RATGEBER

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Gartenstile – Planung, Gestaltung und Aufwand

Beim Anlegen eines Gartens stehen Ihnen viele unterschiedliche Gartenstile zur Verfügung. Worauf es ankommt und welche Gärten mit mehr oder weniger Zuwendung auskommen, erklären wir Ihnen im zweiten Teil unseres Gartenratgebers.

Ein kleines Mädchen in Gummistiefeln hilft ihren Eltern bei der Tomatenernte. Der Garten für Selbstversorger ist für Kinder sehr lehrreich.

In Gummistiefeln zur Tomatenernte. Aber erst muss festgestellt werden, welche der Tomaten schon reif sind: rot, rund und fest sollten sie sein. Für kleine Mädchen und Jungen bietet ein Garten die Möglichkeit, viel zu lernen und auch Platz zum Spielen.

Was gibt es für Gärten und welcher ist der Richtige?

Viele zukünftige Gartenbesitzer haben eine bestimmte Vorstellung davon, wie ihr Traumgarten aussehen soll. Allerdings sind nicht alle Gartenarten gleichermaßen für jeden geeignet. 

Geheime Oase oder Prestigeobjekt?

Ihr zukünftiges Gartenparadies sollte nicht nur Ihren Träumen entsprechen, sondern auch zu Ihrem Alltag passen. Wollen Sie einen pflegeleichten Garten, der nicht viel Aufwand erfordert? Oder liebäugeln Sie mit einem Nutzgarten, der das ganze Jahr über bearbeitet werden muss? Gerade Berufstätige sollten sich überlegen, wieviel Zeit sie in ihren Garten investieren wollen und können. Viele Gärtner verfolgen ihre persönliche Strategie bei der Realisierung ihrer Erholungsinsel. Zu den anstehenden Überlegungen gehört neben dem passenden Gartentyp für das Hier und Jetzt das Einplanen späterer Lebensphasen. Sind in ein paar Jahren eine Terrasse oder ein Sitzplatz geplant? Befinden vielleicht ältere Personen im Haus, die im Garten zurechtkommen sollen? Oder spielen zukünftig Kinder im Garten eine Rolle? Diese Fragen fließen nicht nur in die Planung mit ein, sondern entscheiden auch mit über das spätere Gartenparadies.

Die Gartentypen und ihr Aufwand

Der Ordentliche – Ziergärten für Freunde des gepflegten Grüns

Wenn Sie Ihren Garten gerne präsentieren möchten und Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legen, bietet es sich mit architektonischen Elementen zu arbeiten. Zum Beispiel bieten liebevoll gestaltete Wintergärten und Gartenpavillons bei schlechterem Wetter eine gute Möglichkeit, den Garten zu genießen.

Kombinieren Sie Holz- mit Metallelementen oder setzen Sie Akzente mit Beleuchtung von Terrassenabsätzen, Beeteinfassungen oder speziellen Pflanzengruppen. Ein kleiner Springbrunnen kann wiederum für romantisches Flair sorgen.

Bei den Sitzmöbeln darf die Wahl auf ausgefallene Farben fallen. Praktisch und in vielen Formen erhältlich, sind Möbel aus Kunststoff. Achten sollten Sie darauf, dass Sie bei nicht waschbaren Polstern die Unterbringung einplanen. Wenn Sie die Polster vor Regen schützen, bleiben Sie naturgemäß länger ansehnlich.

Ein echter Hingucker sind Themengärten. Gute Beispiele für solche Gartentypen sind Gärten im antiken griechischen Stil oder klassische englische Gärten. Mit einem geeigneten Motto lassen sich Designelemente wie Statuen, Skulpturen oder Pflanzen finden und zusammenstellen.

Bei der Gestaltung der Beete können Sie mit dem Design spielen. Setzen Sie auf außergewöhnliche Pflanzen, wie Bananen- oder Feigenbäume, oder einfarbig blühende gepflanzt neben ebenfalls einfarbig blühende Blumen in der Komplementärfarbe. Im Winter gutaussehend sind immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeeren und Zypressen.

