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Erste Wohnung: Welche Versicherung brauche ich?

Erster Job, erste eigene Wohnung: Welche Versicherungen sind sinnvoll? Welche Policen sollten junge Menschen dringend haben? Welche sind nicht für jeden notwendig?

Endlich in der eigenen Wohnung.

Der Umzug ist vollbracht. Endlich selbst "Erste Bestimmerin". Aber wurde auch an alles gedacht? Zum Beispiel: Strom anmelden, Hausordnung lesen, Versicherungen abschließen?! Wir erklären, welche Versicherungen Sie benötigen.

 

Erste Wohnung: Welche Versicherungen braucht man wirklich?

Raus aus dem Elternhaus und rein in die große weite Welt – Der Aufbruch ins eigene Leben ist eine spannende Reise. Für viele junge Menschen beginnt sie mit der ersten eigenen Wohnung und dem Einstieg in Ausbildung, Studium oder in den Beruf.

In dieser Lebensphase macht sich oftmals Verunsicherung breit. Was, wenn in der ersten eigenen Wohnung etwas Unvorhergesehenes passiert? Wenn etwa die Waschmaschine ausläuft und das Wasser den Fußboden der Mietwohnung ruiniert oder der Spiegel im Badezimmer herunterfällt und das Waschbecken danach einen Sprung hat? Der Schreck ist zunächst vielleicht groß, aber solche Risiken gehören zum Leben. Um nicht hilflos dazustehen, sollte mit der ersten eigenen Wohnung und dem Berufseinstieg ein passender Versicherungsschutz bestehen. Aber welche Versicherungen brauchen junge Erwachsene?

 

Erste Wohnung und Berufseinstieg: Bin ich noch über meine Eltern versichert?

Ob man noch über seine Eltern versichert ist, wenn man ausgezogen ist und selbst Geld verdient, hängt von der Versicherung, dem Alter und dem Einkommen ab.

Bei einer Haftpflichtversicherung sind Kinder noch über Ihre Eltern versichert, wenn sie sich im Studium oder in der Ausbildung befinden – auch mit der ersten eigenen Wohnung. Bei einer Hausratversicherung hingegen bleibt die Familienversicherung nur dann bestehen, wenn Sie für Ausbildung und Studium zeitweise in eine Wohngemeinschaft ziehen – bei einer eigenen Wohnung mit eigenem Hausstand fällt dieser Familienschutz weg.

 

Wann fallen Kinder aus der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen heraus?

Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind Kinder über einen Elternteil mitversichert – in der Regel, bis Sie 18 Jahre alt sind. Wenn sie dann erwerbstätig sind, müssen sie sich selbst krankenversichern. Wer mit 18 Jahren noch nicht berufstätig ist, aber auch keine Ausbildung oder Studium absolviert, kann bis zum 23. Lebensjahr über ein Elternteil mitversichert sein.

Befindet sich der Nachwuchs in Ausbildung oder Studium endet der Krankenversicherungsschutz in der sogenannten Familienversicherung sogar erst mit 25 Jahren.

Nach dem Berufseinstieg ist der Fall klar: Jobneulinge sind nicht mehr über ihre Familie krankenversichert. Das liegt an den Verdienstobergrenzen, die für solche Verträge gelten: Wer mehr als 485 Euro im Monat verdient, muss sich selbst versichern.

 

Private Haftpflichtversicherung: für junge Menschen unverzichtbar

Eine Privathaftpflichtversicherung ist ein wichtiger Schutz – nicht nur für junge Menschen. Sie kommt für Kosten durch Schäden an Dritten auf, die man selbst verursacht hat. Was deckt eine Haftpflichtversicherung ab? Für diese drei Schadensarten kommt die private Haftpflichtversicherung auf:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

Besonders bei Personenschäden, also wenn durch das eigene Handeln Personen verletzt werden, können die Folgekosten schnell im sechsstelligen Bereich oder darüber liegen und ohne entsprechende Absicherung in den finanziellen Ruin führen, denn in Deutschland haften die Verursacher von Schäden vollständig für den Schadensersatz. Eine Haftpflichtversicherung bietet hier umfassenden Schutz in Form einer Deckungssumme, im Vertrag enthaltenen Leistungen und der Abwehr von unberechtigten Ansprüchen.

 

Worauf muss ich bei einer privaten Haftpflichtversicherung achten?

Beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung ist es wichtig, dass die Deckungssumme ausreichend hoch gewählt wird, damit sich alle potenziellen Schäden abdecken lassen. Als Mindestsumme gelten 10 Millionen Euro, als ideale Deckungssumme hingegen 50 Millionen Euro. Bei der höheren Deckungssumme ist der Beitrag nur etwas höher – dafür ist der Versicherungsschutz aber deutlich umfassender.

Ebenfalls wichtig sind die optionalen Leistungen der Privathaftpflicht. Ob Versicherung von Elektrofahrrädern, Drohnen oder Haustieren: Neben den Basisleistungen decken Versicherungen unterschiedliche Risiken ab. Hier sollte individuell entschieden werden, welche Risiken sich aus der eigenen Lebenssituation ergeben und wie und ob sie abgesichert werden sollten. Das gilt zum Beispiel auch für Haustiere wie Hunde. Diese können Sie in vielen privaten Haftpflichtversicherungen über ein Zusatzmodul Hundehalterhaftpflicht mitversichern.

Zu guter Letzt sollte Ihre private Haftpflichtversicherung nicht nur berechtigte Ansprüche begleichen, sondern auch unberechtigte Ansprüche abwehren. Eine gute Privathaftpflicht bietet unkomplizierte und umfassende Betreuung beim Prozess der Schadensregulierung, die auch für junge Menschen in den ersten Jahren des selbstständigen Lebens verständlich und nachvollziehbar ist.

