schirmständer
Ähnliches wie für Schuhe und Schuhregale gilt für Regenschirm und Schirmständer im Treppenhaus und Hausflur. Ein nasser Regenschirm kann kurzfristig zum Trocknen auf der Fußmatte abgelegt werden, sofern dadurch niemand behindert oder gefährdet wird. Auch ein aufgespannter Schirm darf insbesondere den Durchgang und die Nutzung als Fluchtweg nicht beeinträchtigen.
Bei Schirmständern gibt es wie bei den Schuhschränken keine einheitliche Regel. In jedem Fall ist zu beachten, dass sie insbesondere bei schlechter Sicht oder Rauchentwicklung zur Stolperfalle werden können.
Kinderwagen im Hausflur
Familien mit kleinen Kindern stehen oft vor dem Problem, wohin mit dem sperrigen Kinderwagen. Der Bundesgerichtshof hat ausgeführt, dass ein Mieter einen Kinderwagen oder Rollstuhl im Hausflur abstellen darf, wenn er darauf angewiesen ist und die Größe des Hausflures das Abstellen zulässt (BGH, 10.11.2006, V ZR 46/06).
Um den Durchgang möglichst wenig zu beeinträchtigen, sollte ein Kinderwagen, wenn möglich, platzsparend abgestellt oder zusammengeklappt werden.
Auch das Anketten eines Kinderwagens an ein Treppengeländer kann problematisch sein, wenn dadurch Durchgänge beeinträchtigt werden oder der Wagen im Bedarfsfall nicht bewegt werden kann. Maßgeblich sind die konkrete Situation und die geltenden Regelungen.
Unser Ratgeber-Tipp
Lesen Sie unseren Ratgeber, wie Sie sich vor einem Diebstahl des Kinderwagens schützen können und wann Versicherungsschutz in Betracht kommt.
Rollatoren und Rollstühle im Hausflur
Benötigt ein Hausbewohner einen Rollstuhl oder Rollator und kann diesen selbst nicht mehr in die Wohnung tragen, kann die Gehhilfe unter bestimmten Voraussetzungen im Hausflur abgestellt werden, sofern sie nicht zur Unfallgefahr wird oder Fluchtwege beeinträchtigt.
Das Landgericht Hannover entschied in einem konkreten Fall, dass einer auf die Gehhilfe angewiesenen Mieterin das Abstellen ihres Rollators nicht generell verboten werden durfte. Der Vermieter durfte allerdings verlangen, dass der Rollator platzsparend zusammengeklappt und an einem geeigneten Ort abgestellt wird (20 S 39/05).
Fahrräder im Treppenhaus
Gemäß vielen Hausordnungen dürfen Fahrräder nicht im Treppenhaus oder in Gängen im Hausflur abgestellt werden. Gibt es beispielsweise einen Fahrradkeller und ist wirksam geregelt, dass Fahrräder dort abzustellen sind, müssen Mieter dies grundsätzlich beachten.
Steht kein Fahrradkeller oder keine andere Abstellmöglichkeit zur Verfügung, ist damit jedoch nicht automatisch jedes Abstellverbot unwirksam. Ob und in welchem Umfang eine entsprechende Regelung wirksam ist, hängt von ihrer Ausgestaltung und den konkreten Umständen ab.
Kann ein ungehinderter Zugang zur Wohnung oder die sichere Nutzung des Treppenhauses durch abgestellte Fahrräder nicht gewährleistet werden, muss das Fahrrad gegebenenfalls an einem anderen geeigneten Ort abgestellt werden.
Als geeignete Abstellflächen kommen für Fahrräder häufig auch eigene Kellerräume in Betracht. Anders als bei einem notwendigen Rollator oder Kinderwagen wird bei einem gewöhnlichen Fahrrad eher erwartet, dass eine zumutbare alternative Abstellmöglichkeit genutzt wird.