Der Pflegeleichte – der Garten für Wenig-Zeit-Haber und Faule

Für alle Gartenstile: Ein Insektenhotel bietet wilden Bienen und anderen Bestäubern Unterschlupf.

Auch wenn es auf den ersten Blick verlockend wirkt: Legen Sie sich keinen Schottergarten an. In vielen Bundesländer sind diese insektenfeindlichen Steingärten bereits zu Recht verboten. Besser verträglich sind hier praktische Gärten mit großen Rasenflächen. Wenn Sie die Beete mit Gartenvlies unterlegen, um dem Unkrautjäten vorzubeugen, minimiert sich die anfallende Arbeit. Wenn Sie langsam wachsende Heckenpflanzen pflanzen, fallen weniger Schneidarbeiten an. Guten Beispiele sind hier Kriechspindel oder Berberitze. Blühende Gehölze, wie Schmetterlingsflieder und Kupfer-Felsenbirne, sind wunderschön anzusehen, spenden im Sommer Schatten und sind anspruchslos an ihre Umgebung. Achten Sie bei den Gartenmöbeln auf pflegeleichte und zeitlose Sitzgruppen aus Kunststoff. Hochbeete bieten den Vorteil, dass sie durch ihre Höhe bequem zu bearbeiten sind und in den meisten Fällen ein überschaubares Arbeitsfeld haben. Als wetterfeste Hingucker sind Skulpturen mit glatten Oberflächen, wie polierte Steinelemente, zu empfehlen.

Der Bienenfreundliche – Blütenträume im Naturgarten

Ein bienenfreundlicher Garten zeichnet sich durch eine besondere Eigenschaft aus: Blüten. Trotzdem gilt es zu differenzieren, denn nicht alle Blüten sind gleichermaßen attraktiv für Hummel und Co. Gefüllte Blüten erschweren es den Insekten, an den nahrhaften Nektar zu gelangen. Außerdem ist bei einem insektenfreundlichen Garten darauf zu achten, dass die Blumen über das Jahr verteilt blühen. So ist die Ernährung der fliegenden Freunde gesichert. Insektenfreundliche Blüher sind beispielsweise:

Zu den Top Ten der Balkonblumen mit anziehender Wirkung gehören:

  • Krokusse
  • Astern
  • Sonnenblumen
  • Hahnenfuß
  • Schafgarbe

Gemüsepflanzen wie

  • Zucchini oder
  • Kürbis,
  • Kohl,
  • Möhren und
  • Zwiebeln

gehören zu den Must-haves im Naturgarten. Lecker nicht nur für die Bienen und Schmetterlinge sind heimische Obstbäume und Beerensträucher, Wilder Wein und Efeu, Küchenkräuter, Goldlack und -kosmos, Liguster, Löwenmäulchen, Wandelröschen und Malvenarten.

  1. Fächerblume
  2. Kapuzinerkresse
  3. Verbene
  4. Glockenblume
  5. Wandelröschen
  6. Löwenmäulchen
  7. Lavendel
  8. Margeriten
  9. Sonnenblumen
  10. Weißer Willi (bezeichnender Weise auch Bienenschleierkraut genannt)

Der Spielgarten – Platz für Eltern und Kinder

Ein Garten für alle! Gerade, wenn Kinder im Haus sind, ist eine gemeinsame Planung wichtig. Je nach Alter der Kinder sollten Sie für genügend Platz zum Bewegen sorgen. Ob es dabei um eine Fläche für Ballspiele oder einen Kletterturm geht – Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass ein abgegrenzter Spielbereich für Harmonie sorgen kann. Sowohl optisch im Garten als auch im Familienleben. Wenn der Nachwuchs über sein eigenes Hoheitsgebiet verfügt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass elterliche Sitzecken und Rabatten zumindest grundlegend verschont bleiben. Ein Familiengarten bietet im Übrigen spannende Möglichkeiten, Kindern zu zeigen, wie Gemüse wächst oder wie gut selbst geerntete Äpfel schmecken. Ein eigenes Beet, um dass sich die Kinder kümmern, ist eine faszinierende Idee nicht nur für angehende Botaniker. Für Kinderbeete eignen sich schnell wachsende Obst- und Gemüsesorten wie Erdbeeren oder Radieschen, aber auch Sonnenblumen sind sehr beliebt. Um den Kleinen das Arbeiten im Garten schmackhaft zu machen, lohnt sich die Anschaffung oder der Bau von Hochbeeten im Kleinformat.