Bei jeder Frage da: Wir haben die häufigsten Fragen zur Privathaftpflicht zusammengefasst und beantwortet.

 

Hausratversicherung: sinnvoll ab der ersten eigenen Wohnung

Eine Hausratversicherung schützt Gegenstände, die Sie im Haushalt nutzen. Schäden am Fernseher, der Waschmaschine oder dem Soundsystem hinterlassen Kosten, gegen die Sie sich absichern können. Auch für Wertsachen kann eine Hausratversicherung sinnvoll sein.

 

Was deckt eine Hausratversicherung ab?

Entsteht ein Schaden an Ihrem Hausrat, wird normalerweise zum Neuwert erstattet. Die Hausratversicherung deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Raub.

 

Worauf muss ich bei einer Hausratversicherung achten?

Auch hier ist die Deckungssumme besonders wichtig. Als Richtwert für den durchschnittlichen Hausrat gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wird diese Versicherungssumme unterschritten, besteht die Gefahr einer Unterversicherung. Die Folge kann sein, dass im Schadensfall nicht der ganze Schaden erstattet wird.

Außerdem sollte man auf die Leistungen der Hausratversicherung achten. Manche Ergänzungen machen für viele Versicherte Sinn: Schäden durch Naturgewalten, Glasbruch oder auch Fahrraddiebstahl lassen sich so kostengünstig absichern. Überprüft werden sollte in jedem Fall, welches individuelle Risiko besteht, um dann den Versicherungsschutz entsprechend zu ergänzen oder um ein Angebot zu wählen, das keine überflüssigen Bausteine enthält.

Schließlich sollte immer, wenn sich der Hausrat in seinem Wert ändert, der Versicherungsschutz neu geprüft und gegebenenfalls angepasst werde. Welche Faktoren die Hausratversicherung beeinflussen, haben wir in unserem Ratgeber zusammengefasst, ebenso die Antworten auf die häufigsten Fragen zur Hausratversicherung.

 

Weitere Versicherungen für die erste eigene Wohnung und den Berufseinstieg

Neben einer Privathaftpflichtversicherung und einer Hausratversicherung sind folgende Versicherungen für junge Menschen sinnvoll:

Krankenversicherung: Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems und Pflicht in Deutschland (gesetzliche Krankenversicherung). Sie schützt vor finanziellen Risiken bei Krankheit und Behandlungskosten. Die Krankenversicherung kann auch bei einem privaten Anbieter abgeschlossen werden (private Krankenversicherung), was sich für junge Menschen jedoch in den allermeisten Fällen nicht lohnt.

Zahnzusatzversicherung: Diese Versicherung schützt vor den finanziellen Risiken, die mit Zahnbehandlungen verbunden sind. Wer diese Versicherung in jungen Jahren abschließt, erhält in der Regel besonders gute Konditionen. 

Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie schützt vor den finanziellen Risiken eines Arbeitsplatzverlusts aufgrund von Krankheit oder Verletzung. Je jünger man bei Versicherungsabschluss ist, desto günstiger sind die Prämien dieser Versicherung.

Unfallversicherung: Diese Versicherung schützt junge Menschen vor den finanziellen Risiken, die mit einem Unfall verbunden sind. Außerhalb der Arbeitswege versichert sie Unfälle und kommt für medizinische Kosten und Rehabilitation auf.

Rechtsschutzversicherung: Sie schützt vor den finanziellen Risiken, die bei Rechtsstreitigkeiten entstehen können. Zum Berufsstart und auch im späteren Leben kann eine Rechtsschutzversicherung in zahlreichen Lebenslagen finanzielle Absicherung bieten.

Auslandskrankenversicherung: Diese Art der Krankenversicherung schützt vor finanziellen Risiken, die mit Krankheit und Behandlungskosten im Ausland verbunden sind. Auch Kosten für den Rücktransport einer erkrankten Person in die Heimat kann diese Versicherung abdecken. Bei längeren Auslandsreisen oder Reisen in Risikogebieten ist sie empfehlenswert, aber auch bei kürzeren Urlaubsreisen au0erhalb der EU kann es sich lohnen, diese meist sehr günstige Versicherung im eigenen Portfolio zu haben.

Handyversicherung: Eine Versicherung des Mobiltelefons schützt vor den finanziellen Risiken bei Verlust oder Beschädigung. Sie ist allerdings nur bei sehr teuren Handymodellen sinnvoll.

Bei allen Versicherungen ist es wichtig, vor allem auf die Höhe der Erstattungen, die Leistungen des Versicherungsschutzes und mögliche Zuschüsse und Prämien zu achten.

 

Kann ich Versicherungen beim Berufseinstieg von der Steuer absetzen?

Ja, das ist bei Versicherungen möglich, die sogenannte Vorsorgeaufwendungen darstellen. Dazu gehören Versicherungen wie Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen. Arbeitnehmer dürfen höchstens 1.900 Euro absetzen. Selbstständige können bis zu 2.800 Euro absetzen.

 

Fazit: Mit Haftpflicht- und Hausratversicherung in Beruf und mit erster eigener Wohnung durchstarten

Es gibt kein Abenteuer ohne Risiko. Das gilt auch für das Leben selbst. Der Auszug aus dem Elternhaus, die erste eigene Wohnung und der Einstieg in den Beruf sind einschneidende Lebensphasen. Niemand denkt hier gerne an mögliche Gefahren. Doch es ist wichtig, Risiken richtig einzuschätzen und vor allem, sie entsprechend abzusichern. Dafür sind Versicherungen da. Sie sind helfend und regulierend zur Stelle, wenn etwas schiefläuft.

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