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Smart Home nachrüsten – innovative Lösungen für Bestandsimmobilien

Teil 2 der Serie: Smart Home

Smart-Home-Systeme sind energieeffizient, bieten Sicherheit und Komfort. Im Rahmen eines Neubaus greifen viele Bauherren heutzutage auf die moderne Technik zurück. Jedoch können auch Eigenheimbesitzer ihre bestehende Immobilie durch Smart-Home-Nachrüstungen modernisieren. Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen Ihre Immobilie für die Smart-Home-Installation erfüllen sollte und welche smarten Geräte sich gut nachträglich in Ihr Eigenheim integrieren lassen.

 Smart Home nachrüsten: Tolle Technik zur automatischen Steuerung des Hauses.

Smart-Home-Nachrüstungen bieten die Möglichkeit, auch ältere Häuser mit kluger energiesparender Technik auszustatten, die Einbruchsprofilaxe zu optimieren und die Sicherheit zu erhöhen.

Individuelle Lösungen bei der Smart-Home-Installation

Smart Home Nachrüstungen bringen den Vorteil, dass sie auch in bestehende Immobilien integriert werden können – passgenau abgestimmt auf die Wünsche des Nutzers. Das bedeutet, dass der Eigentümer selbst festlegen kann, in welchem Umfang die Smart-Home-Installation in seinem zu Hause vorgenommen werden soll. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, das Heizungsthermostat bereits von unterwegs anzuschalten, damit das Eigenheim warm ist, ehe Sie abends nach Hause kommen. Ebenso kann der Bewegungsmelder so gesteuert werden, dass er beim Verlassen des Hauses aktiviert wird und so der entsprechende Schutz gegen Einbrecher gewährleistet ist. Grundsätzlich können derzeit folgende Smart-Home-Produkte nachgerüstet werden:

  • Wandthermostate für die Heizungssteuerung
  • Rauchmelder als Brandschutz
  • Kameras, Bewegungsmelder und Alarmanlagen als Einbruchsprofilaxe
  • Lichtschalter und Glühbirnen
  • Wandsender und Zwischenstecker für die Steuerung des Stromflusses
  • Tür- und Fenstersensoren für einen Fensterkontakt
  • Steuerung von Rollläden
  • Strommesser für die Überwachung der Verbrauchsdaten

Smart Home nachrüsten – welche technischen Möglichkeiten können ohne bauliche Maßnahmen umgesetzt werden?

Die Bandbreite an Optionen, bei denen Smart-Home-Systeme nachgerüstet werden können, ist vielfältig. Damit sich der Nutzen von Smart-Home-Lösungen auch in einer Bestandsimmobilie rentiert, müssen gewisse technische Voraussetzungen gegeben sein. In den meisten Fällen lassen sich Funklösungen deutlich leichter umsetzen als Kabelsysteme, da sie keine aufwendigen baulichen Maßnahmen mit sich bringen.

Eine Internetverbindung mit entsprechender Geschwindigkeit ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Funksteuerung von Smart-Home-Systemen. Je nach Netzanbieter, Wohnort und Immobilie können Geschwindigkeit und Qualität der Übertragung schwanken. Vor der Planung einer geeigneten Smart-Home-Lösung sollten diese Voraussetzungen im Eigenheim daher genau geprüft werden. Dazu können Sie einen Speedtest Ihres Internetanbieters durchführen oder den unabhängigen Test der Bundesnetzagentur nutzen. Gemessen werden dabei die Download-Rate, die Upload-Rate und die Paketlaufzeit.

Ferner muss geprüft werden, ob innerhalb der zu vernetzenden Immobilie eine gleichbleibend starke und stabile Funkleistung gegeben ist. Oftmals ist eine beständige Verbindung nicht überall in der Immobilie gewährleistet, da beispielsweise eine Fußbodenheizung oder Stahlbetonwände die Übertragung stören. In der Regel fällt dies bereits im Alltag auf. Abhilfe leisten können hier beispielsweise WLAN-Repeater oder zusätzliche Router, die ein Mesh-Netzwerk erzeugen. Auch eine Powerline, also Internet aus der Steckdose, kann eine überlegenswerte Alternative sein.

Neben einem einwandfreien Funksystem müssen sich die technischen Geräte, die mit Hilfe der intelligenten Steuerung bedient werden sollen, auch technisch steuern lassen. Ist dem nicht so, muss auch an dieser Stelle nachgerüstet werden. Daher sollten die Kosten für die Smart-Home-Installation im Rahmen der Planung im Vorfeld genau geklärt werden.