Gemütlichkeit für die ganze Familie bringen eine Sitzecke mit Feuerstelle oder Grillplatz. Eine versteckte Bank unter dem Birnenbaum wird schnell zu einer beliebten Sitzgelegenheit zum Lesen oder Seele baumeln lassen. Für hochsommerliche Tage bieten sich, je nach Alter der Kinder, Gartenpools an, die bei hohen Temperaturen für Abkühlung sorgen.

Der Nutzgarten – für Selbstversorger

Ein Nutzgarten muss nicht zwingend nur aus Gemüsebeeten bestehen. Diese machen zwar einen großen Teil der Fläche aus, aber auch der Bereich außerhalb der eigentlichen Nutzfläche kann so gestaltet werden, dass sich Nützliches mit dem Schönen verbindet. Obststräucher sind als Abgrenzung sehr praktisch, da sie sowohl den Nutzgartenteil vom restlichen Garten trennen als auch für eine reiche Ernte sorgen. Ideal sind Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Blaubeerbüsche. Bei den Beeten für das Gemüse ist eine sorgfältige Planung hilfreich. Denn nicht alle Sorten vertragen sich untereinander. Achten Sie bei der Pflanzung auf die passenden Beetnachbarn und planen Sie genügend Abstände zwischen den einzelnen Beetfamilien. Bei einer gelungenen Mischkultur halten gute Nachbarn sogar Schädlinge fern und können den Ertrag sowie die Qualität der Ernte verbessern. So verhindert Knoblauch beispielsweise das Wachstum einiger Pilze und Bakterien. Kamille, Tagetes und Ringelblumen helfen zum Beispiel Rosengewächsen gegen Fadenwürmer.

Wenn bei der Ernte von frühen Salatpflanzen Lücken im Beet entstehen, können diese durch das Pflanzen von Kresse oder Spinat geschlossen werden. Nutzen Sie das gesamte Beet voll aus, denn so wird die Verdunstung vermindert. Das bedeutet für Sie weniger Arbeit mit der Bewässerung.

Exkurs „Fruchtfolge“

Da es unter den Pflanzen Stark-, Mittel- und Schwachzehrer gibt, sollten Sie für eine erfolgreiche Ernte grob ihren Nährstoffbedarf kennen. Bei der Einteilung in diese Gruppen geht es meist um den Stickstoffbedarf. In der Reihenfolge, auch Fruchtfolge genannt, in der Sie Ihr Gemüse pflanzen, kommen auf ein frisch angelegtes und mit Humus angereichertes Beet zunächst die Starkzehrer. Zu ihnen gehören in der Regel schnell wachsende Sorten, die große oder viele Früchte ausbilden, wie Kürbis, Kartoffeln, Lauch, Spargel oder Kohl. Nach zwei bis vier Anbausaisons sollte ein Fruchtwechsel erfolgen. Das bedeutet eine Aussaat von zunächst Mittel- und später Schwachzehrern. Das ist wichtig, um der Bodenmüdigkeit, also einem Auslaugen des Bodens, vorzubeugen. Eine weitere Möglichkeit, um den Boden zu schonen, ist eine Brachzeit. Zu den Mittelzehrer zählen beispielsweise Karotten, Mangold oder Pastinaken, während Buschbohnen, Radieschen sowie Feldsalat den Schwachzehrern zuzuordnen sind. Mehr Informationen zu Mischkulturen und Fruchtfolge erhalten Sie in unseren Leseempfehlungen.

Linkempfehlungen zum Weiterlesen:

Literaturliste:

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Gartenreihe: Gartenplanung – Plötzlich Gartenbesitzer

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