Darf man das Fahrrad mit in die Wohnung nehmen? Ob der Mietvertrag oder die Hausordnung dies beschränken kann, hängt von der konkreten Regelung und den Umständen ab. Auch vorhandene und zumutbare Abstellmöglichkeiten können eine Rolle spielen. Bei hochwertigen Fahrrädern kann zudem das Interesse an einem sicheren Abstellort besonders ins Gewicht fallen.
Um Ärger zu vermeiden, sollte man in jedem Fall im Vorfeld mit dem Vermieter sprechen.
Müll vor der Wohnungstüre
Leere Flaschen, Pizzaschachteln oder Müllbeutel im Treppenhaus, das stinkt in der Regel den Nachbarn gewaltig. Mieter sollten sich so verhalten, dass sie andere Mitbewohner nicht beeinträchtigen. Die Gründe sind nachvollziehbar: Müll kann Schädlinge anziehen, Gerüche verursachen und unter Umständen Wege beeinträchtigen.
Das regelmäßige oder erhebliche Lagern von Müll im Treppenhaus kann eine Verletzung mietvertraglicher Pflichten darstellen. § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB setzt für eine ordentliche Kündigung wegen Pflichtverletzung voraus, dass der Mieter seine vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt hat.
Daher gilt: Das Treppenhaus sollte nicht als Lagerplatz für Mülleimer, Müllbeutel oder Sperrmüll genutzt werden. Ob bereits ein sehr kurzfristiges Abstellen vertragswidrig ist und welche Konsequenzen daraus folgen können, hängt von den konkreten Umständen ab. Wiederholte oder erhebliche Verstöße können eine Abmahnung und unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen auch eine Kündigung nach sich ziehen.
Deko und Pflanzen zur Verschönerung des Treppenhauses
Hausflure und Treppenhäuser sind meist grau und trostlos. Das motiviert viele Mieter und Wohnungseigentümer, die kahlen Wände durch Bilder, Poster und Dekoartikel aufzuhübschen. So verzieren viele Mieter gerne beispielsweise zu besonderen Anlässen wie Ostern und Weihnachten das Treppenhaus.
Ob Dekoration zulässig ist, hängt von Art und Ort der Dekoration, den geltenden Regelungen und möglichen Beeinträchtigungen ab. Das Landgericht Hamburg ließ im konkret entschiedenen Fall ein Dekorationsobjekt an einer Wohnungseingangstür zu (333 S 11/15). Die Entscheidung betrifft damit nicht pauschal jede Dekoration im gesamten Treppenhaus.
Pflanzen und andere auf Gemeinschaftsflächen abgestellte Gegenstände können dagegen anders zu beurteilen sein.
Das Amtsgericht Münster entschied 2008 in einem konkreten Fall über verschiedene persönliche Gegenstände und Pflanzen auf gemeinschaftlich genutzten Flächen (38 C 1858/08).
Das Amtsgericht Frankfurt am Main untersagte in einem weiteren Fall das dauerhafte Aufstellen von Pflanzen auf Gemeinschaftsflächen wie Laubengängen und im Treppenhaus (33 C 3648/17 (67)).
Wer Pflanzen oder umfangreichere Dekoration im gemeinschaftlichen Hausflur aufstellen möchte, sollte deshalb die geltenden Regelungen beachten und im Zweifel vorher die Zustimmung des Vermieters beziehungsweise die für die Wohnungseigentumsanlage geltenden Vorgaben klären.
Papier, Pakete und Werbezeitschriften im Treppenhaus
„Bitte keine Werbung“ – dennoch landen meist jede Menge Kataloge, Anzeigenblätter und Werbezeitschriften im Hausflur, für die sich oft niemand zuständig fühlt. Diese sollten möglichst zügig wieder entfernt werden, da sie aus brennbarem Material bestehen und zudem den Durchgang beeinträchtigen können.
Was ist mit Päckchen und Paketen, die nicht in den Briefkasten passen? Der Bundesgerichtshof hat bestätigt, dass das Mitbenutzungsrecht der Mieter auch die Entgegennahme von Sendungen umfassen kann, die nicht in den Briefkasten passen und deshalb im Hausflur abgelegt werden. Das gilt auch für Sendungen für mehrere Bewohner, solange von der Ablage keine Belästigung oder Gefährdung ausgeht (V ZR 46/06).