Unser Tipp: Sollten die Funkstandards nicht gegeben sein, kann auf eine kabelgebundene Lösung gesetzt werden. Damit sind jedoch größere bauliche Maßnahmen verbunden, bei denen Kabel in die Wände verlegt und entsprechende Kabelschächte eingebaut werden müssen.

Smart Home Systeme nachrüsten – Fachmann oder in Eigenregie?

Viele Verbraucher stellen es sich einfach vor, in Eigenregie Smart-Home-Systeme nachzurüsten. Es ist durchaus möglich, Rollläden oder eine Fußbodenheizung beziehungsweise die Heizungssteuerung selbständig durch ein Smart-Home-System aufzurüsten. Dafür sind jedoch ein technisches Grundverständnis sowie viel Geduld für den Aufbau des Gerätes notwendig. Umfangreichere Maßnahmen sollten jedoch immer in fachlich versierte Hände gegeben werden, damit nicht nur eine voll funktionstüchtige Smart-Home-Installation als Ergebnis präsentiert werden kann, sondern auch wichtige Aspekte wie Datensicherheit stets gegeben sind. Holen Sie sich zunächst ein Angebot beim Fachmann ein und überlegen dann gezielt, welche Leistungen eventuell auch in Eigenregie erfüllt werden könnten.

Mögliche Kosten für eine nachträgliche Smart-Home-Installation

Was ein Smart Home in Summe kostet, kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden, da hierzu viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen. Generell hängt die Höhe der Kosten davon ab, wie umfangreich die Smart-Home-Nachrüstung sein soll und welche Voraussetzungen das bestehende Eigenheim bereits besitzt. Aufgrund des hohen Aufwands, ein Kabelsystem in eine bestehende Immobilie zu integrieren, fallen hierfür auch die Kosten höher aus, als für eine Funklösung. Die Zentrale eines funkbasierten Systems kostet im Schnitt zwischen 100 und 200 Euro. Hinzu kommen einzelne Komponenten wie Zwischenstecker, Lichtschalter, Sensoren oder auch Heizkörperthermostate, bei denen die einzelnen Komponenten im Schnitt zwischen 30 und 60 Euro kosten. Je nach Umfang der Smart Home Nachrüstung sollten daher mehrere hundert oder auch tausend Euro als Kosten eingeplant werden.

Unser Tipp: Smart-Home-Lösungen können mit Fördermitteln der KfW-Bank umgesetzt werden. Die KFW-Förderung bietet Kredite und Zuschüsse für eine Smart-Home-Nachrüstung, beispielsweise im Rahme eines Umbaus oder als Teil der energetischen Sanierung Ihrer Immobilie.

Smart Home und Datensicherheit

Die intelligente Gebäudetechnik, die sich hinter Smart Home verbirgt, bringt einen besonderen Komfort, größere Sicherheit und eine verbesserte Energieeffizienz mit sich. Doch wie sieht es eigentlich mit der Datensicherheit aus? Haben Fremde von außen Zugriff auf das Smart-Home-System? Können sie sich in die Haussteuerung hacken und die Hausautomation beeinflussen?

Smart-Home-Systeme speichern in der Regel alle sensiblen und persönlichen Daten des Nutzers. Da diese unter anderem auch die An- und Abwesenheit der Bewohner anzeigen können, besteht auch hier ein gewisses Sicherheitsrisiko. Wenn diese sensiblen Daten nicht richtig geschützt werden, beispielsweise durch unsichere oder veraltete Passwörter, besteht ein gewisses Risiko, dass die Systeme gehackt werden und so ein Schaden entsteht.

Dieses Risiko zu minimieren ist in erster Linie Aufgabe des Installateurs, der Ihnen die Sicherheit im besten Falle auch vertraglich zusichert. Der Dienstleister sollte den Kunden nicht nur über Datenschutz informieren, sondern auch die Funktionsweise der Smart-Home-Produkte aufzeigen. Dennoch muss sich der Smart Home Nutzer darüber bewusst sein, dass er Verantwortung trägt im Umgang mit der Technik und den Sicherheitsvorkehrungen. Der Nutzer ist daher immer auch selbst in der Pflicht, für einen ausreichenden Schutz zu sorgen, um Gefahren von außen abzuwenden. Dabei sollten die Sicherheitsempfehlungen der Anbieter und Hersteller stets berücksichtigt werden.

 

Dieser Artikel ist der zweite Teil der Serie "Smart Home Ratgeber", in der folgende Beiträge erschienen sind:

 

Versicherungsschutz für Ihr Smart Home

Über eine geeignete Wohngebäudeversicherung beziehungsweise Hausratversicherung können Sie sich zusätzlich gegen gewisse Schäden absichern. Sprechen Sie uns bei Fragen zum passenden Versicherungsschutz gerne an.

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