Was kann man tun, wenn der Nachbar durch Gegenstände im Treppenhaus stört?
Generell sollten sich Mieter und Wohnungseigentümer an die vorgegebenen und vereinbarten Regeln im Haus halten. Denn ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis funktioniert auf Dauer nur durch gegenseitige Rücksichtnahme. Doch was kann man tun, wenn der Nachbar sich partout nicht an Regeln beziehungsweise Verbote hält und weiterhin seinen Müll vor der Wohnungstür lagert oder sein Fahrrad im engen Flur abstellt?
Unser Tipp: Überlegen Sie zunächst, ob es verhältnismäßig ist, sich zu beschweren. Stellt Ihr Nachbar beispielsweise mehrmals täglich den Rollator kurz vor die Briefkästen, muss daraus nicht zwangsläufig ein Konflikt entstehen. Gibt es jedoch einen triftigen Anlass, versuchen Sie das Thema zuerst mit einem Gespräch zu lösen.
Dem Mitbewohner ist vielleicht gar nicht bewusst, dass Sie sich durch sein Handeln gestört oder beeinträchtigt fühlen. Oft löst sich das Problem schon auf diese Weise. Oder Sie können einen Kompromiss schließen, dass beispielsweise der Rollator nur an einer bestimmten Stelle abgestellt wird.
Weiterführende Informationen zum Umgang mit Konflikten finden Sie in unserem Ratgeber zum Nachbarschaftsrecht.
Ist Ihr Nachbar nicht gesprächsbereit, nicht einsichtig oder verstößt gegen eine Vereinbarung, sollten Sie Ihren Vermieter beziehungsweise den Hausverwalter informieren.
Liegt ein relevanter Verstoß vor, kommen je nach Situation weitere mietrechtliche Maßnahmen in Betracht. Unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen können Betroffene auch Unterlassungs- oder Abwehransprüche geltend machen.
Wann Vermieter Auskunft über Hinweisgeber geben müssen
Liegt dem Vermieter oder der Hausverwaltung eine Beschwerde über einen Bewohner vor, kann sich die Frage stellen, ob der betroffenen Person mitgeteilt werden muss, von wem die Information stammt.
Der Bundesgerichtshof befasste sich im Urteil VI ZR 14/21 mit einem datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch nach Art. 15 DSGVO und den entgegenstehenden Interessen Dritter. Ob die Identität eines Hinweisgebers offengelegt werden muss, hängt von der erforderlichen Interessenabwägung im konkreten Fall ab. Der BGH hat damit keine allgemeine Regel aufgestellt, nach der Vermieter Beschwerdeführer stets nennen müssen.
Versicherungen rund um das Treppenhaus
Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung kann für Eigentümer und Vermieter relevant sein, wenn wegen eines Unfalls im Zusammenhang mit dem versicherten Grundstück oder Gebäude Haftpflichtansprüche geltend gemacht werden – beispielsweise bei einer behaupteten Verletzung von Verkehrssicherungspflichten.
Privathaftpflichtversicherung
Die Privathaftpflichtversicherung kann für Mieter relevant sein, wenn sie einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügen, etwa durch eine von ihnen verursachte Stolperfalle im Hausflur. Ob Versicherungsschutz besteht, richtet sich nach dem konkreten Schadenfall und dem vereinbarten Versicherungsschutz.
Wohngebäudeversicherung
Je nach Schadenursache und vereinbartem Versicherungsschutz kann die Wohngebäudeversicherung für Schäden am versicherten Gebäude in Betracht kommen, beispielsweise nach einem Brand.
Die Privathaftpflicht sichert gegen existenzbedrohende Forderungen ab
Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ist nicht verpflichtend in Deutschland. Sinnvoll ist es aber, eine Privathaftpflicht zu haben.
Wer einem anderen schuldhaft und rechtswidrig einen Schaden zufügt, kann zum Schadensersatz verpflichtet sein. Bei hohen Personen- oder Sachschäden können daraus erhebliche finanzielle Forderungen entstehen.
Gerade bei Personenschäden können hohe Summen entstehen – beispielsweise nach einem Sturz auf der Treppe, wenn hierfür pflichtwidrig abgestellte Gegenstände ursächlich waren.
Eine Privathaftpflichtversicherung kann vor den finanziellen Folgen berechtigter privater Haftpflichtansprüche schützen; maßgeblich sind der konkrete Schadenfall sowie der vereinbarte Versicherungsschutz.
Fazit: An Sicherheit und die Nachbarn denken
Mieter dürfen Hausflur und Treppenhaus im Rahmen des Mietverhältnisses mitbenutzen. In Wohnungseigentumsanlagen gehören gemeinschaftliche Flure und Treppenhäuser regelmäßig zum Gemeinschaftseigentum. Mieter und Wohnungseigentümer können daher nicht beliebig über diese Flächen verfügen. Zudem müssen Hausflur und Treppenhaus als Flucht- und Rettungswege nutzbar bleiben.
Auch wenn aus Sicht des Brandschutzes nichts dagegenspricht und weder Mietvertrag noch Hausordnung beziehungsweise die für eine Wohnungseigentumsanlage geltenden Regelungen etwas vorgeben, sollten Sie vor dem Abstellen mit Nachbarn und Verwalter beziehungsweise Vermieter sprechen. Wer die Beteiligten einbindet, statt sie zu übergehen, erntet meist weniger Ärger, und alle fühlen sich weniger gestört.
Häufige Fragen zu Gegenständen im Treppenhaus
Was darf ich als Mieter ins Treppenhaus stellen?
Was Mieter im Treppenhaus abstellen dürfen, hängt vom Gegenstand, den räumlichen Verhältnissen und den geltenden Regelungen ab. Eine Fußmatte ist in der Regel unproblematisch. Kinderwagen sowie benötigte Rollatoren oder Rollstühle können unter bestimmten Voraussetzungen abgestellt werden. Schuhe können beispielsweise nach Regen oder Schnee vorübergehend auf der Fußmatte stehen. Fahrräder, größere Möbel und Müll gehören dagegen in der Regel nicht dauerhaft ins Treppenhaus.
Ist ein Schuhregal im Treppenhaus erlaubt?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Amtsgericht Köpenick verlangte in einem konkreten Fall die Entfernung eines Schuhregals, während das Amtsgericht Herne ein schmales Regal zuließ, weil weder eine konkrete Behinderung noch eine Beeinträchtigung des Fluchtweges festgestellt worden war. Entscheidend sind daher insbesondere die räumlichen Verhältnisse, mögliche Gefahren sowie Mietvertrag und Hausordnung.
Was darf vor der Wohnungstür stehen?
Eine Fußmatte direkt vor der Wohnungstür ist in der Regel unproblematisch, sofern dadurch keine Gefahr entsteht. Nasse Schuhe können unter bestimmten Umständen vorübergehend zum Trocknen abgestellt werden. Bei Dekoration, Pflanzen, Schuhschränken oder anderen Gegenständen kommt es stärker auf die konkrete Situation und die geltenden Regelungen an. Durchgänge und sichere Fluchtmöglichkeiten dürfen nicht beeinträchtigt werden.
Wer haftet, wenn jemand im Treppenhaus über abgestellte Gegenstände stolpert?
Wer durch das schuldhafte und rechtswidrige Abstellen eines Gegenstands einen anderen schädigt, kann zum Schadensersatz verpflichtet sein. Ob tatsächlich eine Haftung besteht, hängt vom konkreten Unfallhergang und den jeweiligen Pflichten ab. Eine Privathaftpflichtversicherung kann – abhängig vom Schadenfall und vereinbarten Versicherungsschutz – für berechtigte private Haftpflichtansprüche relevant sein.